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"Operation Aderlass": Weitere deutsche Rad-Stars gedopt?

22.12.2019 18:07
Bei der «Operation Aderlass» soll bei 23 Sportlern Blutdoping nachgewiesen worden sein. Foto: Patrick Seeger/dpa
© Patrick Seeger
Bei der «Operation Aderlass» soll bei 23 Sportlern Blutdoping nachgewiesen worden sein. Foto: Patrick Seeger/dpa

Zwei weitere deutsche Radsportler gehören laut einem Bericht der "ARD" zum Blutdopingring um den Erfurter Sportarzt Mark S. und dessen Komplizen.

Es handele sich "um zwei deutsche Radprofis aus hochklassigen Pro-Tour-Teams. Sie haben auch an der Tour de France teilgenommen. Einer ist noch aktiv", teilte die ARD-Dopingredaktion mit.

Bislang war bei der "Operation Aderlass" von 23 Sportlern, denen Blutdoping nachgewiesen worden war, die Rede.

Bei den zwei weiteren Fällen beruft sich die "ARD" auf Oberstaatsanwalt Kai Gräber, der allerdings nicht die Sportart genannt habe.

Der ehemalige deutsche Sprintstar Danilo Hondo hatte bereits im Mai ein Doping-Geständnis abgelegt.

Gewerbsmäßige und teilweise bandenmäßige Dopingmethoden

Gräber hatte in der vergangenen Woche Anklage gegen den mutmaßlichen Drahtzieher Mark S. und vier Helfer erhoben.

Nun liegen die Unterlagen beim Landgericht München II, das über eine Eröffnung des Prozesses entscheiden müsse.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Erfurter Arzt und seinen Helfern unter anderen gewerbsmäßige und teilweise bandenmäßige Anwendung verbotener Dopingmethoden beziehungsweise Beihilfe dazu vor. Der Arzt sitzt in Bayern in Untersuchungshaft, ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Internationale Radsport-Stars involviert

In die Blutdopingaffäre waren zuvor schon einige Radprofis involviert. Unter anderem sind der frühere Sprintstar Alessandro Petacchi, die beiden Österreicher Stefan Denifl und Georg Preidler sowie der Kroate Kristijan Durasek bereits gesperrt worden.

Auslöser der staatsanwaltlichen Ermittlungen war der ARD-Film "Die Gier nach Gold".

Der ehemalige österreichische Skilangläufer Johannes Dürr hatte darin Blutdoping zugegeben und dadurch Razzien bei der Ski-WM in Seefeld und in Erfurt im Februar dieses Jahres ausgelöst.

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