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Grande Nation fünfmal in den Top 10

DSV-Biathleten enttäuschen bei Frankreich-Festspielen

04.12.2019 18:13
Erik Lesser und Co. konnten die Erwartungen nicht erfüllen
© Alexander Hassenstein, getty
Erik Lesser und Co. konnten die Erwartungen nicht erfüllen

Die deutschen Biathleten haben beim Weltcup in Östersund über 20 km ein Debakel erlebt. Kein DSV-Starter kam unter die Top 15, Arnd Peiffer stürzte heftig.

Arnd Peiffer verletzte sich bei einem kapitalen Sturz, Benedikt Doll quälte sich mit letzter Kraft ins Ziel, Erik Lesser schoss gleich viermal daneben: Die deutschen Biathleten erlebten im Einzel über 20 km ein Rennen zum Vergessen. Während sich Martin Fourcade mit seinem 73. Weltcupsieg eindrucksvoll zurückmeldete, war Doll auf Rang 16 noch bester Läufer einer restlos enttäuschenden deutschen Mannschaft.

Immerhin konnte Katharina Blume, Ärztin des Deutschen Skiverbandes (DSV), nach Peiffers Schreckmoment leichte Entwarnung geben, nachdem dieser in seinem ersten Einsatz in diesem Winter bei einer Abfahrt im Wald von Östersund gelandet war. Der 32-Jährige habe zwar eine Platzwunde am Hinterkopf und Prellungen erlitten. Er sei aber "nicht bewusstlos" gewesen, aus medizinischer Sicht sei "alles im grünen Bereich", sagte Blume im "ZDF". Ob der Einzel-Weltmeister am Wochenende in der Staffel starten kann, ist fraglich.

"Das war das härteste Rennen"

Doll kam zwar ins Ziel, aber dies völlig am Ende. "Das war das härteste Rennen, das ich je hatte. Das war richtig tief. Ich bin richtig fertig", sagte der 29-Jährige.

Auf der weichen Loipe hatten die DSV-Starter aber nicht nur läuferisch ihre Probleme, auch am Schießstand haperte es gewaltig. Doll lag mit vier Schießfehlern 3:48,3 Minuten hinter Fourcade. Der 31-Jährige triumphierte mit einem Schießfehler in 53:11,9 Minuten vor seinen Landsleuten Simon Desthieux (1 Schießfehler/12,7 Sekunden zurück) und Quentin Fillot Maillet (3/1:50,8 Minuten). Fourcade hatte vor fast genau einem Jahr sein letztes Rennen gewonnen. Emilien Jacquelin (2/2:17,8) rundete als Vierter das Super-Ergebnis der Franzosen ab.

Von so einer Leistung waren die DSV-Biathleten meilenweit entfernt. Philipp Horn (3/4:49,8) kam als zweitbester deutscher Starter auf Platz 27. Johannes Kühn (5/6:02,7), der im Sprint am Wochenende als Sechster noch das beste deutsche Ergebnis geliefert hatte, als 41., Simon Schempp (6/6:50,6) als 53. und Lesser (4/8:48,2) als 72. lagen abgeschlagen zurück.

"Ich war grottenschlecht", so Lesser: "Mir ist der Puls explodiert, obwohl ich gar nicht schnell gelaufen bin. Das war ein brutaler Krampf.

Schempp ist  "überhaupt nicht zufrieden"

"Bei mir läuft nicht viel zusammen. Ich bin überhaupt nicht zufrieden", sagte ein frustrierter Schempp im "ZDF". Nach monatelanger Pause ist der 31-Jährige auf der Suche nach seiner Form - wie der Rest der deutschen Mannschaft.

Etwas anders stellt sich die Lage bei Peiffer dar. Der Routinier hatte auf den Sprint wegen der Folgen eines Magen-Darm-Infekts verzichtet müssen. Am Mittwoch feierte er sein Saisondebüt - und dann das. Nach gut zehn Kilometern stürzte der 32-Jährige, der Mitte März im Einzel in Östersund noch WM-Gold gewonnen hatte, nach zwei fehlerfreien Schießen in einer Kurve. Dabei brach auch der Schaft seiner Waffe.

Am Donnerstag (16:20 Uhr) gehen die Frauen um Denise Herrmann und Franziska Preuß im Einzel über 15 km an den Start. Vor allem Preuß hatte sich mit Rang vier im Sprint und dem zweiten Platz in der Single-Mixed-Staffel an der Seite von Lesser in guter Form präsentiert und Hoffnungen geweckt. Herrmann, die nach dem Rücktritt von Laura Dahlmeier die neue Frontfrau werden soll, war über 7,5 km Sechste geworden.

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