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Hannover fiebert Handball-Showdown in Kiel entgegen

15.11.2019 13:09
Hannover-Burgdorf fährt selbstbewusst zum THW Kiel
© Martin Rose, getty
Hannover-Burgdorf fährt selbstbewusst zum THW Kiel

Ohne Druck, mit ganz viel Hunger: Überraschungs-Spitzenreiter TSV Hannover-Burgdorf fiebert dem Nordduell beim THW Kiel entgegen. Es ist das Aufeinandertreffen der beiden momentan besten Teams im deutschen Handball.

Ein Handball-Showdown in Kiel, eine Fernseh-Übertragung im Free-TV - und mittendrin die kleine TSV Hannover-Burgdorf. Als Sparringspartner für den Rekordmeister wollen die aufmüpfigen Niedersachsen am Sonntag (13:45 Uhr) aber keinesfalls herhalten. Beflügelt vom Zauber des Neuen peilt der Überraschungs-Tabellenführer auf großer Bühne seinen nächsten Coup an.

"Wir fahren nach Kiel, um dort zu gewinnen", sagte Hannovers Nationalspieler Fabian Böhm. Die Gedanken an den seit Wochen ausverkauften Kieler Handball-Tempel stacheln Hannover, das sich nun schon seit über zwei Monaten hartnäckig an der Spitze hält, nur noch mehr an. "Wir wissen, dass wir in der Sparkassen-Arena gewinnen können", sagte Böhm.

Der bisherige Saisonverlauf sorgt in der niedersächsischen Landeshauptstadt für Selbstvertrauen. Wurde das Team von Trainer Carlos Ortega zu Beginn der Saison aufgrund des günstigen Auftaktprogramms von vielen noch als vorübergehendes Phänomen in der Spitzengruppe abgetan, ist der Respekt inzwischen deutlich gewachsen. Siege in der Liga gegen den SC Magdeburg und die SG Flensburg-Handewitt sowie das Remis gegen die Rhein-Neckar Löwen haben in der Szene Aufsehen erregt.

Letzer Sieg gegen Kiel liegt über zwei Jahre zurück

"Es ist natürlich ein besonderes Gefühl, als Spitzenreiter nach Kiel zu fahren. Wir freuen uns auf das Topspiel", sagte Rückraumspieler Mait Patrail. Und Spielmacher Morten Olsen beteuerte: "Wir haben keinen Druck und nichts zu verlieren." Kiel (16:4 Punkte) und Hannover (20:4) haben als einzige Teams in der Liga lediglich vier Minuspunkte auf dem Konto.

Doch es ist nicht bloß der aktuelle Höhenflug, der bei den Recken die Hoffnung auf die nächste Überraschung nährt. In diesen Tagen kommen bei Böhm, Olsen und Patrail fast zwangsläufig die Erinnerungen hoch an den 7. September 2017, jenen Tag also, an dem Hannover mit einem 31:29-Erfolg erst- und bis dato letztmals beim Branchenprimus gewann.

"Wir haben damals viel richtig gemacht und uns wenig Fehler erlaubt", erinnert sich Rückraumschütze Patrail: "So müssen wir auch am Sonntag auftreten, wenn wir eine Chance haben wollen."

Topspiel sorgt für großes Medieninteresse

Wie ausgebufft der Tabellen-13. der Vorsaison auswärts momentan agieren kann, zeigte er vor allem bei seinem Gastspiel im Oktober in Flensburg. Durch den sensationellen 26:20-Kantersieg beim Meister im Pokal brachte Hannover der SG in der heimischen Flens-Arena die erste Niederlage auf nationaler Ebene seit fast einem Jahr bei.

Für zusätzliche Motivation sorgt aufseiten der Niedersachsen das große Medieninteresse. Neben den Live-Übertragungen von "Sky" und "NDR" werden am Sonntag die "ARD Sportschau" und "ZDF Sportreportage" aus Kiel berichten.

"Es freut uns, dass das Spiel entsprechend wahrgenommen wird und wir ein Teil davon sind", sagte Hannovers Sportchef Sven-Sören Christophersen. Sein Team, so viel steht fest, will die Sparkassen-Arena zu gern nicht nur als Tabellenführer betreten, sondern auch wieder verlassen.

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