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Bundestrainer traut Jungfleisch und Onnen 2,00-m-Marke zu

28.11.2019 07:34
Marie-Laurence Jungfleisch will im Olympia-Jahr 2020 an ihre großen Erfolge anküpfen
© Maja Hitij, getty
Marie-Laurence Jungfleisch will im Olympia-Jahr 2020 an ihre großen Erfolge anküpfen

Die Wettkampfsaison 2019 ist Geschichte. Ein langes Jahr, ein spannendes Jahr Leichtathletik liegt hinter den Sportlern. Der Höhepunkt? Zweifelsohne die WM in Doha.

Doch auch in der Halle und bei den internationalen Nachwuchs-Meisterschaften machten die deutschen Athleten von sich reden. Der Hochsprung-Bundestrainer Tamas Kiss blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf das WM-Jahr 2019 im Damen-Hochsprung zurück. Die Vorbereitung auf die bevorstehende Olympia-Saison 2020 hat derweil längst begonnen. 

Tamas Kiss, wie fällt Ihre Bilanz für das WM-Jahr 2019 aus?

Tamas Kiss: Es war erfreulich, dass wir mit Imke Onnen und Christina Honsel zwei Athletinnen bei der WM am Start hatten. Imke hat dort sehr gut abgeschnitten, besonders in der Qualifikation hat sie eine tolle Leistung gezeigt. Für Christina war die Teilnahme ein Erfolg, sie ist kurzfristig eingeladen worden und konnte bei einer WM hineinschnuppern und für die Zukunft Erfahrungen sammeln. Negativ war natürlich, dass Marie-Laurence Jungfleisch ihre Teilnahme aufgrund einer Verletzung absagen musste. Sie war vorher sehr gut drauf, auch sie wäre eine Final-Kandidatin gewesen. Unter dem Strich kann man mit der Bilanz an der Spitze recht zufrieden sein.

Den weiteren U23-Athletinnen der Jahrgänge 1997 und 1998 hätte ich etwas mehr zugetraut, ich hatte gehofft, dass sie sich schneller bei den Aktiven durchsetzen können. Das hat aus unterschiedlichen Gründen nicht geklappt, einige haben aufgehört, die Leistung hat stagniert oder sich sogar zurück entwickelt. Ich werde sie dennoch nicht abschreiben, im Hochsprung ist das nicht ungewöhnlich und hängt auch immer eng mit der körperlichen Entwicklung zusammen.

Was war für Sie das ganz persönliche Highlight?

Da möchte ich zwei Dinge nennen: Zum einen die Leistung von Imke Onnen in der Hallensaison mit ihren 1,96 Meter bei der Hallen-DM, und auch die Stabilität auf hohem Niveau in den Freiluft-Wettkämpfen. Zum anderen die Steigerung von Christina Honsel, die sich schon im Winter mit 1,90 Meter angedeutet hat und die sie im Sommer mit 1,92 Meter und Silber bei der U23-EM fortsetzen konnte.

Worin sehen Sie die Aufgaben und Ziele für die kommende Saison mit den Olympischen Spielen in Tokio und der EM in Paris?

2020 ist ein sehr wichtiges Jahr für uns. Ich hoffe, der Aufstieg von Imke Onnen geht weiter und sie kann sich in Richtung 2,00 Meter entwickeln. Ähnliches erwarte ich von Marie-Laurence Jungfleisch, sobald sie wieder ganz gesund ist. Es wäre gigantisch, wenn wir bei den Olympischen Spielen mit drei Athletinnen dabei sein könnten, von denen mindestens zwei sich auch Final-Hoffnungen machen können. Von einer Medaille möchte ich noch gar nicht sprechen, aber wenn man möglichst lange mit einer weißen Weste mit dabei ist, dann ist vieles möglich.

Die hoffnungsvollen Nachwuchs-Athletinnen wollen wir weiter entwickeln. Hier denke ich zum Beispiel an Bianca Stichling, die sich in diesem Jahr unglücklich verletzt hat, aber sehr talentiert und zuverlässig ist. Oder an Lavinja Jürgens, die schon seit mehreren Jahren in den Nachwuchsklassen international erfolgreich mit dabei war. Sie rücken beide nächstes Jahr in die Aktivenklasse auf.

Das Gespräch führte Silke Bernhart

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Dieser Text wird mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Leichtathletik-Verbands zur Verfügung gestellt. Der DLV ist Medienpartner von sport.de.