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Nach Brasilien-Kollision

Klärendes Telefonat zwischen Vettel und Leclerc

30.11.2019 13:54
Nach außen hin versuchen beide Fahrer die Situation zu beruhigen
© MST
Nach außen hin versuchen beide Fahrer die Situation zu beruhigen

Die Stallkollision zwischen den beiden Ferrari-Piloten Sebastian Vettel und Charles Leclerc beim Grand Prix von Brasilien hat viel Staub aufgewirbelt. Bei einem Meeting in Maranello hat man das Thema ausdiskutiert.

Was hinter verschlossenen Türen besprochen wurde, darüber äußern sich die beiden Fahrer, aber auch Teamchef Mattia Binotto, nur ausweichend. Vettel verrät aber, dass er und Leclerc schon vor dem Meeting miteinander telefoniert haben.

"Unterm Strich war es nicht gut, dass beide Autos das Rennen nicht beenden. Das geht auf unsere Kappe. Die Schuldfrage hin und her zu schieben bringt nicht viel", sagt Vettel am Abu-Dhabi-Wochenende. "Wichtig ist, dass wir zwei kein Problem miteinander haben. Wir haben auch direkt miteinander gesprochen und versucht, selber das Heft in die Hand zu nehmen und dem Team zu erklären, was aus unserer Sicht passiert ist."

"Wir haben direkt danach telefoniert und sind unsere Sicht noch einmal durchgegangen. Aber unterm Strich war uns auch klar, dass es in die Hose gegangen ist. Es war kein übler Rempler, sondern es war ein kleiner Kontakt. Man darf das auch nicht überbewerten. Aber wir beide haben daraus gelernt und schauen natürlich, dass sowas nicht mehr passiert, ganz klar."

Vettel betont: Kein Problem miteinander

Und wer hat zum Telefon gegriffen? Der ältere Vettel oder der jüngere Leclerc? "Ist ja egal, oder?", antwortet der Deutsche. "Wir hatten beide das gleiche Gefühl nach dem Rennen, waren beide nicht glücklich. Ist doch egal, wer letztendlich angerufen hat. Wichtig ist, dass wir kein Problem miteinander haben - und dass der andere dann auch das Telefon abgenommen hat!"

"Wir sind beide nicht glücklich darüber, dass wir das Rennen nicht beendet haben. Aber wir sind beide erwachsen. Wir haben miteinander gesprochen, wir haben mit Mattia gesprochen. Wir haben versucht, es so gut es geht gemeinsam durchzugehen und nach vorne zu schauen. Wir wollen sicherstellen, dass uns das nicht mehr passiert."

Wie geht man in Zukunft im Zweikampf miteinander um?

Im Laufe der ersten gemeinsamen Saison gab es zwischen Vettel und Leclerc schon mehrmals Situationen, über die anschließend diskutiert wurde. Brasilien war der erste Crash, durch den beide das Rennen nicht beenden konnten. Allerdings war es nur eine kleine Berührung mit extrem großen Auswirkungen. Die Frage ist, wie es in Zukunft weitergehen wird, wenn beide auf der Strecke gegeneinander kämpfen.

Einen Verhaltenscodex, wie es bei Mercedes in der Vergangenheit mit Lewis Hamilton und Nico Rosberg gegeben hat, hat man sich offenbar nicht ausgemacht. Binotto sagt nur: "Wichtiger ist, dass wir verstehen, was das Ganze ausgelöst hat. Nur so lässt sich ein Weg finden, sicherzustellen, dass so etwas in Zukunft nicht mehr passiert. Und das ist, was wir besprochen haben." Nähere Details verrät der Italiener nicht.

"Der Schlüssel für mich ist", sagt Vettel, "dass wir gut miteinander auskommen und kein Problem miteinander haben. Ich weiß, dass das von außen ein bisschen gehypt wird. Aber es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen, wenn man es von innen betrachtet. Die Botschaft ist klar: Wenn wir gegeneinander zweikämpfen, dann müssen wir einander mehr Platz lassen, damit wir uns nicht berühren. Es war nur eine sehr kleine Berührung, die die schlimmstmögliche Konsequenz hatte."

Laut dem Deutschen wurde der Crash in der Öffentlichkeit größer gemacht als es intern war. Vettel betont: "Der Respekt ist da, wir haben kein Problem miteinander. Es ist nicht so, dass der eine dem anderen böse ist." In der Weltmeisterschaft sind Leclerc und Vettel vor dem Finale in Abu Dhabi auf den Plätzen vier und fünf. Der Monegasse hat 19 Punkte Vorsprung. Theoretisch könnte Vettel seinen Teamkollegen noch überholen.

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