Anzeige

Comeback von McGregor: Rüpel auf dem Weg zum Milliardär

16.01.2020 14:08
Conor McGregor steht vor seinem ersten Box-Kampf seit 15 Monaten
© Shane Roper
Conor McGregor steht vor seinem ersten Box-Kampf seit 15 Monaten

Über ein Jahr Pause, Skandale ohne Ende: Nun meldet sich Käfigkämpfer Conor McGregor zurück. Auch das Boxen will der Bad Boy wieder aufmischen.

McGregor, das Raubein, der Flegel mit den vielen Skandalen, sah ein bisschen aus wie Schwiegermutters Liebling. In seinem schicken karierten Anzug aus der eigenen Modelinie, mit akkurater Frisur und gepflegtem Bart saß der Ire vor den Reportern - und redete dann auch noch voller Respekt über seinen Gegner. Fans schrieben hinterher im Internet von einem "seltsamen" Auftritt ihres Lieblings und der "langweiligsten" Pressekonferenz in der Geschichte der UFC.

Und doch fesselt dieser Fight zwischen McGregor und Donald Cerrone in der Nacht auf Sonntag (ab 4:00 Uhr) die Mixed-Martial-Arts-Welt, schließlich gibt der Superstar in Las Vegas nach 15 Monaten Pause sein Comeback.

Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigungen, einer Kneipenprügelei und einer Festnahme in Miami will der 31-Jährige jetzt auch wieder sportlich für Schlagzeilen sorgen. Und ganz nebenbei kommt McGregor seinem Ziel, sich mit 35 Milliardär nennen zu können, wieder deutlich näher.

"Ich bin immer noch ein leidenschaftlicher junger Mann, der immer noch nach den Sternen greift und danach strebt, Dinge zu tun, die noch nie zuvor getan wurden", sagte McGregor, der im Oktober 2018 krachend gegen den Russen Khabib Nurmagomedov verloren hatte und seitdem nicht mehr im Käfig stand.

 "Es gibt niemanden, der es mit mir aufnehmen kann." McGregor, der sich "The Notorious" (Der Berüchtigte) nennt, lobte Cerrone als "guten Kämpfer" und dessen Geschmack - der US-Amerikaner erschien in einer Jacke aus Schlangenleder.

Populär trotz Gewaltausbrüchen

So ganz schienen diese Nettigkeiten nicht ins Konzept des Veranstalters zu passen, immerhin wurde vor der PK noch ein Filmchen mit Ausrastern des Rüpels abgespielt.

Inklusive der Bilder, wie er einen älteren Mann in einer Bar ins Gesicht schlägt, weil dieser sich geweigert hatte, McGregors Whiskey-Marke "Proper No. Twelve" zu probieren. Oder Szenen, wie er einen Shuttlebus mit anderen MMA-Kämpfern attackiert, diesen unter anderem mit einer Sackkarre bewirft.

Im Vorjahr nahm die Polizei McGregor in Miami kurzzeitig fest, nachdem er sich vor einem Hotel nicht hatte fotografieren lassen wollen. Er schlug dem Fan das Mobiltelefon aus der Hand, trat dann auf dem Handy herum und nahm es mit.

Zu Fragen zum Stand der Ermittlungen in zwei Fällen von angeblichen sexuellen Übergriffen schwieg McGregor nun in Las Vegas, zuletzt hatte er die Anschuldigungen bestritten.

McGregors Ruf und seine Popularität in der Heimat mögen gelitten haben, das Geld fließt dennoch weiter in Strömen auf die Konten des ehemaligen Sozialhilfeempfängers. Er erwarte einen "netten Scheck", sagte McGregor ESPN, der Kampf werde ihm "gut 80 Millionen US-Dollar" einbringen.

McGregor kündigt "Form meines Lebens" an

Zuletzt gegen Nurmagomedov seien es nur etwa 50 Millionen gewesen. Bis zu seinem 35. Geburtstag wolle er Milliardär sein. "Ich bin noch ein Stück weit entfernt", sagte McGregor: "Aber ich werde es hinkriegen."

Zumal McGregor einen zweiten Ausflug zum Boxen plant, erneut würde er gerne gegen Floyd Mayweather in den Ring steigen. "Ich denke, es sollte einen Rückkampf geben. Ich weiß, dass ich ihn in einem Rückkampf besiegen würde", sagte McGregor, der für seine Pleite gegen den US-Star im Sommer 2017 etwa 100 Millionen eingestrichen haben soll.

Trotz all des Geldes fühlt sich McGregor noch lange nicht bereit für die Rente. Er versprach, bei seiner Rückkehr "alle daran zu erinnern", wer das Käfigkämpfen groß gemacht habe: "Ich bin in der besten Form meines Lebens - mental und körperlich."

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige