Anzeige

Dreßen freut sich auf Wengen: "Bewusst am Limit"

16.01.2020 14:49
Thomas Dreßen will bei der Abfahrt in Wengen angreifen
© Sammy Minkoff via www.imago-images.de
Thomas Dreßen will bei der Abfahrt in Wengen angreifen

Fast 4,5 km Länge, zweieinhalb Minuten Fahrtzeit: Eine Woche vor der Rückkehr nach Kitzbühel wird die kraftraubende "Lauberhorn"-Abfahrt in Wengen für Thomas Dreßens Knie zum echten Härtetest.

Für Thomas Dreßen ging's in Wengen schon vor der traditionsreichen "Lauberhorn"-Abfahrt ganz hoch hinaus. Am trainingsfreien Mittwoch setzte sich der beste deutsche Skirennläufer mit einigen Kollegen in die berühmte Zahnradbahn, durch die Bergriesen Eiger und Mönch ging es aufs Jungfraujoch, wo auf 3454 m die höchste Bahnstation Europas liegt.

Von dort oben schweift der Blick über das Berner Oberland bis in die Vogesen und den Schwarzwald, Kunstfreunde verlustieren sich im "Eispalast", Süßmäuler werden im "Schokoladenhimmel" verwöhnt. Für Dreßen und sein Knie der perfekte Ruheort.

Das Knie, in dem der 26-Jährige im November 2018 einen "Totalschaden" erlitten hatte, braucht immer wieder Pausen. Nach dem ersten Training auf der mit fast 4,5 km längsten Abfahrt der Welt am Dienstag habe es sich zwar "top" angefühlt, erzählt Dreßen mit leicht belegter Stimme, doch die Probleme können jederzeit wiederkehren. Der Ausrutscher im Zielbereich nach der zweiten Testfahrt am Donnerstag war allerdings harmlos.

Dreßen hadert mit den "Nebenschädigungen" am Meniskus

Ohnehin ist es nicht das gerissene Kreuzband, das Dreßen zu schaffen macht. "Das Kreuzband ist super", berichtet Cheftrainer Christian Schwaiger, "die Nebenschädigungen sind das größere Problem."

Es waren schließlich auch der Meniskus und andere Bänder betroffen. Deshalb sammelt sich in dem Gelenk immer wieder Flüssigkeit an. "Wenn ein Sprung richtig weit geht, ein Schlag kommt, oder eine Landung nicht perfekt ist, kann es reagieren", sagt Schwaiger.

Deshalb hatte sich Dreßen zum Jahresende schweren Herzens zu einem Verzicht auf die zweite Abfahrt auf der sehr ruppigen "Stelvio" in Bormio durchgerungen, eine mehrtägige Trainingspause folgte.

"Man muss die Belastung steuern", sagt Schwaiger, "es macht keinen Sinn, dass man sich total an der Grenze bewegt." Völlig überraschend kommt das nicht, doch Schwaiger gibt zu, dass es "nicht eingeplant war, dass wir so vorsichtig vorgehen müssen".

Doch das ist vor den Klassikern in Wengen, Kitzbühel und Garmisch-Partenkirchen gar nicht anders möglich - und zahlt sich aus.

Folgt das nächste Dreßen-Highlight

Vor der Anreise in die Schweiz hat Kitzbühel-Sieger Dreßen vier Tage im Sarntal/Südtirol trainiert, "da hat das Knie schon super funktioniert". Und die leichte Erkältung, die ihn schon seit dem Jahreswechsel quält? "Perfekt ist es nicht", sagt Schwaiger, "aber auch nichts Gravierendes."

Und so freut sich Dreßen "extrem" auf das Rennen am Samstag (12:30 Uhr). Im vergangenen Jahr hatte er in Wengen verletzt gefehlt, bei seiner Abfahrtspremiere vor zwei Jahren war er starker Fünfter.

Von den vier vor ihm Platzierten sind diesmal Aksel Lund Svindal (2./Karriereende) und Hannes Reichelt (4./verletzt) nicht am Start. Folgt nach dem sensationellen Comeback-Sieg von Lake Louise und Rang drei in Gröden das nächste Dreßen-Highlight?

Schwaiger traut seinem Vor-Fahrer alles zu, will aber nicht zu viel versprechen. Der Winter stehe für den Mittenwalder nach wie vor unter dem Motto "Comeback-Saison".

Und deshalb gelte weiter die Marschroute, er solle "bewusst am Limit" fahren.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Wengen 2019/2020

11:42.53m
2+0.29s
3+0.31s
4+0.38s
5+0.42s
6+0.48s
7+0.87s
8+0.93s
8+0.93s
10+1.00s
Anzeige
Anzeige