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BVB, FC Bayern, FC Barcelona oder doch RB Leipzig?

Wer hat die besten Chancen im Poker um Lukas Klostermann?

09.01.2020 14:14
Lukas Klostermann von RB Leipzig wird vom BVB, dem FC Bayern und dem FC Barcelona umworben
© Kristian Kane
Lukas Klostermann von RB Leipzig wird vom BVB, dem FC Bayern und dem FC Barcelona umworben

Lukas Klostermann ist durch seine starken Leistungen bei RB Leipzig zu einer heiß gehandelten Aktie auf dem europäischen Transfermarkt geworden. Neben Borussia Dortmund und dem FC Bayern München soll sich auch der FC Barcelona um den flexibel einsetzbaren Außenverteidiger bemühen.

sport.de analysiert, welcher Klub die besten Aussichten auf eine Verpflichtung hat und wie die Chancen auf einen Verbleib in Leipzig stehen.

Poker um Lukas Klostermann: Was spricht für RB Leipzig?

Klostermanns Vertrag bei RB läuft noch bis 2021. Stand jetzt hätten die Sachsen also nur noch im kommenden Sommer Gelegenheit, eine Ablösesumme für den 2014 zum Schnäppchenpreis von einer Million Euro vom VfL Bochum verpflichteten Abwehrmann zu generieren.

Leipzigs Bemühungen, das Arbeitspapier von Klostermann möglichst langfristig zu verlängern, laufen seit Monaten ins Leere. Eine Einigung sei "nicht in Sicht", vermeldete "Bild".

RB-Sportdirektor Markus Krösche glaubt dennoch weiter an einen Verbleib des Silbermedaillengewinners von Rio. "Wir sind in intensiven und guten Gesprächen. Man wird sehen, ob wir uns einigen können. Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass wir eine Lösung hinkriegen werden", sagte der 39-Jährige Anfang der Woche in einem Mediengespräch.

Krösche und Co. haben im Werben um Klostermann eigentlich gute Argumente auf ihrer Seite. Der 23-Jährige ist bei den Roten Bullen gesetzt, könnte sich in seinem gewohnten Umfeld weiterentwickeln. Trainer Julian Nagelsmann gilt als herausragender Spielerverbesserer. Zudem ist Leipzig dank des versierten Einsatzes der Red-Bull-Millionen längst ein Titelanwärter.

Klar ist allerdings auch: Will Klostermann den nächsten Schritt in seiner Karriere machen, muss er der Komfortzone RB den Rücken kehren.

Poker um Lukas Klostermann: Was spricht für den BVB?

Der BVB hat den Leipzigern in Sachen Standing und finanzielle Schlagkraft (zumindest noch) einiges voraus.

Die Aussicht, jedes zweite Wochenende vor mehr als 80.000 Zuschauern im Signal Iduna Park aufzulaufen, überzeugte zuletzt (neben anderen Argumenten) auch den von halb Europa umworbenen Erling Haaland von einem Wechsel nach Dortmund. Gehaltstechnisch können die Schwarz-Gelben ebenfalls mehr in die Vollen gehen als RB.

Bedarf auf Klostermanns Position hat Dortmund: Mit Lukasz Piszczek (Vertragsende) und Achraf Hakimi (Rückkehr nach Leihe zu Real Madrid) verliert der BVB Stand jetzt zum Ende der Saison zwei Rechtsverteidiger. Der 19-jährige Mateu Morey, vor der Saison vom FC Barcelona verpflichtet, hat bisher noch keine einzige Pflichtspielminute für die Profis absolviert.

Mit seinem Profil, schnell, rechts und links einsetzbar, offensiv stark, würde Klostermann dem BVB gut zu Gesicht stehen.

Zudem wäre ein Wechsel ins Ruhrgebiet für den 1,89-Meter-Mann eine Rückkehr zu seinen Wurzeln: Klostermanns Heimatstadt Herdecke liegt nur rund 15 Kilometer entfernt von Dortmund. In einem "WAZ"-Interview gab Klostermann im Sommer zu, in seiner Kindheit "BVB-Sympathisant" gewesen zu sein.

Poker um Lukas Klostermann: Was spricht für den FC Bayern?

"Intensiv" soll der Rekordmeister Klostermann beobachten, schrieb zuletzt "Bild". Im Sommer könne "das Thema heiß werden".

Fest steht: Der FC Bayern ist bereits für die aktuelle Transferperiode händeringend auf der Suche nach einem neuen Spieler für die rechte Abwehrseite. Joshua Kimmich hat inzwischen im zentralen defensiven Mittelfeld ein neues Betätigungsfeld gefunden. Neuzugang Benjamin Pavard wird als zusätzliche Variante in der Innenverteidigung benötigt.

"Ein Rechtsverteidiger ist wichtig. Das würde uns mehr Optionen bieten", formulierte Trainer Hansi Flick zum Auftakt des Trainingslagers in Katar eine unmissverständliche Transfer-Forderung an die Vereinsführung.

Wechselt Lukas Klostermann im Sommer zum FC Bayern?
Wechselt Lukas Klostermann im Sommer zum FC Bayern?

Sollte Klostermann tatsächlich die bevorzugte Langzeitlösung der Münchner sein, wäre zunächst ein Übergangsmodell denkbar.

Das kolportierte Szenario: Für die Rückrunde verpflichtet der Tabellendritte der Bundesliga einen Spieler bis Saisonende auf Leihbasis. Der Portugiese Joao Cancelo von Manchester City könnte ein Kandidat sein. Im Sommer kommt dann Klostermann.

Mit einer Verpflichtung des Noch-Leipzigers würde der FC Bayern nicht nur seinem eigenen Kader neue Qualität hinzufügen, sondern auch einen direkten Konkurrenten schwächen - in der Vergangenheit eine bevorzugte Taktik der Münchner.

Poker um Lukas Klostermann: Was spricht für den FC Barcelona?

Klostermanns guter Ruf soll sich auch bis nach Spanien herumgesprochen haben. Nach Informationen von "Sky" will Barca den 14-fachen deutschen Nationalspieler "unbedingt" verpflichten.

Hintergrund: Mit Nelson Semedo verfügen die Katalanen zwar über einen Rechtsverteidiger von internationaler Klasse. Das Potenzial, beim 26-maligen spanischen Meister eine Ära zu prägen wie vor ihm Dani Alves, sehen die Verantwortlichen beim Portugiesen aber angeblich nicht.

Da Joshua Kimmich, der seit Jahren als ein Wunschspieler der Barca-Verantwortlichen gilt, nicht zu bekommen sei, rücke Klostermann in den Fokus, heißt es.

Allerdings scheint es äußerst fraglich, ob der umworbene Profi wirklich bereits in diesem Sommer den Schritt ins Ausland wagt - und dann auch noch ins Haifischbecken Barcelona.

Tobias Knoop

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