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Drei mögliche Aufstellungen im Check

Hummels gesperrt: Wie löst Favre das BVB-Abwehrpuzzle?

03.12.2019 18:23
Mats Hummels sah Gelb-Rot, Dan-Axel Zagadou dürfte ihn beim BVB vertreten
© unknown
Mats Hummels sah Gelb-Rot, Dan-Axel Zagadou dürfte ihn beim BVB vertreten

Vor dem kommenden Heimspiel des BVB gegen Fortuna Düsseldorf steht Coach Lucien Favre in der Defensive vor einem echten Personalpuzzle. Mats Hummels fehlt gesperrt, Julian Weigl ist noch angeschlagen, Manuel Akanji steckt in einer Formkrise und Dan-Axel Zagadou fehlt die Spielpraxis. Wie löst der Dortmunder Trainer den Defensiv-Engpass?

Gerade für Hummels war der letzte Bundesliga-Auftritt einer zum Vergessen. Erst musste sich der 30-Jährige nach schlechtem Stellungsspiel mit einem Trikotzupfer gegen Davie Selke helfen, später ließ er gegen den Hertha-Angreifer als (fast) letzter Mann das Bein stehen. Für beide Aktionen gab es die Gelbe Karte, in der Summe Gelb-Rot.

Gegen Düsseldorf muss Hummels auf der Tribüne zusehen, wie sich die womöglich neu formierte Defensive schlägt. sport.de beleuchtet drei mögliche Aufstellungs-Varianten des BVB.

Möglichkeit 1: Sicherheit im bewährten System

Lucien Favre ist ein klarer Verfechter des 4-2-3-1. Diese Formation steht in Dortmund für Sicherheit, Ruhe am Ball und ein Spiel mit Struktur. Ausnahmen gibt es nur selten, vor allem dann, wenn es die besondere Situation erfordert - wie zuletzt in Berlin, als Favre um seinen Job spielte.

Da sich die Gemütslage in Dortmund aber vorerst entspannt hat, könnte der Schweizer zu seiner altbewährten Formation zurückkehren. Hummels' Stammplatz in der Innenverteidigung nimmt dann Zagadou ein.

Der junge Franzose absolvierte in dieser Saison zwar erst zwei Spiele über 90 Minuten, wusste dabei aber zu überzeugen. Sein Startelf-Debüt in dieser Saison feierte Zagadou im DFB-Pokal gegen Gladbach an der Seite von Manuel Akanji, das Zusammenspiel der beiden funktionierte gut.

Gerade seine physische Stärke käme dem 20-Jährigen auch gegen giftige Düsseldorfer zugute. Ein erneuter Einsatz von Beginn an ist durchaus wahrscheinlich.


Mehr dazu: Noten zu Hertha BSC vs. BVB - Zagadou bester Dortmunder


Dortmund dürfte zudem noch die bittere 1:2-Pleite gegen die Fortuna aus der letzten Saison im Hinterkopf haben. Setzt Favre den Fokus zunächst auf defensive Stabilität, erhält Nico Schulz den Vorzug gegenüber Raphael Guerreiro.

4-2-3-1 mit Zagadou in der Innenverteidigung
4-2-3-1 mit Zagadou in der Innenverteidigung

Möglichkeit 2: Freiheiten für die Offensive

Möchte Favre zur Viererkette zurückkehren und sollte der zuletzt angeschlagene Julian Weigl auch gegen die Fortuna ausfallen, bietet sich dem BVB diese Variante.

Wie auch in der 4-2-3-1-Formation besteht die Innenverteidigung aus Akanji und Zagadou, der Hummels eins zu eins ersetzt. Axel Witsel agiert als alleiniger Sechser vor der Abwehrreihe. Diese Rolle nahm der Belgier bereits bei Favres erstem Bundesliga-Spiel mit dem BVB gegen RB Leipzig ein.

Im Heimspiel gegen kriselnde Düsseldorfer wird der BVB das Spiel aller Voraussicht nach bestimmen. Es kommt vor allem darauf an, gegen eine kompakte Defensive genug Lösungen zu finden. Das ist mit einem zusätzlichen Spieler in der vorderen Reihe besser möglich.

In diesem Fall rückt Mario Götze in die Startelf. Alternativ spielt Paco Alcácer als Mittelstürmer, den Spanier plagen aber nach wie vor Knieprobleme und ein Infekt.

Das Problem: Mit einem Abräumer weniger sind die Schwarz-Gelben (noch) anfälliger bei schnellen Gegenangriffen. Die neu formierte Viererkette wird also mehr gefordert.

4-1-4-1 ohne Weigl
4-1-4-1 ohne Weigl

Möglichkeit 3: Never change a winning system

Am Wochenende experimentierte Favre beim 2:1-Sieg in Berlin mit einer Dreierkette. Schon in der vergangenen Woche hatte der BVB-Coach beim FC Barcelona in der Schlussviertelstunde auf diese mutigere Variante umgestellt.

Die 3-4-3-Formation birgt für die aktuelle BVB-Mannschaft ein enormes Potenzial. Julian Brandt fühlte sich gegen Hertha auf der Achterposition im Mittelfeld sichtlich wohler als auf dem Flügel oder als Neuner. Dank mehr Ballaktionen stellte der Neuzugang seine hervorragende Spielintelligenz unter Beweis.

Die beiden Außenbahnspieler Hakimi und Guerreiro können ihren Offensivdrang ausleben, ohne Gefahr zu laufen, in der Defensive zu fehlen. Denn Düsseldorf spielte zuletzt mit einer Doppelspitze und hätte gegen eine Dreierkette des BVB Unterzahl.

Hauptvoraussetzung dafür ist, dass Julian Weigl seine muskulären Beschwerden auskuriert und als zentraler Verteidiger aufläuft. Sollte das der Fall sein, ist diese Power-Variante am wahrscheinlichsten.

3-4-3 mit Brandt als Achter
3-4-3 mit Brandt als Achter

Die Vergangenheit hat allerdings gezeigt, dass Favre immer für eine Überraschung gut ist. Womöglich wartet der Taktikfuchs am Wochenende mit der nächsten auf.

Tom Kühner

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