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Erinnerung an das, "was vor 5 Jahren bei Red Bull passierte"

Brawn spricht über Vettels Déjà-vu mit Leclerc

04.12.2019 09:17
Charles Leclerc vor Sebastian Vettel: Ross Brawn vergleicht 2019 mit 2014
© unknown
Charles Leclerc vor Sebastian Vettel: Ross Brawn vergleicht 2019 mit 2014

Dein Teamkollege ist dein erster Gegner. So lautet eine gängige Motorsport-"Weisheit". Doch im Fall von Sebastian Vettel und Ferrari trifft eben dieser Spruch vollumfänglich zu.

Erstmals in seiner Ferrari-Zeit seit 2015 hat Vettel mit Charles Leclerc einen Stallgefährten, der mindestens auf Augenhöhe zu ihm unterwegs ist. Und das sorgt vor der Saison 2020 für eine "interessante" Konstellation, sagt Formel-1-Sportchef Ross Brawn.

2019 habe gezeigt, "dass Charles alles mitbringt, um Sebastian Vettel als viermaligen Weltmeister unter Druck zu setzen", erklärt Brawn. "Seb muss sich an das erinnert fühlen, was vor fünf Jahren bei Red Bull passierte, als Daniel Ricciardo sein Teamkollege wurde. Damals suchte Sebastian sein Heil in einem Tapetenwechsel und ging zu Ferrari."

Die Niederlage im teaminternen Duell bei Red Bull, sie fiel 2014 allerdings auch deutlicher aus als 2019 gegen Leclerc. Denn vor fünf Jahren hatte Ricciardo mit 3:0 Siegen und 8:3 Podestplätzen klar besser abgeschnitten als Vettel, der im Vergleich zu Leclerc in diesem Jahr auf 1:2 Siege und 9:10 Podestplätze kam.

Brawn über Leclerc: "Sein Talent ist unbestritten"

Doch Brawn betont: Leclerc läuft sich gerade mal warm und sei in seiner erst zweiten Saison in der Formel 1 schon "das Positivste an der Ferrari-Leistung" in diesem Jahr gewesen. "Sein Talent ist unbestritten", meint Brawn und verweist auch auf Leclerc sieben Pole-Positions in 21 Rennen. Auch ein Grund, weshalb Brawn Leclerc für das nächste Jahrzehnt "Großes" in Aussicht stellt.

Allerdings müsse es Ferrari gelingen, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. "[Teamchef] Mattia [Binotto] muss seine Fahrer genau managen, um die Teaminteressen zu wahren", sagt Brawn. "Die größte Aufgabe aber wird sein, den Piloten ein Auto hinzustellen, das auf allen Strecken konkurrenzfähig ist."

"Außerdem", so Brawn weiter, "muss Ferrari die Zuverlässigkeit in den Griff kriegen. Dieses Jahr sind zu häufig Probleme aufgetreten." Prominentes Beispiel: Schon beim zweiten Rennen in Bahrain ging Leclerc der Motor (fast) ein. Hätte das Material gehalten, er hätte wohl gleich in seinem zweiten Ferrari-Grand-Prix gewonnen.

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