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Kastening belohnt sich bei verrücktem EM-Debüt

10.01.2020 11:34
Timo Kastening erzielte vier Treffer beim EM-Auftakt
© Revierfoto via www.imago-images.de
Timo Kastening erzielte vier Treffer beim EM-Auftakt

Timo Kastening erlebte gegen die Niederlande ein verrücktes EM-Debüt. Der Rechtsaußen überzeugte sportlich, zum großen Gesprächsthema wurde er aber durch einen Fauxpas des Bundestrainers.

Timo Kastening grinste. Sein gelungenes EM-Debüt sorgte beim Rechtsaußen der deutschen Handballer für ziemlich gute Laune, in den Fokus rückte er nach dem erfolgreichen Turnier-Auftakt gegen die Niederlande (34:23) aber vor allem durch einen Fauxpas des Bundestrainers.

"Das war relativ witzig", sagte Kastening. Den offensichtlichen Blackout von Christian Prokop nahm er mit Humor. "Vielleicht bin ich ein bisschen zu klein, sodass er mich nicht sieht. In der Regel kennt Christian meinen Namen", sagte der 24-Jährige zu der kuriosen Szene in der zweiten Halbzeit, die für viele Lacher und reichlich Gesprächsstoff sorgte.

Prokop hatte Kastening in einer Auszeit kurz vor dem Ende vor laufenden Kameras nach dessen Namen gefragt ("Wie heißt du?"). "Timo!", antwortete der Spieler verdutzt. Später in den Katakomben musste der Coach selbst schmunzeln, als er auf das Thema angesprochen wurde.

Hannover-Burgdorf nimmt Prokop auf's Korn

"Ist doch ganz klar, dass es ein Spaß war", sagte Prokop und bezeichnete seine Ansprache als "ein bisschen trantütig. Natürlich kenne ich den Namen von Timo. Ich wollte einen lockeren Spruch machen, einfach ein bisschen Auflockerung reinbringen." Das ist ihm definitiv gelungen, die Szene wurde im Internet zum absoluten Renner.

Kastenings Heimatverein, die TSV Hannover-Burgdorf, reagierte mit einem Scherz auf den kurzzeitigen Auszeit-Aussetzer. "Wir hätten da eine Idee für die neuen Trikots", schrieb der Bundesligaklub und postete via Instagram eine Fotomontage von Kastening im Deutschland-Trikot mit dem Schriftzug "Timo" auf der Brust.

Auch Kastening selbst parierte die Fragen zu dem Thema locker. Böse sei er dem Bundestrainer nicht, nachtragend schon gar nicht. Er habe in Hannover schließlich einen spanischen Trainer, "der sucht auch häufig meinen Namen. Das bin ich gewohnt."

Kastening spricht von "besonderem Gefühl"

Ähnlich souverän hatte sich Turnier-Neuling Kastening zuvor auf dem Feld gezeigt. Mit vier Treffern in 32 Minuten Spielzeit rechtfertigte er das Vertrauen von Prokop. Immerhin gehörte der pfeilschnelle Kastening (8 Länderspiele, 22 Tore) vor dem Turnier noch zu den Wackelkandidaten und hatte für einige überraschend den Vorzug gegenüber Nationalmannschafts-Dauerbrenner Patrick Groetzki erhalten.

"Es war ein absolut besonderes Gefühl. Darauf habe ich immer hingearbeitet, eine Europameisterschaft spielen zu dürfen", sagte Kastening, berichtete von einem "Klassetag" und nahm voller Vorfreude den nächsten Gegner ins Visier. Das deutsche Team benötige gegen Titelverteidiger Spanien am Samstag (18:15 Uhr) "eine Weltklasseleistung, um zu gewinnen. Die haben ein Top-Team mit einem Weltklasse-Torwart."

Und Deutschland hat einen Rechtsaußen, der mit Vornamen Timo heißt.

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