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"Werden Spieler nicht zehn Wochen in den Urlaub schicken"

Wüsten-WM in Katar: Bundesliga plant "Spielplan-Boykott"

14.01.2020 19:41
2022 findet die WM in Katar statt
© Handout, getty
2022 findet die WM in Katar statt

Knapp drei Jahre sind es noch bis zur umstrittenen "Wüsten-WM" in Katar. Da das Turnier von November bis Dezember stattfindet, müssen alle europäischen Topligen ihren Spielplan in der Saison 2022/23 für die Endrunde anpassen. In der Bundesliga gibt es nun Überlegungen, wie man den "Schaden" so klein wie möglich halten kann.

Stand heute wird die WM 2022 in Katar (21. November - 18. Dezember) den Bundesliga-Klubs und -Spielern bis zu zehn freie Wochen bescheren. Ein Zeitraum, der unter anderem für Werder-Sportchef Frank Baumann inakzeptabel ist. "Wir werden unsere Spieler ganz sicher nicht zehn Wochen in den Urlaub schicken, sofern sie nicht bei der WM sind", wird Baumann von der "Sport Bild" zitiert. 

Damit es dazu gar nicht erst kommt, wird bei der DFL derzeit ein "Spielplan-Boykott" der Weltmeisterschaft diskutiert. Der Plan sieht vor: In der Bundesliga rollt auch während der WM der Ball. "Möglich ist, dass es parallel zur WM Spielrunden der Bundesligisten gibt", bestätigt Baumann die Gedankenspiele der Deutschen Fußball Liga.


Mehr dazu: Spielt die 2. Bundesliga während der Winter-WM 2022?


Denkbar ist nach "Sport Bild"-Informationen ein Szenario, in dem die Bundesliga den Spielbetrieb nach der ersten WM-K.o.-Runde wieder aufnimmt. Ab Anfang Dezember könnte im deutschen Oberhaus demnach wieder gespielt werden. Das Finale der Weltmeisterschaft findet am 18. Dezember statt. 

Problematisch könnte dieser Plan allerdings für die Klubs werden, die besonders viele Nationalspieler abstellen. Um zu verhindern, dass zum Beispiel der FC Bayern in der Bundesliga ohne seine Nationalspieler antreten muss, würden die Spiele der Münchner verlegt werden.

Der Rekordmeister würde einige Wochen nicht am Spielbetrieb der Bundesliga teilnehmen und müsste Anfang 2023 Nachholspiele bestreiten. In wie weit sich das mit dem eng gestrickten Terminkalender im Jahr 2023 vereinbaren lässt, bleibt allerdings abzuwarten. 

Auch Bierhoff sieht Probleme

DFB-Direktor Oliver Bierhoff stellt sich derweil schon auf eine sehr kurze Vorbereitungszeit für die Nationalmannschaft vor der WM ein. "Wir müssen da kreativ rangehen, eben auch in den Länderspielabstellungen vorab gewisse Dinge schonmal angehen. Also die Vorbereitungszeit für die Trainer, aber auch die Organisation wird in Katar ganz anders sein", sagte Bierhoff beim Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga in Offenbach.

Obwohl der relevante Rahmenterminkalender erst im November oder Dezember 2021 vom Deutschen Fußball-Bund verabschiedet wird, war zuletzt eine Diskussion über den engen Ablauf vor dem WM-Turnier am Golf vom 21. November bis zum 18. Dezember aufgekommen.

Möglicherweise wird der letzte Bundesliga-Spieltag vor der WM erst am 13. November beendet sein und die DFB-Auswahl nur gut eine Woche zur Turniervorbereitung haben. "Nein, das reicht natürlich nicht", sagte Bierhoff.

"Und im Gespräch mit den Trainern wird auch immer wieder deutlich, dass gerade die Vorbereitungszeit auf ein Turnier enorm wichtig ist, weil in der Saison in den kurzen Länderspielreisen hat man kaum Zeit, etwas einzustudieren. Auf der anderen Seite müssen alle Mannschaften damit leben. Es wird für die Trainer ein Nachteil sein, aber man hat keinen Wettbewerbsnachteil, weil alle Nationen damit leben müssen", sagte Bierhoff.

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