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Quique Setién übernimmt bei der Blaugrana

Nach Valverde-Aus bei Barca: Wer ist der neue Coach?

14.01.2020 14:57
Quique Setién ist neuer Trainer des FC Barcelona
© Ion Alcoba Beitia
Quique Setién ist neuer Trainer des FC Barcelona

Die erste Trennung des FC Barcelona von einem Coach in der laufenden Saison seit 2003 und die Berufung eines Ruheständlers auf einen der wichtigsten Trainer-Posten im weltweiten Vereinsfußball haben Kritik und Fragen ausgelöst.

"Barça wählt den Abgrund", kommentierte die Zeitung "El País" am Tag nach der fast mitternächtlichen Demission von Ernesto Valverde.

Der 55-Jährige musste trotz zweier Meistertitel nacheinander, dem Gewinn der Copa del Rey sowie des spanischen Supercups und der Führung in der Primera División gehen. Die Trennung machte der Verein erst am späten Montagabend nach einem langen Treffen des Vorstands offiziell. "Es waren von Beginn an zweieinhalb sehr intensive Spielzeiten", schrieb Valverde in einem Offenen Brief auf der Vereins-Homepage. Er habe in der Zeit Siege und Titel mit dem FC Barcelona gefeiert, aber auch schwere Momente durchgemacht.

Wunschlösungen wie die ehemaligen Barça-Legenden Xavi oder Thierry Henry konnten und wollten nicht, andere wie Lionel-Messi-Landsmann Mauricio Pochettino waren auch nicht zu bekommen - und so coacht nun Quique Setién das Zig-Millionen-Ensemble um den deutschen Torhüter Marc-André ter Stegen. Und offenbar nicht als Übergangslösung, bis Xavi womöglich im Sommer sein Engagement in Katar beendet haben könnte. Nein, Setién bekam einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022.

In den 1980ern für Atlético aktiv

Der 61-Jährige aus Santander im Norden des Landes, der mit bürgerlichem Namen Enrique Setién Solar heißt, wird von seinem neuen Arbeitgeber als einer der "erfahrensten" Trainer im spanischen Fußball gepriesen. Setién sei ein Verfechter von angriffsorientiertem Ballbesitzfußball, ganz im Sinne der Fans.

In seiner Heimatstadt gilt Setién als Legende. Bei Racing Santander war er lange als Profi aktiv und seit 2002 als Trainer. Sein Spitzname dort: "El Maestro". Weitere Stationen waren unter anderem UD Las Palmas und zuletzt Real Betis Sevilla. Seine Bilanz in der ersten Liga: 60 Siege, 60 Niederlagen, 53 Remis. Als Spieler war er in den 1980er Jahren auch für Atlético Madrid aktiv.

Er wird der 60. Trainer in der Historie des ruhmreichen Clubs aus Katalonien sein. Mehrfach schon brachte er seine Hochachtung und Schwärmerei für Messi zum Ausdruck.

Dieser hatte Valverde nach der 2:3-Niederlage im spanischen Supercup am Donnerstag gegen Atlético noch von jeder Schuld freigesprochen, zugleich aber betont: "Wir haben kindische Fehler gemacht." Dafür zahlen musste nun Valverde. Dabei liest sich dessen Bilanz seit dem Amtsantritt im Sommer 2017 im Grunde hervorragend: 108 Siege in 163 Spielen, 35 Unentschieden, 20 Niederlagen. Dass Barcelona in den vergangenen beiden Spielzeiten in der Champions League vorzeitig scheiterte, kratzte aber (zu) arg am Ehrgefühl der Vereinsbosse.

Iniesta spricht von "schlechten Manieren" der Klubführung

Dennoch, viele Kommentatoren in Spanien waren sich einig: Das hat Valverde nicht verdient. Das Sportblatt "Marca" sprach am Montag von einem "traurigen Abgang". Auch die Barcelona-Legende Andrés Iniesta monierte die "ziemlich schlechten Manieren" der Vereinsspitze.

"Man muss Respekt vor einem amtierenden Trainer haben", meinte der 35-Jährige, der 2018 nach Japan gewechselt war. Auch der frühere Barça-Star Pep Guardiola ergriff Partei für Valverde: "Barcelona ist ein besonderer Ort, an dem der Gewinn der Liga nicht ausreicht. Ernesto Valverde tut mir sehr leid, er hat das nicht verdient."

Angeblich soll es nach dem 2:2 zu Jahresbeginn im Stadtderby gegen Espanyol in Vereinspräsident Josep Bartomeu mächtig gebrodelt haben. Ihm schwante: So wird es wieder nichts mit der Champions League, die die Blaugrana zuletzt 2015 gewonnen hatten.

Die Katalanen müssen im Achtelfinale gegen den SSC Neapel unter anderen mit dem ehemaligen Leipziger Diego Demme antreten. Spätestens Ende Februar wird Setién sich beweisen müssen. Ein K.o. gegen Napoli wäre verheerend und ein schwerer Schlag auch für die Vereinsbosse.

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Tabelle
    #MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
    1Atlético MadridAtlético MadridAtlético16132131:62541
    2Real MadridReal MadridReal Madrid18114330:151537
    3FC BarcelonaFC BarcelonaBarcelona18104437:172034
    4Sevilla FCSevilla FCFC Sevilla18103523:16733
    5Villarreal CFVillarreal CFVillarreal1888226:17932
    6Real Sociedad San SebastianReal Sociedad San SebastianS. Sebastian1986529:161330
    7Granada CFGranada CFGranada CF1883721:29-827
    8Cádiz CFCádiz CFCádiz1966717:24-724
    9Celta VigoCelta VigoRC Celta1865722:28-623
    10Betis SevillaBetis SevillaBetis Sevilla1872922:31-923
    11Levante UDLevante UDLevante1857625:26-122
    12Athletic BilbaoAthletic BilbaoAthletic1863921:22-121
    13Getafe CFGetafe CFGetafe1755715:18-320
    14Valencia CFValencia CFValencia1847724:25-119
    15SD EibarSD EibarEibar1847715:18-319
    16Real ValladolidReal ValladolidValladolid1947818:27-919
    17CD AlavésCD AlavésAlavés1946917:25-818
    18Elche CFElche CFElche CF1738616:23-717
    19CA OsasunaCA OsasunaOsasuna1836915:27-1215
    20SD HuescaSD HuescaHuesca1819814:28-1412
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