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Sechstes WM-Gold: Rehm weiter in eigener Liga

13.11.2019 17:53
Gold für Markus Rehm im Weitsprung
© PIXATHLON/PIXATHLON/SID/
Gold für Markus Rehm im Weitsprung

Weitspringer Markus Rehm ist seinem Status als Vorzeigeathlet der deutschen Behindertensportler erneut gerecht geworden. Bei den Para-Weltmeisterschaften in Dubai siegte der 31-Jährige souverän, nur eine besondere Marke blieb ihm verwehrt.

Markus Rehm klatschte freudestrahlend in die Hände, verbeugte sich lachend vor dem Publikum und feierte mit der Deutschland-Fahne um die Schultern seinen fünften WM-Titel in Serie. Deutschlands Weitsprung-Star sprang bei der Para-WM der Leichtathleten erneut in seiner eigenen Liga und bescherte dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) souverän die sechste Goldmedaille der Titelkämpfe.

Der dreimalige Paralympics-Sieger gewann am Mittwoch mit 8,17 m den Wettkampf der Unterschenkelamputierten und ließ dabei der Konkurrenz einmal mehr kein Chance. Der Titelverteidiger verwies Dimitri Pavade (Frankreich/7,25) und den Südafrikaner Mpumelelo Mhlongo (7,07) deutlich auf die Plätze zwei und drei.

Der Leverkusener Felix Streng zog dagegen zum zweiten Mal bei der WM gegen Mhlongo knapp den Kürzeren. Bis zum letzten Versuch hatte Streng mit 7,06 auf dem dritten Platz gelegen, ehe er noch um einen Zentimeter verdrängt wurde. Im Finale über 100 m hatten er zeitgleich hinter dem Zweiten Mhlongo Platz drei belegt.

Dietz entschuldigt sich für Leistung

Medaillen alleine reichen Rehm allerdings längst nicht mehr. Er "wolle Grenzen" überwinden, erklärte der 31-Jährige zuletzt. Dieses i-Tüpfelchen verpasste er trotz einer starken Leistung knapp. Seinen eigenen Weltrekord von 8,48 m verfehlte er bei Gegenwind um 31 Zentimeter.

Der Prothesenspringer aus Leverkusen wurde von Beginn an seiner klaren Favoritenrolle gerecht. "Die Trümpfe müssen stechen", hatte Bundestrainerin Marion Peters vor der WM gesagt. Bereits nach den 7,87 m im ersten Versuch war klar, dass der deutsche Vorzeigeathlet dieser Forderung nachkommen würde, im fünften Durchgang sprang er letztlich seine Siegesweite. Der dreimalige Paralympics-Sieger zeigte eine beeindruckende Konstanz, jeder seiner vier gültigen Versuche hätte zum Titelgewinn gereicht.

Rehm wird diesmal aber anders als bei den letzten Titelkämpfen eine zweite Medaille verwehrt bleiben. Die 4x100 m Staffel der Amputierten, mit der Rehm bereits zwei WM-Titel und einen Paralympics-Sieg eingefahren hat, wurde aus dem Programm genommen.

Dafür gibt es am Donnerstag eine Universalstaffel mit zwei Frauen und zwei Männern mit jeweils unterschiedlichem Behinderungsgrad. Für die Prothesenposition erhält dabei Sprintweltmeister Johannes Floors gegenüber Rehm den Vorzug.

Kugelstoßer Sebastian Dietz wurde seiner Favoritenrolle am Mittwoch dagegen nicht gerecht. Der dreimalige Weltmeister und Paralympics-Sieger von Rio kam in der Klasse der Athleten mit Koordinationsstörungen mit enttäuschenden 14,52 auf Platz vier und verpasste die Bronzemedaille um 22 Zentimeter.

"Es ist so peinlich", sagte Dietz: "Ich kann mich nur entschuldigen, weil die Leistung so schlecht war. Da gibt es keine Ausreden und keine Entschuldigung. Das war ein Scheißwettkampf von mir. Das darf mir nicht passieren."

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