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Glanzparaden retten Borussia Dortmund

"Wilder Ritt!" Der BVB zittert sich ins Achtelfinale

10.12.2019 23:02
Der BVB steht im Achtelfinale der Champions League
© Lars Baron, getty
Der BVB steht im Achtelfinale der Champions League

Magische Nächte, fürstliche Einnahmen: Borussia Dortmund bleibt mit viel Glück und freundlicher Unterstützung des FC Barcelona in der Königsklasse. Ein keinesfalls berauschendes 2:1 (1:1) gegen Slavia Prag im "Endspiel" reichte dem BVB am Dienstag zum Einzug ins Champions-League-Achtelfinale, weil parallel eine B-Mannschaft von Barca bei Inter Mailand unverhofft Schützenhilfe leistete.

Jadon Sancho (10.) traf zum Abschluss der Gruppenphase früh für die Dortmunder, bei denen sich grandioses Offensivspiel und erhebliche Wackeleien in der Defensive 90 Minuten lang munter abwechselten. Tomas Soucek (43.) überwand für den tschechischen Meister vor 65.079 Zuschauern den ansonsten herausragenden BVB-Schlussmann Roman Bürki, Nationalspieler Julian Brandt (61.) sicherte den Dortmunder Sieg. Julian Weigl (77.), den Trainer Lucien Favre als Ersatz für den verletzten Axel Witsel aufgestellt hatte, sah in der Schlussphase die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels.

"Heute hat viel funktioniert, am Ende wurde es durch die Gelb-Rote Karte knapp. Aber wir haben dagegen gehalten und alles reingeworfen. Wir wussten, dass wir unsere Hausaufgaben erledigen müssen", sagte Torschütze Brandt bei "DAZN". Der Sieg gebe dem BVB für die letzten Spiele des Jahres Kraft. Ex-Weltmeister Mats Hummels fügte hinzu: "Es war ein wilder Ritt gegen Slavia. Hut ab, was Prag in der Gruppe geleistet hat. Das Spiel kippte hin und her. Es war eine unheimlich intensive Partie."

Bei der Auslosung am Montag werden für den deutschen Vize-Meister die ganz großen Gegner im Topf sein: Der FC Liverpool, Barcelona, Paris Saint-Germain oder Manchester City.

Leitwolf Witsel fehlte dem BVB im zentralen Mittelfeld als Passmaschine schmerzlich. Der belgische Nationalspieler war in seinem Zuhause die Treppe herabgestürzt, er zertrümmerte sich dabei unter anderem das Nasenbein und musste umgehend operiert werden. Ersatzmann Weigl strahlte nicht annähernd die Stabilität Witsels aus. Mats Hummels, zuletzt gesperrt, war der Mittelpunkt der anfälligen Dreier-Abwehrkette.

BVB macht seine Hausaufgaben

Mit einem Auge schauten zumindest die BVB-Verantwortlichen auf Mailand. Nur ein Punktgewinn von Barcelona, das fast alle Superstars schonte, würde eine Chance auf das Achtelfinale eröffnen. Außerdem galt es, "die Hausaufgaben zu machen" (Sportdirektor Michael Zorc): alles auf Sieg, also. Sancho und Hummels vergaben die ersten Gelegenheiten (4./5.), Bürki musste allerdings gegen Peter Olayinka und Nicolae Stanciu auch Glanzparaden zeigen (8./20.).

Sanchos 1:0 nach einem Querpass von Marco Reus nährte die Hoffnung der Borussia, es zu schaffen. Der BVB blieb spielfreudig und offensiv, Pässe in die Tiefe stellten den tschechischen Meister immer wieder vor erhebliche Probleme. Reus hätte das 2:0 erzielen müssen (23.). Inter kassierte das 0:1, die Dortmunder waren virtuell weiter - doch ihre Abwehr wackelte sehr bedenklich.

Bürki hielt erneut gegen Lukas Masopust sensationell (33.), gegen Soucek war er dann machtlos. Fast zeitgleich machte Inter das 1:1 - zur Halbzeitpause war der BVB draußen. Umso wichtiger war es, zumindest das eigene Spiel zu gewinnen: Die Bemühungen wirkten jedoch fortan etwas ungelenk. Julian Brandt schoss über das Tor (52.).

Slavia, als Gruppenletzter bereits gescheitert, machte seine Sache weiterhin gut und ließ die Gastgeber immer spüren, dass es bei Kontern gefährlich ist. Daher warf der BVB auch nach einer Stunde noch nicht alles nach vorne, zu hoch war das Risiko, nach Ballverlusten kalt erwischt zu werden.

Aus der Kontrolle heraus jedoch tat sich die "Zockermannschaft" Dortmund schwer, viele Kombinationen begannen im Stand, die wenigen Gegenangriffe wurden nicht konsequent ausgespielt. Brandts 2:1 ins kurze Eck nach perfektem Steilpass Sanchos war eine Erlösung. Und wieder hieß es: Was macht Inter? Die Italiener trafen zweimal, aber beide Tore wurden wegen Abseitsstellungen aberkannt. Dann sorgte Barcas Supertalent Ansu Fati (87.) drei Minuten nach seiner Einwechslung mit seinem Treffer zum 2:1 für die Katalanen endgültig für Ekstase.

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