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"DJ Lindvik" will kein One Hit Wonder sein

10.01.2020 11:51
Marius Lindvik will auch nach der Tournee weiter für Furore sorgen
© Eibner-Pressefoto /EXPA/Angerer via www.imago-imag
Marius Lindvik will auch nach der Tournee weiter für Furore sorgen

Marius Lindvik gilt seit seinen Siegen bei der Vierschanzentournee als kommender Skisprung-Star. Dabei hätte der Norweger auch DJ werden können.

Ein paar Jahre ist es her, da stand Marius Lindvik vor der Entscheidung seines Lebens: Soll er der bekannteste DJ der Welt werden wie sein Vorbild Avicii? Oder doch der beste Skispringer der Welt? Norwegens Doppelt-Hochbegabter setzte alles auf die Schanzenkarte. Mit seinen Siegen in Garmisch und Innsbruck bei der Vierschanzentournee ist der Senkrechtstarter seinem Ziel sehr nahe gekommen. Von nun an muss Lindvik der Welt beweisen, kein One Hit Wonder zu sein.

"Ich habe einfach probiert, fokussiert zu bleiben und mein normales Zeug zu machen. Das funktioniert in der Regel", sagte Lindvik während der Tournee über sein Erfolgsgeheimnis. Sich auf eine Sache zu konzentrieren, den Rest weitgehend auszublenden - das machte den 21-Jährigen auf dem Weg an die Weltspitze stark, das half ihm auch auf seinem Karriereweg.

"Ich habe selten einen erlebt, der so in der Sache drin ist"

"Ich habe irgendwann erkannt, dass es nicht mit dem Leistungsport vereinbar ist, sich als DJ die Nächte um die Ohren zu hauen", sagte Lindvik, der als Teenager im bekannten Club Martins in Lilleström auflegte, teils den Anheizer für Top-DJs gab. Nun zieht er mit dem Weltcup-Zirkus durch die Länder, an diesem Wochenende will er den Tournee-Schwung mit nach Val di Fiemme nehmen.

Vielleicht hätte es Lindvik auch im DJ-Business weit gebracht, hätte in die Fußstapfen des von ihm verehrten, vor zwei Jahren viel zu jung gestorbenen Schweden Avicii treten können. Doch heute versorgt er nur noch seine norwegischen Teamkollegen mit den neuesten Beats, komponiert in freien Stunden frische Songs. Ansonsten gibt es beim stillen Superflieger wenig abseits des Skispringens.

"Er ist ein extrem fokussierter Athlet. Ich habe selten einen erlebt, der so in der Sache drin ist", sagte sein österreichischer Coach Alexander Stöckl über Lindvik, den Norwegens Skisprung-Chef Clas Brede Brathen einst bei einer seiner Sichtungstouren durchs Land entdeckte. "Ich habe als erstes gedacht, jetzt haben wir unseren Gregor Schlierenzauer gefunden", erinnerte sich Braathen.

"Jetzt hat er den letzten Schritt gemacht"

Lindvik schoss freilich nicht wie Österreichs Weltcup-Rekordsieger schon als Teenager durch die Decke, sondern entwickelte sich stetig. "Es waren keine Riesenschritte, aber er ist immer stabiler geworden", sagte Stöckl über den Junioren-Weltmeister von 2018, der gerade seine erste komplette Weltcup-Saison bestreitet und Mitte Dezember als Dritter in Klingenthal erstmals auf dem Podest landete: "Jetzt hat er den letzten Schritt gemacht."

Der immens relaxte Lindvik, dem seine ausgiebige (Tag- und) Nachtruhe den Spitznamen "Der Schläfer" eingebracht hat, steht längst nicht am Ende seiner Entwicklung. Wie zuletzt der Österreicher Thomas Diethart 2013/14 feierte Lindvik seine ersten beiden Weltcupsiege bei der Tournee. Dass aber "DJ Marius" ein One Hit Wonder bleibt, ist fast ausgeschlossen.

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