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Rekordmeister will in der CL zurück in die Erfolgsspur

Verlieren verboten für den FC Bayern

09.12.2019 12:45
Thomas Müller (l.), David Alaba und Co. verlieren die Tabellenspitze immer weiter aus den Augen
© Frederic Scheidemann, getty
Thomas Müller (l.), David Alaba und Co. verlieren die Tabellenspitze immer weiter aus den Augen

Beim FC Bayern München ist die Lage vor dem Gruppenfinale in der Champions League kritisch. Die vorweihnachtliche Botschaft lautet: Verlieren verboten!

Bei der Weihnachtsfeier in der schicken Säbener Lounge fand selbst Wüterich Joshua Kimmich an der Seite seiner Freundin Lina Meyer sein Lächeln kurz wieder. Für die schwer angeschlagenen Bayern-Stars war das Fest in der rot-weiß-rot leuchtenden Allianz Arena eine willkommene Ablenkung vom tristen Alltag.

Bei "weihnachtlicher Musik und gutem Essen" seien Manuel Neuer und Co. "auf andere Gedanken gekommen. Genau richtig, um den Kopf freizubekommen", teilte der Rekordmeister mit.

Doch die schönen Bilder vor Christbaum und Glitzerkulisse ändern an der brisanten Lage nichts. Vor dem sportlich bedeutungslosen Gruppenfinale in der Champions League am Mittwoch gegen Tottenham Hotspur ist der Rekordmeister zum Siegen verdammt, um nach zwei Bundesliga-Pleiten in Folge nicht noch tiefer in eine Winterkrise zu schlittern.

"Wir müssen in die Erfolgsspur zurück", forderte Sportdirektor Hasan Salihamidzic unmissverständlich. Vor allem in der Liga sind drei Siege vor der Winterpause gegen Werder Bremen, beim SC Freiburg und gegen den VfL Wolfsburg oberste Pflicht für den auf Rang sieben abgestürzten Titelverteidiger. Ansonsten, mutmaßte bereits Thomas Müller, "wird es schattig" - es droht Alarmstufe rot.

Dabei hatte es nach der Entlassung von Niko Kovac so ausgesehen, als würden die Münchner unter Hansi Flick in eine glorreiche Zukunft durchstarten. Der 54-Jährige wurde nach vier Siegen mit 16:0 Toren bereits irgendwo zwischen Wunderheiler und Lichtgestalt verortet. Jupp Heynckes lobte Flick in höchsten Tönen als "Juwel", das eine "Epoche prägen kann".

Kann Flick auch Krise?

Und jetzt? Noch ist nicht einmal sicher, ob Flick über Weihnachten hinaus weitermachen darf. Er habe im Moment "andere Dinge, um die ich mich kümmern muss", sagte er.

Die jüngsten Niederlagen gegen Leverkusen (1:2) und in Gladbach (1:2) stärkten jedoch nicht unbedingt die Position des Trainers. Der frühere Assistent von Bundestrainer Joachim Löw muss nun beweisen, dass er auch Krise kann.

Die freundlichen Gesichter bei der Weihnachtsfeier täuschten deshalb nur kurz über die schlechte Grundstimmung hinweg. Vor allem Kimmich hatte seinem Unmut vehement Luft gemacht und dabei auch seine Kollegen frontal angegriffen.

Erneut Meister zu werden sei diesmal "deutlich schwieriger. Wer das jetzt noch nicht begriffen hat, der ist komplett auf dem falschen Weg. Wer glaubt, dass es einfach wieder so wird wie letzte Saison, ist fehl am Platz", schimpfte der Nationalspieler.

Vor allem die mangelhafte Chancenverwertung und die fehlende Kaltschnäuzigkeit gibt Rätsel auf. Das sei eine Sache, so Flick, "die wir besser machen müssen".

Am besten schon gegen Tottenham, auch wenn es in der Partie gegen das Team von Jose Mourinho tabellarisch um nichts mehr geht. Die Bayern haben Platz eins in ihrer Gruppe B schon sicher, die Spurs gehen als Zweiter ins Achtelfinale.

Doch ein Erfolg würde den Münchnern nicht nur einen Königsklassen-Rekord bescheren - noch nie hat eine deutsche Mannschaft die Gruppenphase ohne Punktverlust überstanden -, er wäre auch für das Binnenklima sehr wichtig. Nicht, dass Joshua Kimmich wieder wütet.

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