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Bundesliga mausert sich zum Transfer-Weltmeister

14.01.2020 14:17
Die Fans des FC Bayern müssen wohl noch bis zum Sommer auf Leroy Sané warten
© ULMER via www.imago-images.de
Die Fans des FC Bayern müssen wohl noch bis zum Sommer auf Leroy Sané warten

Die Bundesligisten sind bei den Ausgaben im Wintertransferfenster derzeit das Maß aller Dinge. Um alle Kaderbaustellen zu schließen, pokern die Vereine dennoch bis zur letzten Minute weiter.

Die Bundesliga ist weltweit wieder die Nummer eins - und das sogar mit Abstand. Nicht unbedingt sportlich, aber in Sachen Transferausgaben. Keine andere Liga zeigte sich im Wintertransferfenster bislang derart spendierfreudig wie die deutsche Eliteklasse. Die 18 Vereine investierten bis Dienstag bereits knapp 68 Millionen Euro in neue Spieler, mehr als viermal so viel wie die finanziell deutlich überlegene Premier League. Damit fehlen rund zweieinhalb Wochen vor Schließung des Transferfensters nur noch zwölf Millionen Euro zum Vorjahreswert.

Großen Anteil daran hat Borussia Dortmunds erneuter Erfolg im Talentepoker. Der BVB sicherte sich dank einer Ausstiegsklausel von 20 Millionen Euro mit Angreifer Erling Haaland eine der heißesten Aktien auf dem Transfermarkt und schloss mit dem 19 Jahre alten Mittelstürmer von Red Bull Salzburg seine wohl größte Kader-Baustelle. Auch Bayer Leverkusen mit Mittelfeldspieler Exequiel Palacios (17 Mio.) und die TSG Hoffenheim mit Mittelstürmer Munas Dabbur (12 Mio.) griffen bereits tief in die Tasche.

Sané wechselt wohl erst im Sommer nach München

Die anderen Vereine in der oberen Tabellenhälfte ließen es dagegen bislang behutsamer angehen, auch Bayern München - trotz Verletzungsmisere und immens ausgedünntem Kader. Trainer Hansi Flick ruft deshalb zum Unmut von Sportdirektor Hasan Salihamidzic längst öffentlich nach Verstärkungen. "Ich denke da an mindestens zwei Spieler", sagte der Bayern-Coach der Süddeutschen Zeitung.

Joao Cancelo von Manchester City wird dabei als Neuzugang für die defensive Außenbahn gehandelt, offensiv ist unter anderem Amsterdams Hakim Ziyech im Gespräch - konkret wurde allerdings bislang keine Personalie. Wunschspieler Leroy Sané soll wegen seines Kreuzbandrisses wohl erst im Sommer kommen.

Spitzenreiter RB Leipzig und der Tabellenzweite Borussia Mönchengladbach haben da deutlich geringere Sorgen. Die Sachsen sind zwar mit einem ersten Angebot für Confed-Cup-Sieger Benjamin Henrichs bei AS Monaco abgeblitzt, notwendig ist im Winter aber ohnehin - wie bei den Fohlen - eher eine Ausdünnung des Kaders. Unter anderem wechselte Vize-Kapitän Diego Demme für zwölf Millionen Euro zu seinem Herzensverein SSC Neapel.

Erstaunlich zäh läuft das Transferfenster bislang für die neureiche Hertha. Man könne "bei Spielern anklopfen, die früher nicht in unserer Kategorie waren", erklärte Trainer Jürgen Klinsmann vor der Winterpause. Doch überzeugen konnten die Berliner diese großen Namen bislang nicht.

Höwedes soll noch nach Köln kommen

Wunschspieler Granit Xhaka bleibt wohl beim FC Arsenal, Julian Draxler in Paris und auch Mario Götze scheint sich gegen einen Winterwechsel zum Hauptstadtklub entschieden zu haben. Bislang flossen die Millionen des neuen Investors Lars Windhorst deshalb nur in den Stuttgarter Santiago Ascacibar (10 Mio.), folgen wird wohl am ehesten Sechser Lucas Tousart von Olympique Lyon.

Im Abstiegskampf heißt das bewährte Modell ansonsten bislang: Leihen statt Kaufen. Der 1. FC Köln schlug mit Schalkes Mark Uth und Wolfsburgs Elvis Rexhbecaj bereits doppelt zu und will mit Weltmeister Benedikt Höwedes (ZSKA Moskau) noch in der Defensive nachbessern. Fortuna Düsseldorf holte Schalkes Steven Skrzybski, Werder Bremen verpflichtete in Person von Kevin Vogt (TSG Hoffenheim) einen neuen Abwehrchef. Auch in der Offensive soll bei den Norddeutschen noch etwas passieren.

Angesichts der geringen finanziellen Mittel könnte dies - wie bei den meisten Abstiegskandidaten - aber wohl ein Pokerspiel bis zum letzten Tag werden. Erfahrungsgemäß verlieren Berater oder Klubs der potenziellen Zugänge gegen Ende der Transferperiode langsam die Nerven. Der Markt bleibt also weiter heiß.

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