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Für DFL-Boss Seifert bricht "richtungweisendes" Jahr an

14.01.2020 13:59
DFL-Boss Christian Seifert
© O.Behrendt, via www.imago-images.de
DFL-Boss Christian Seifert

Die anstehende Vergabe der Medienrechte war das bestimmende Thema beim Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga.

Die Bosse der TV-Sender und Streamingdienste waren fast alle in den 100 Jahre alten Industriebau gekommen. Die wichtigsten Gäste beim 13. Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga (DFL) im Offenbacher "Fredenhagen" lauschten am Dienstag aufmerksam den Worten von Christian Seifert, als der DFL-Boss passend zur Location harte Maloche im Dienste des Profifußballs einforderte - schließlich sollen die Medien-Milliarden rosige Zeiten garantieren.

"2020 wird ein richtungweisendes Jahr für die DFL. Mit der Vergabe der nationalen Medienrechte werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Bis 2025 wird der Rahmen definiert, in dem die Klubs investieren können", sagte Seifert - und schlüpfte in die Rolle des digitalen Propheten: "In wirtschaftlicher Hinsicht wird die Weiterentwicklung der Mediensysteme ein ganz wesentlicher Faktor für die Zukunft des Sports insgesamt sein."

Derzeit kassiert der Profifußball 1,2 Milliarden 

Die Vergabe der Medienrechte an der Bundesliga und der 2. Liga für die Spielzeiten von 2021/22 bis 2024/25 soll nach dem Wunsch der Vereine neue Rekordeinnahmen generieren. Die Vergabe findet unter der Aufsicht des Bundeskartellamtes statt. Der Ausschreibungsstart ist für Februar anvisiert, bis zum Saisonende sollen die Verträge unter Dach und Fach sein.

Seifert hatte zuletzt angekündigt, dass er den Fans nicht mehr als zwei Abos zumuten möchte. Als mögliche Interessenten an den Live-Übertragungen gelten neben den bisherigen Rechte-Inhabern Sky und DAZN auch Amazon, Netflix und die Deutsche Telekom. Selbst Apple, Disney und Google werden gehandelt.

Derzeit kassiert der Profifußball rund 1,2 Milliarden Euro pro Saison aus den nationalen Rechten, dazu kommen ein paar hundert Millionen aus der ganzen Welt. Das Geld wird mittels eines komplizierten Konstrukts verteilt, welches auf sieben Säulen beruht. Das Hauptkriterium ist der Erfolg, die Fünfjahreswertung macht 70 Prozent aus.

Daran könnte zum Unwillen der Branchenführer aber gerüttelt werden. Schließlich wird das DFL-Präsidium seit August 2019 von Vertretern der mittelgroßen und kleinen Vereine dominiert. Der "Mittelstand" könnte im Gegensatz zu seinem gescheiterten Versuch im Jahr 2016 nun dafür sorgen, dass "weiche" Faktoren wie Zuschauerzahlen im Stadion und beim TV berücksichtigt werden.

Seifert fordert Diskussion mit Stil und Anstand

Trotz der heiklen Gemengelage forderte Seifert faire Verhandlungen um das Geld, das für zwei Drittel der Klubs mehr als 30 Prozent der Einnahmen bedeutet. "Die Verteilung der Gelder aus den Medienverträgen im zweiten Teil des Jahres wird wie immer eine Herausforderung", äußerte der Sprecher des Präsidiums: "Mein Ziel ist es, dass wir unabhängig vom Ergebnis der Rechtevergabe mit Stil und Anstand diskutieren, professionell abwägen und überlegt entscheiden."

Professionalität verlangte Seifert auch bei den Auftritten im Europacup. "Es muss unser Anspruch sein, dass in den Viertelfinals der Champions League und der Europa League mehr als ein deutscher Klub regelmäßig auftaucht", sagte der 50-Jährige: "Die besten 16 Mannschaften sind ein legitimes Ziel für die Liga mit dem zweithöchstem Umsatz der Welt."

Der Saison-Umsatz des Profifußballs von zuletzt knapp 4,5 Milliarden Euro wird laut Seifert aber nicht reichen, um zukünftig erfolgreich zu sein. Gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) müsse man sich "neu und ganzheitlich wie nie zuvor" aufstellen: "Zurück an die Weltspitze zu gelangen, ist für beide Organisationen nicht nur sportliches Ziel, sondern auch wirtschaftliche Notwendigkeit."

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