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Winter-WM bereitet Bundesligisten Kopfzerbrechen

15.01.2020 13:36
Die WM findet 2022 in Katar statt
© yangyuanyong via www.imago-images.de
Die WM findet 2022 in Katar statt

Die Winter-WM 2022 in Katar bereitet den Klubchefs und Liga-Bossen bereits jetzt Kopfzerbrechen. Es werden schon jede Menge Pläne geschmiedet.

Erst zum Bundesliga-Spiel ins Stadion, dann zum Public Viewing der deutschen WM-Partie auf den Weihnachtsmarkt - die neuesten Spekulationen rund um die Winter-Endrunde 2022 in Katar (21. November bis 18. Dezember) beflügeln die Fantasie der Fußballfans.

Es sind zwar noch über 1000 Tage bis zum WM-Start, doch die Klubchefs diskutieren innerhalb der Gremien bei der Deutschen Fußball Ligabereits über fast ebenso viele Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für ihre verbliebenen Profis.

Die Überlegungen, wonach die Bundesliga zumindest teilweise ihre unterbrochene Saison schon ab dem WM-Viertelfinale fortsetzen könnte, entbehren allerdings einer Grundlage. Nach "SID"-Informationen gibt es bei der DFL keine Pläne in dieser Hinsicht.

Mit Liga-Partien in Konkurrenz zum Premiumprodukt des Weltverbands FIFA zu treten, ist für die Liga-Verantwortlichen aus vielerlei Gründen keine Option.

Läuft die 2. Bundesliga während der WM weiter?

Der Gedanke hinter den Überlegungen war, dass der Großteil der WM-Teilnehmer ab der K.o.-Runde wieder bei seinen Klubs weilen wird. Top-Mannschaften wie Bayern München oder Borussia Dortmund, deren Stars möglicherweise noch fehlen würden, könnten weiter aussetzen und Nachholspiele bestreiten.

DFL-Boss Christian Seifert hatte zuletzt zwar ein ähnliches Szenario entworfen - allerdings nur für das Unterhaus. Und auch das ist lediglich ein Planspiel.

"Wir diskutieren in der Kommission Fußball, ob die 2. Liga während der WM weiterspielt. Die Klubs müssen ihre Spieler voll bezahlen, haben aber während der Abstellungsperiode fünf Wochen lang keine Spieltags-Einnahmen und keinen Spielrhythmus - dann geht es direkt in die dreiwöchige Winterpause", hatte Seifert gesagt: "Viele haben keine Nationalspieler, die bei der WM dabei sind, geschweige denn in der Schlussphase. Was sollen die Klubs mit ihren Spielern, die nach den ersten 17 Spieltagen voll im Saft stehen, in dieser Zeit machen?"

Nur 15 Prozent der Profis würden fehlen

Dass sich auch die Erstligisten dieser Frage stellen müssen, ließ Seifert in der "Bild am Sonntag" durchblicken: "Vor dem Problem stehen auch die Bundesligisten mit ihren Rumpfkadern." Allerdings erscheint der Begriff "Rumpfkader" ein wenig übertrieben.

Bei der Endrunde 2018 in Russland waren 67 Bundesliga-Profis im Einsatz - was einen Schnitt von 3,7 Profis pro Verein ergab. Sollten 2022 ähnlich viele Spieler für die WM berufen werden, würden "nur" etwa 15 Prozent der Profis fehlen.

Diese geringe Zahl zeigt, dass die Klubs den Großteil ihrer Spieler beschäftigen müssen. "Darüber müssen sich die Vereine wie die Verbände Gedanken machen. Wir sind alle nicht glücklich mit der WM, aber das betrifft ja auch die anderen Länder", sagte Sportdirektor Max Eberl von Borussia Mönchengladbach am Mittwoch: "Fakt ist, dass wir die Kader spielfähig halten müssen."

Regionalligisten fürchten Wettbewerbsverzerrung

Über Alternativen zu Pflichtspielen während der Endrunde wird bereits nachgedacht. Die Aussagen von Frank Baumann deuten jedenfalls auf ein Turnier oder etwas Ähnliches hin.

"Wir werden unsere Spieler ganz sicher nicht zehn Wochen in den Urlaub schicken, sofern sie nicht bei der WM sind. Denkbar ist, dass sie ein oder zwei Wochen Zeit zur Regeneration erhalten", sagte der Sportchef von Werder Bremen: "Möglich ist, dass es parallel zur WM Spielrunden der Bundesligisten gibt. Wie die geartet sein könnten, wird in den nächsten Wochen erarbeitet."

Dann sollte auch geklärt werden, wie es mit Einsätzen von Profis zur WM-Überbrückung in den zweiten Mannschaften aussieht. Da dort alle Spieler unter 23 Jahren und bis zu drei ältere Profis auflaufen dürfen, fürchten einige Regionalligisten eine Wettbewerbsverzerrung. In den fünf Regionalligen, die allesamt während der Endrunde weiterspielen, sind derzeit zwölf zweite Mannschaften von Bundesligisten beheimatet.

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