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Abschaffung der Prothesenstaffel sorgt für Unmut

14.11.2019 11:22
Die Abschaffung der Prothesenstaffel bei der Para-WM wird in Deutschland kritisiert
© AFP/SID/BOB MARTIN FOR OIS/IOC
Die Abschaffung der Prothesenstaffel bei der Para-WM wird in Deutschland kritisiert

Die Abschaffung der Staffel bei den Prothesensprintern sorgt bei DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher für Unmut. "Das ist eine Selbstbeschneidung der Attraktivität. Wir wollen im Rahmen der Inklusion auf Augenhöhe mit den olympischen Athleten. Dann muss es auch gleiche Wettbewerbe geben. Das zeigt eine gewisse Realitätsferne", sagte Beucher, Chef des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), dem "SID".

Bei der Para-WM der Leichtathleten in Dubai wurde die klassische Prothesenstaffel durch eine Universalstaffel ersetzt, die am Donnerstag WM-Premiere feierte. "Die Tatsache, dass Sportler mit verschiedenen Handicaps zusammen eine Staffel bilden, hat etwas. Aber dafür einen Klassiker wegfallen zu lassen, dafür habe ich kein Verständnis", ergänzte Beucher.

Staffel-Paralympics-Sieger David Behre hatte die Entscheidung des Internationalen Verbandes IPC zuvor bereits als "ganz klare Fehlentscheidung" kritisiert. "Mit Leistungssport hat das nicht viel zu tun, das ist ein Rückschritt in Richtung Rehasport", sagte er dem "ZDF".

In der Universalstaffel treten zwei Männer und zwei Frauen mit unterschiedlicher Behinderung gemeinsam an. Es startet ein sehbehinderter Läufer, der übergibt auf einen Läufer, der eine Spastik hat. Danach kommt ein Prothesenläufer und den Abschluss macht ein Rollstuhlfahrer. Das werde das reinste "Kuddelmuddel", warnte Felix Streng, Dritter über 100 m.

Die deutsche Prothesenstaffel war in den vergangenen Jahren eines der Aushängeschilder des DBS. Das Team um Weitsprungstar Markus Rehm gewann bei den letzten vier Großereignissen jeweils den Titel.

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