Anzeige

Seider und Co. kämpfen bei U20-WM "ums Überleben"

23.12.2019 13:07
Moritz Seider und die deutsche U20 haben eine schwere WM-Gruppe erwischt
© Martin Rose, getty
Moritz Seider und die deutsche U20 haben eine schwere WM-Gruppe erwischt

Die eigene Qualität ist groß, die der Gegner aber auch: Nach dem Aufstieg in die Eishockey-Weltelite geht es für die talentierte U20-Nationalmannschaft bei der WM zunächst nur um den Klassenerhalt.

Der Kader ist so gut besetzt wie wohl noch nie - und doch ist für den deutschen Eishockey-Nachwuchs bei der U20-WM der angestrebte Klassenerhalt alles andere als ein Selbstläufer. Die hochkarätig besetzte Vorrundengruppe mit den USA, Gastgeber Tschechien, Kanada und Russland ist für die hoffnungsvolle DEB-Auswahl um Ausnahmetalent Moritz Seider eine große Herausforderung.

"Wir haben einen sehr guten Kader mit wirklich exzellenten Einzelspielern. Aber in dieser schweren Gruppe geht es nur ums Überleben", sagte DEB-Präsident Franz Reindl dem "SID": "Ich hoffe, dass die Mannschaft zeigen kann, wozu sie in der Lage ist und wie viel Qualität in ihr steckt. Dann kann sie vielleicht auch ein oder zwei Überraschungen schaffen."

Nach vier Jahren kehren die U20-Junioren in die A-Gruppe zurück, ein direkter Abstieg wäre ein herber Rückschlag für die intensiven Bemühungen des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) im Nachwuchsbereich. Doch selbst bei einem letzten Platz in der Vorrunde könnte das DEB-Team im Relegations-Duell (Best of three) gegen das Schlusslicht der Gruppe A den Klassenerhalt perfekt machen.

Nicht wenige Experten trauen dem Team von Chefcoach Tobias Abstreiter, der von Bundestrainer Toni Söderholm assistiert wird, schon jetzt mehr zu. AHL-Profi Seider, Tim Stützle (Adler Mannheim), John-Jason Peterka (Red Bull München), Lukas Reichel (Eisbären Berlin), Dominik Bokk (Rögle BK) - sie alle gelten auch im internationalen Vergleich als Top-Talente. "Diese großartige Mannschaft hat die Perspektive für die nächsten Generationen geschaffen, ganz oben mitspielen zu können", schwärmt Reindl.

Seider bei U20-WM im Fokus

Vor allem Seider dürfte auf dem Eis in Ostrava die Blicke auf sich ziehen. Der 18-Jährige, der nach seinem Wechsel von Adler Mannheim zu den Detroit Red Wings inzwischen für das Farmteam des NHL-Klubs aufläuft, gilt in Übersee als größtes deutsches Eishockey-Talent seit Leon Draisaitl. Spätestens nach seinen famosen Auftritten bei der WM in der Slowakei, als Seider zwei Treffer erzielte und selbst gestandenen Haudegen scheinbar mühelos den Puck ablief, rissen sich die Klubs um ihn.

Das Rennen beim diesjährigen NHL-Draft machten die Red Wings, sie zogen Seider überraschend bereits an Nummer sechs - und lassen ihn nun bei der U20-WM starten. Man sei "überzeugt davon, dass für Moritz die WM ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt seiner Karriere sein wird", sagte Steve Yzerman, General Manager der Red Wings.

Doch auch die anderen deutschen Nachwuchsspieler wollen sich bestmöglich präsentieren. Der 17-jährige Peterka zum Beispiel sorgt zwar in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) für Furore, doch das allein reicht den NHL-Scouts nicht. "Sie sagen: Es ist gut, was er zeigt, doch noch wichtiger ist die WM, wo sie ihn im Vergleich mit den besten jungen Kanadiern, Amerikanern, Russen, Tschechen, Schweden, Finnen sehen", sagte Münchens Manager Christian Winkler dem Münchner Merkur. Auch Reindl nennt die U20-WM einen "großen Showcase".

Doch über allen individuellen Interessen steht das Hauptziel Klassenerhalt. Schon im ersten Gruppenspiel am Freitag gegen die USA müssen Seider und Co. bis an die Grenzen gehen. Dann ist aber vielleicht auch eine Überraschung möglich.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige