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Wie groß ist die Lücke beim Rekordmeister?

Hoeneß-Biograf warnt: "FC Bayern unterschätzt den Abgang"

16.11.2019 14:22
Uli Hoeneß ist nicht mehr Präsident des FC Bayern
© Alexander Hassenstein, getty
Uli Hoeneß ist nicht mehr Präsident des FC Bayern

Juan Moreno, Biograf von Uli Hoeneß, warnt den FC Bayern München nach dem Ausscheiden seines Ex-Präsidenten vor einem Identitätsverlust.

"Der FC Bayern ist ein Unternehmen mit mehr als Tausend Mitarbeitern, aber es gibt noch etwas Familiäres. Ich glaube aber, dass diese Besonderheit des FC Bayern nach Uli Hoeneß verblassen wird. Egal, wie gut der Klub aufgestellt ist, ich glaube, der FC Bayern unterschätzt den Abgang von Hoeneß noch", sagte der Journalist gegenüber "watson.de".

Für ihn müsse "das Bayern-Gen eigentlich Hoeneß-Gen heißen", erklärte Moreno. "Eine Kultur in einem Unternehmen definiert sich immer über die Spitze. Die Spitze muss all das sein, was die Organisation werden soll."

Hoeneß hatte sich auf der Jahreshauptversammlung des Rekordmeisters am Freitag wie angekündigt von seinen Ämtern als Klub-Präsident und Aufsichtsratschef zurückgezogen.

Er sei gespannt, ob die neue Führungsriege rund um Hoeneß' Nachfolger Herbert Hainer, den zukünftigen Sportvorstand Hasan Salihamidzic sowie Oliver Kahn, der 2021 das Erbe von Karl-Heinz Rummenigge als Vorstandschef antreten soll, den Abgang des langjährigen Machers auffangen könne, sagte Moreno. "Es bleibt die Frage, ob es da Reibungen gibt und das alles so hinhaut."

Uli Hoeneß "ein Typ, der sich nicht zurückhalten kann"

Moreno rechnet nicht damit, dass sich Hoeneß in Zukunft aus der Öffentlichkeit zurückzieht. "Derzeit hat man ja eher den gegenteiligen Eindruck: In dem Moment, in dem er sagt, dass er nicht mehr da ist, ist er so präsent wie lange nicht mehr. Er ist gerade überall und gibt viele Statements ab."

Hoeneß brauche "kein Amt, um Uli Hoeneß zu sein", der 67-Jährige sei "ein Typ, der sich nicht zurückhalten kann", so der Experte. "Hoeneß hätte sich schon siebenmal zurückziehen können, aber er hat es nie gemacht."

Hoeneß sei für den FC Bayern eine "Überfigur", ein "Pate", charakterisierte Moreno den Ex-Profi, der 1979 ins Management der Münchner gewechselt war. "Wer loyal ist, der gehört dazu. Wenn man seine Rolle akzeptiert, dann ist er auch loyal und tut alles, um dich zu schützen. Wenn man anzweifelt, dass er der Chef ist, hat man ein Problem." Hoeneß sei "viele Jahre verbissen ehrgeizig gewesen, manche würden sagen, er ist ein Narzisst", sagte Moreno.

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