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Severin Freund verpasst Vierschanzentournee

21.12.2019 12:05
Severin Freund verpasst die Vierschanzentournee
© Adam Pretty, getty
Severin Freund verpasst die Vierschanzentournee

An Weihnachten wird Severin Freund viel Zeit für Töchterchen Johanna und Frau Caren haben, endlich einmal. Schmecken dürfte dem ehemaligen Skisprung-Weltmeister die ungewohnte Ruhe unterm Tannenbaum aber eher nicht. Denn eigentlich hatte Freund gehofft, unmittelbar nach den Feiertagen bei der Vierschanzentournee sein Comeback zu geben. Dieser Plan hat sich seit dem Wochenende endgültig zerschlagen.

"Severin wird bei der Tournee sicher nicht starten. Er braucht noch Zeit, bis er ein gewisses Level hat", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher am Samstag bei der Tournee-Generalprobe in Engelberg. Damit setzt sich die Leidenszeit des 31-Jährigen fort. Zwei Kreuzbandrisse und ständige Rückenprobleme liegen hinter dem langjährigen deutschen Vorflieger. Seit der wenig glücklichen ersten Tournee-Hälfte 2018/19 hat er kein Weltcupspringen mehr absolviert.

"Man merkt, dass man nicht jünger wird und ab und zu ein Zwicken dazukommt", hatte Freund schon zu Saisonbeginn gesagt. Da hatte er noch auf die Tournee gehofft. Doch dann schmerzte wieder der Körper, zu viel Zeit ging verloren. "Severin hat wieder trainiert, wie ein Skispringer trainieren muss. Seine Rückenprobleme hat er im Griff. Der Plan ist, im Januar auf die Schanze zu gehen", sagte Horngacher.

"Ziel ist, dass ich im Saisonverlauf immer besser werde"

Gut möglich, dass Freund diese Saison im Weltcup gar nicht mehr auftaucht, der Umweg über den zweitklassigen Continental Cup wird auch einem ehemaligen Gewinner der großen Kristallkugel kaum erspart bleiben. Überstürzen muss es der Wahl-Münchner in einer Saison ohne Nordische Ski-WM oder Olympia ohnehin nicht. "Klares Ziel ist, dass ich im Saisonverlauf immer besser werde", sagte Freund, der schon die Heim-WM 2021 in Oberstdorf im Blick hat. Seine ersten Flugversuche hätten immerhin "schon relativ gut" funktioniert.

Die große Frage wird, ob Freund noch einmal an seine erfolgreichen Zeiten anknüpfen kann. So lange sind die noch gar nicht her: Den Winter 2015/2016 beendete er noch auf Rang zwei des Gesamtweltcups, doch im Januar 2017 folgte der erste Kreuzbandriss, ein halbes Jahr später der zweite. Ende 2018 gab er sein Comeback, schaffte den Anschluss aber nicht und beendete seine Saison vorzeitig.

So schnell aufgeben wird Severin Freund jedenfalls nicht. "Ich liebe das Skispringen noch immer. Es gibt mir so viel", sagte er im Herbst. Also wird er auch an Weihnachten zumindest still und heimlich längst sein Comeback im Hinterkopf haben, auch wenn er sich noch bis mindestens Januar gedulden muss. "Mal schauen, wie es ihm geht und wie weit er dann ist", sagte Horngacher.

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