Anzeige

Deutscher Rekordmeister nicht die einzige Enttäuschung

FC Bayern, City und Co.: Diese Top-Klubs kriseln aktuell

09.12.2019 13:55
Für SSC Neapel, Manchester City, FC Bayern und Atlético Madrid läuft es nicht rund
© unknown
Für SSC Neapel, Manchester City, FC Bayern und Atlético Madrid läuft es nicht rund

Vor dem letzten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase scheinen einige Top-Klubs mit den Gedanken woanders zu sein. Nicht nur der FC Bayern hinkt den Erwartungen auf nationaler Ebene derzeit deutlich hinterher. Vier prominente Sorgenkinder stechen hervor.

  • Manchester City | Premier League | Platz 3 | 32 Punkte | 44:19 Tore

Die himmelblaue Dominanz in der englischen Eliteliga gehört der Vergangenheit an. 14 (!) Zähler Rückstand auf den großen Rivalen FC Liverpool dürften kaum noch aufzuholen sein, auch die Überraschungsmannschaft Leicester City droht zu enteilen.

Ein Blick auf das Torverhältnis verrät, dass die Schützlinge von Pep Guardiola an guten Tagen immer noch erdrückenden Offensiv-Fußball spielen können. Nur stimmt die Balance im Team nicht mehr.

Zu oft versagt die Abwehr in dieser Saison, beim schmerzhaften 1:2 im Stadtderby gegen Manchester United verteidigten die Sky Blues naiv wie selten.

Umso erstaunlicher fiel Guardiolas Fazit aus: "Meine Spieler waren fantastisch, wir sind eine fantastische Mannschaft", schwärmte der 48-Jährige.

Zumindest in der Königsklasse läuft für City bislang alles nach Plan: Mit elf Punkten aus fünf Partien steht der Klub bereits als Sieger der Gruppe C fest.

  • Atlético Madrid | Primera División | Platz 7 | 26 Punkte | 16:10 Tore

Zugegeben - wer in einer Transferperiode gleich sechs langjährige Stützen (Antoine Griezmann, Lucas Hernández, Rodri, Diego Godín, Juanfran, Filipe Luís) verliert, der kommt um Schwankungen beim Neuaufbau kaum herum. Gemessen daran macht Atlético eigentlich einen soliden Job - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Zufriedenheit herrscht im Umfeld der Rojiblancos dennoch keineswegs. Viele Unentschieden, wenige Tore - vergnügungssteuerpflichtig sind Atlético-Spiele in dieser Saison wirklich nicht.

Nun galt Trainer Diego Simeone noch nie als Verfechter des Spektakel-Fußballs, Kontrolle und Stabilität stehen für den Argentinier grundsätzlich an erster Stelle. Nur ein eigener Treffer in den vergangenen vier Pflichtspielen sind jedoch selbst für Atlético-Verhältnisse arg spärlich.

Vor allem vom 126-Millionen-Euro-Neuzugang Joao Félix hatten sich die Verantwortlichen mehr erwartet als drei Tore in 15 Einsätzen. Der junge Portugiese scheint mit der enormen Erwartungshaltung in Madrid nicht zurechtzukommen.

So könnte es sogar in der Champions League für Atlético noch eng werden. Ein Sieg im Heimspiel gegen Lok Moskau ist Pflicht, andernfalls könnte Bayer Leverkusen die Spanier noch von Platz zwei verdrängen.

  • FC Bayern München | Bundesliga | Platz 7 | 24 Punkte | 35:20 Tore

Seit Hansi Flick beim deutschen Rekordmeister am Ruder ist, spielt die Mannschaft fraglos attraktiver. Doch was bringen Sturmläufe wie zuletzt gegen Leverkusen und Gladbach, wenn am Ende nichts Zählbares herausspringt?

Fakt ist: In der Bundesliga steht der FC Bayern so schlecht da wie lange nicht mehr. 20 Gegentore sind schlicht zu viel für einen Verein, der den Anspruch erhebt, zur Welt-Elite zu zählen.

Kovac-Nachfolger Flick ist dabei kaum ein Vorwurf zu machen. Für den teils dramatischen Chancenwucher seiner Spieler kann er nichts. Letztlich wird aber auch der frühere Assistent von Bundestrainer Joachim Löw an Ergebnissen gemessen - und die sind derzeit ziemlich durchwachsen.


Kommentar zum FC Bayern: Der Hype um Hansi Flick kam zu früh


Bei sieben Punkten Rückstand auf Tabellenführer Gladbach ist die Herbstmeisterschaft schon fast futsch. Nach der Winterpause muss eine Siegesserie her, ansonsten droht dem FC Bayern das erste schalenlose Jahr seit 2012.

  • SSC Neapel | Serie A | Platz 7 | 21 Punkte | 24:19 Tore

Wie man mit dem deutschen Branchenprimus Meister wird, weiß Carlo Ancelotti. 2017 hatte der Italiener die Münchner souverän zum Titel geführt, wenige Monate später allerdings seinen Job verloren.

Seit 2018 ist der 60-Jährige nun für den SSC Neapel verantwortlich. Zunächst schien alles zu passen: In seiner ersten Saison wurde Ancelotti mit den Partenopei Vize-Champion hinter Juventus Turin. Mittlerweile herrscht jedoch heilloses Chaos.

Sieben Spiele wartet Napoli jetzt schon auf einen Liga-Sieg (fünf Remis, zwei Niederlagen). Viel schlimmer als die sportliche Krise sind aber die Querelen im Hintergrund, wo sich einige Profis einen Machtkampf mit Präsident Aurelio De Laurentiis liefern.

Dieser hatte unlängst Gehaltskürzungen von insgesamt 2,5 Millionen Euro angedroht. Hintergrund war eine von den Spielern nicht befolgte Anweisung, unmittelbar nach dem 1:1 Anfang November in der Champions League gegen RB Salzburg in ein Straftrainingslager zu fahren.


Mehr dazu: Napoli-Boss will meuternden Spielern die Gehälter kürzen


Plötzlich steht der jahrelang so erfolgreiche Traditionsklub vor einem Scherbenhaufen - und Ancelotti angeblich vor dem Aus. Daran wird wohl auch das wahrscheinliche Weiterkommen in der Königsklasse nichts mehr ändern können.

Heiko Lütkehus

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Bundesliga Bundesliga
Anzeige
Anzeige