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Vor dem vorerst letzten Formel-1-Rennen

"Au revoir, Nico": Renault verabschiedet Hülkenberg

01.12.2019 11:25
Nico Hülkenberg verabschiedet sich in Abu Dhabi aus der Formel 1
© unknown
Nico Hülkenberg verabschiedet sich in Abu Dhabi aus der Formel 1

Nico Hülkenberg fährt am Sonntag in Abu Dhabi sein voraussichtlich letztes Formel-1-Rennen. Der Emmericher wird sich nach 176 Rennstarts verabschieden. 62 Einsätze wird er dann für das Werksteam von Renault absolviert haben. Der französische Rennstall hat sich dazu entschieden, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Vor seinem letzten Rennen zollen die Franzosen Hülkenberg Tribut.

"Au revoir" sagt das Team mit einer eigenen Pressemitteilung am Sonntagmorgen des Renntages. Die Bilanz der vergangenen drei Jahre fällt mehrheitlich positiv aus. Gelobt wird, dass Hülkenberg als "einer der stärksten Fahrer im Feld" 2017 ins Team kam.

Auch die kleinen Erfolge werden Hülkenberg angerechnet: "Bevor der Deutsche ins Team kam, wurde Renault Neunter in der ersten Saison mit acht Punkten. In seinem ersten Jahr mit dem Team haben wir siebenmal so viele Punkte erreicht. Nico hat 75 Prozent der 57 Zähler eingefahren und das Team auf den sechsten Platz der Konstrukteurs-Wertung gebracht."

Abiteboul: "Das war keine einfache Entscheidung"

2018 folgte sein bestes Jahr in der Königsklasse. Gemeinsam mit Carlos Sainz schaffte Renault den vierten Platz in der Team-Wertung. In der Fahrer-Weltmeisterschaft platzierte er sich auf Rang sieben, seinem besten Ergebnis.

Teamchef Cyril Abiteboul rechnet Hülkenberg all die Fortschritte des Teams hoch an: "Es ist klar, dass Nico ein instrumentaler Teil unserer Weiterentwicklung in der Formel 1 war. Wir haben einen Fahrer mit Erfahrung und Reife gebraucht, der uns hilft, die nächsten Schritte zu gehen."


Mehr dazu: Die Karriere eines Unvollendeten


Der Franzose habe genau das in Hülkenberg gefunden: "Wir hätten nicht mehr von ihm verlangen können." Weshalb muss er seinen Platz nach diesen drei Jahren also räumen? "Das war keine einfache Entscheidung", gibt Abiteboul zu.

Er weiß um die Qualitäten des Le-Mans-Siegers: "Er ist ein großartiger Fahrer, immer motiviert und bereit zu pushen, was uns angespornt hat", lobt er. Eine Erklärung, warum Hülkenberg gehen musste, bleibt er nach diesem Lobgesang schuldig.

"Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute und danken ihm für seinen großen Beitrag zum Team in den vergangenen drei Jahren." Auch Sportdirektor Alan Permane unterstreicht, wie essentiell Hülkenberg für den Rennstall war. "Er ist ein Fahrer, der seine Arbeit macht."

Besonders das Feedback des erfahrenen Piloten sei "außergewöhnlich", ganz ohne Emotionen sei er auch nach einem schlechten Rennen in der Lage, konstruktive Kritik zu üben. Das technische Verständnis gehört auch dazu. "Ich erinnere mich an Silverstone 2017, als er uns auf ein spezielles Fahrverhalten des R.S.17 aufmerksam gemacht hat."

"Breites Grinsen" & "guter Sinn für Humor"

Hülkenberg wollte mehr Geschwindigkeit in die Kurven mitnehmen und spürte, dass der Abtrieb just an jener Stelle nachließ, an der er ihn am meisten brauchte. "Wir haben einen neuen Unterboden entwickelt, der gerade rechtzeitig zum Großbritannien-Rennen fertiggestellt wurde."

Als es am Boxenfunk eine Zeit lang still war, wunderte sich Permane. "Nach einer Weile sprach er dann doch und meinte: 'Ich habe jetzt nichts gesagt, aber wenn du mein Gesicht sehen könntest, dann würdest du ein breites Grinsen sehen!'"

Besonders eng hat Hülkenberg mit Renningenieure Mark Slade gearbeitet. Der Brite habe festgestellt, dass Hülkenberg das Team 2017 mit seiner Ankunft auf ein neues Level gehoben habe. "Fast über Nacht waren wir wieder im Spiel und haben wieder wie ein großes Team operiert."

"Er ist intelligent, effizient und macht keinen Blödsinn, obwohl er einen sehr guten Sinn für Humor hat. Er ist entschlossen, seine Leistung abzuliefern und erstaunlich belastbar", stimmt auch Slade in die Lobeshymne mit ein. Trotz all dieser Eigenschaften konnte Hülkenberg kaum Erfolge in der Formel 1 feiern.

Er hält weiterhin den Rekord für die meisten Rennstarts ohne je auf dem Podium gestanden zu sein. "Wir hatten tolle Rennen gemeinsam, aber die Geschichtsbücher tragen dem nicht Rechnung. Es war eine Freude mit ihm zu arbeiten. Ich würde sagen, er gehört zu der obersten Klasse an Fahrern, mit denen ich gearbeitet habe."

Die Daten und Fakten zu Hülkenbergs Karriere auf einen Blick: 176 Rennstarts (inklusive Abu Dhabi), eine Pole-Position (Brasilien 2010), zwei schnellste Rennrunden (Singapur 2012, China 2016), vierter Platz als bestes Ergebnis (dreimal erreicht).

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