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Grid-Strafe wäre eine Möglichkeit gewesen

Wer hatte Schuld? FIA positioniert sich nach Ferrari-Crash

19.11.2019 09:32
Sebastian Vettel und Charles Leclerc kollidierten in Brasilien
© Robert Cianflone, getty
Sebastian Vettel und Charles Leclerc kollidierten in Brasilien

Die Kollision der beiden Ferrari-Piloten beim Formel-1-Grand-Prix von Brasilien in Sao Paulo sorgt international für Schlagzeilen und in diversen Communitys für teilweise hitzige Diskussionen. Viele stellen sich die Frage: Wer war schuld am Doppel-Aus der Scuderia? Aber eine klare Antwort lieferte bisher noch keiner der Experten.

Nico Rosberg findet zwar, dass eher Sebastian Vettel als Charles Leclerc den Crash vermeiden hätte können; legt sich aber auch nicht hundertprozentig fest und bezeichnet die Schuldeinschätzung als "schwierig". Ferrari-Teamchef Mattia Binotto bezieht sowieso keine Position. Und auch die FIA-Rennkommissare sprachen keine Strafe aus, weil sie keinen klaren Schuldigen sehen.

Die Ansicht der Kommissare am Sonntag sei gewesen, dass keiner der beiden Fahrer eindeutig verantwortlich gewesen sei: "Beide hätten das besser lösen können. Das ist wahrscheinlich die beste Beschreibung, die man dazu abgeben kann", findet FIA-Rennleiter Michael Masi und ergänzt, dass die Grenze für das Aussprechen einer Strafe für einen Fahrer damit nicht überschritten war.

"Wenn es da einen Fall gegeben hätte, hätten die Kommissare ein Urteil gefällt"

Dass beide ausgeschieden sind und somit ohnehin bestraft waren, spielte für die Kommissare indes keine Rolle: "Man muss sich das alles davon losgelöst anschauen", erklärt Masi. "Wir hätten ja Möglichkeiten, zum Beispiel eine Grid-Strafe auszusprechen. Wenn es da einen Fall gegeben hätte, hätten die Kommissare ein Urteil gefällt."

Die beiden Ferrari-Piloten wurden zu den Kommissaren geladen und mussten nach dem Rennen dort vorsprechen. Was sie gesagt haben, ist insofern spannend, als sie in den TV-Interviews diplomatisch blieben und keine Schuldzuweisungen aussprachen. Aber auch Masi kann nicht von der Anhörung berichten: "Tut mir leid - ich war nicht dabei."

Was übrigens, falls sich der eine oder andere nun wundert, ganz normal ist. Masis Aufgabe als Rennleiter ist nicht, Strafen auszusprechen. Er leitet Fälle nur an die vier Kommissare weiter, die sich dann im Rahmen einer Untersuchung damit auseinandersetzen und ihr Urteil fällen. Unabhängig von der Rennleitung.

 

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