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Nach Kraftakt gegen Lettland

Prokop "möchte nicht von Zielen abrücken"

14.01.2020 11:20
DHB-Bundestrainer Christian Prokop bleibt zuversichtlich
© Simon Hofmann, getty
DHB-Bundestrainer Christian Prokop bleibt zuversichtlich

Mit einem 28:27-Zittersieg gegen Lettland sind die deutschen Handballer bei der EM 2020 in die Hauptrunde eingezogen. Trotz dass das DHB-Team keine gute Ausgangsposition in eben jener Hauptrunde hat, gibt sich Bundestrainer Christian Prokop im Interview weiter zuversichtlich.

Wie lautet ihr Zwischenfazit nach der EM-Vorrunde?

Christian Prokop (Handball-Bundestrainer): Es gibt die Erkenntnis, dass wir einige Dinge gut machen, aber bei einigen Dingen auch Defizite aufgezeigt bekommen haben. Vor allem gegen Teams, die um die Medaillen spielen werden. Da sind wir im Moment ein bisschen weit weg, aber das heißt nicht, dass wir uns da im Turnier nicht noch heranrobben können. Da ist aber jetzt jeder einzelne und wir als Mannschaft zusammen gefragt, alles zu investieren, dass wir uns von Spiel zu Spiel steigern.

Richtig überzeugend waren die Auftritte bislang nicht.

Man sieht, dass wir Defizite haben, und diese sind nicht unerklärbar. Wir haben einige Absagen und müssen im Angriff unter Stresssituationen neue Lösungen finden, neue Leute in Verantwortung bringen. Unsere Chance liegt im Steigerungspotenzial, momentan sind wir nicht imstande, Kroatien oder Spanien zu schlagen, aber vielleicht in zwei Spielen. Es ist die Kunst, in einem Turnier so etwas aufzuarbeiten. Ich habe eine Mannschaft, die sehr viel annimmt, und darüber bin ich glücklich. Wir sind aber gerade nicht in den Leistungssphären, die wir für ein eventuelles Halbfinale bräuchten, das ist klar. Aber ich möchte auch nach vielen Verletzungen nicht von Zielen abrücken, weil die Mannschaft es verdient hat, dass wir zusammen daran arbeiten und ich daran glaube. Wir haben in der Vorrunde gezeigt bekommen, dass wir viel draufpacken müssen.

Wie beurteilen Sie die Leistung von Andreas Wolff, der nach seiner Einwechslung keinen Ball an die Finger bekommen hat?

Er hat sich mit Sicherheit einen anderen Job vorgestellt. Wir haben alle gehofft, dass er uns noch einmal ein, zwei Paraden gibt, dass wir einfach sicherer in die Schlussphase kommen. Natürlich erhoffen wir uns eine starke Leistung, und ich bin mir auch sicher, dass diese beiden einen guten Job machen werden.

Wie wichtig ist es, dass Julius Kühn mit seinen acht Toren so richtig im Turnier angekommen ist?

Ganz entscheidend. Mit Rückraumtoren und mit einer guten Abwehr- und Torhüterleistung werden wir so ein Spiel wie gegen Weißrussland gewinnen. Wir haben Top-Kreisläufer, dafür braucht man aber Räume und Julius war gegen Lettland jemand, der ganz stark von der Eigeninitiative Verantwortung übernommen hat.

Mit welchem Gefühl reisen Sie nach Wien?

Erst einmal mit einem guten, dass wir die Hauptrunde erreicht haben. Wir freuen uns auf Wien, waren schon in diesem Hotel. Wir hoffen auf viele deutsche Fans, die werden wir brauchen. Das ist ganz wichtig von der Emotionalität. Dann soll das Team näher zusammenrücken und Gas geben."

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