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Doll vergibt Siegchance im letzten Anschlag

Platz 3! Biathlon-Herren kommen mit "blauem Auge" davon

11.01.2020 15:39
Benedikt Doll und Co. schafften den Sprung aufs Podium
© KH via www.imago-images.de
Benedikt Doll und Co. schafften den Sprung aufs Podium

Die deutschen Biathleten haben sich in Oberhof in guter Staffel-Form präsentiert. Die Männer jubelten über den dritten Platz, und auch die Frauen waren nach Rang vier zufrieden.

Benedikt Doll hatte am letzten Stehendanschlag sogar noch den Sieg für die deutsche Biathlon-Staffel vor Augen - doch dann versagten ihm die Nerven. Gleich vier Fehler leistete sich der Ex-Weltmeister und musste einmal in die Strafrunde. Am Ende durfte er mit Philipp Horn, Johannes Kühn und Arnd Peiffer aber trotzdem über einen guten dritten Platz beim Heim-Weltcup in Oberhof jubeln. "Ich habe natürlich gehofft, dass er die Strafrunde vermeiden kann", sagte Sprint-Olympiasieger Peiffer, der im Zielbereich mitgezittert hatte, meinte aber: "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen."

Bei einem fehlerfreien letzten Schießen von Schlussläufer Doll hätte dem deutschen Quartett der erste Sieg seit rund drei Jahren gewinkt, so jubelten zum dritten Mal in dieser Saison die Norweger vor Frankreich. In derselben Formation hatten sich die DSV-Männer schon Mitte Dezember in Hochfilzen nur den Norwegern um zwei Sekunden geschlagen geben müssen.

Hatten Regen und Nebel an den Vortagen noch das Bild bestimmt, zeigte sich in Oberhof am Samstag sogar die Sonne - doch Wind bereitete den Athleten diesmal Schwierigkeiten. "Im stehenden Anschlag war es extrem schwer, da haben alle rumgeeiert", sagte Peiffer. Neben Doll musste auch Kühn, der am Vortag noch als Dritter im Sprint geglänzt hatte, eine Strafrunde drehen.

Glückliche Gesichter hatte es zuvor auch bei den DSV-Frauen gegeben - zwar verpassten Vanessa Hinz, Debütantin Janina Hettich, Maren Hammerschmidt und Denise Herrmann das angestrebte Podest als Vierte, doch immerhin zeigte die Formkurve im ersten Staffel-Rennen nach dem historisch schlechten zwölften Platz von Hochfilzen wieder steil nach oben.

"Mit dem vierten Platz können wir auf jeden Fall zufrieden sein. Es gibt natürlich immer Luft nach oben, aber dafür haben wir ja noch ein paar Möglichkeiten", sagte Verfolgungs-Weltmeisterin Herrmann, betonte aber auch: "Wir wollen natürlich auch mal wieder ganz nach oben oder aufs Treppchen springen."

Auf diesem Platz ganz oben hat sich auch bei den Frauen Norwegen eingenistet, vor Schweden und Frankreich feierten die Skandinavierinnen wie auch ihre männlichen Teamkollegen den dritten Sieg im dritten Saisonrennen.

Lob gab es im deutschen Lager vor allem für Hettich, die mit nur zwei Nachladern ein gutes Staffel-Debüt ablieferte. "Sie hat ein mega Ding gemacht", adelte Herrmann ihre Teamkollegin, Hettich selbst erzählte: "Ich war schon echt nervös, ich war froh, dass ich so cool bleiben konnte."

Am Sonntag bilden die Massenstarts (ab 12:45 Uhr) den Abschluss des Weltcups in Oberhof, die zuletzt gesundheitlich angeschlagene Franziska Preuß wird auch dort auf einen Start verzichten. Schon am Mittwoch geht es mit den Heimrennen in Ruhpolding mit dem Sprint der Frauen weiter.

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Oberhof 2019/2020

1NorwegenNorwegen1:19:32.30h
2FrankreichFrankreich+4.40s
3DeutschlandDeutschland+48.20s
4RusslandRussland+1:09.00m
5BelarusBelarus+1:54.00m
6SlowenienSlowenien+2:43.70m
7SchweizSchweiz+2:56.10m
8TschechienTschechien+3:07.60m
9ÖsterreichÖsterreich+3:24.80m
10UkraineUkraine+3:31.10m
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