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"Macht mich traurig": DFB-Ass kritisiert BVB und Co.

08.11.2019 20:09
Würde sich über eine Frauen-Mannschaft bei Borussia Dortmund freuen: DFB-Keeperin Almuth Schult
© dpa
Würde sich über eine Frauen-Mannschaft bei Borussia Dortmund freuen: DFB-Keeperin Almuth Schult

Nationaltorhüterin Almuth Schult hat kein Verständnis für die Verweigerung einiger Traditionsvereine gegenüber dem Frauenfußball.

"Ich glaube, wenn Dortmund mal ein Probetraining anbieten würde, um ein Frauenteam zu gründen, würden sich innerhalb weniger Wochen Hunderte melden", sagte Schult im Interview der "Süddeutschen Zeitung".

"Ich kenne Nationalspielerinnen, die sagen: Wenn der BVB eine Frauenmannschaft gründet, will ich dieses Trikot tragen. Ich glaube, den Vereinen ist gar nicht bewusst, was da für ein Potenzial drinsteckt."

Ein Spiel im Westfalenstadion würde Schult extrem reizen. "Das wäre auch so ein Erlebnis, aber ob das je passiert? Dortmund engagiert sich ja leider nicht für den Frauenfußball. Auch Schalke nicht", sagte die Weltklasse-Keeperin, die nach einer Schulter-Operation auf ihr Comeback hinarbeitet.

"Was man bisher hört, sind Ausreden"

Die vermeintlichen Argumente gegen eine professionelle Frauenfußball-Abteilung, wie sie beispielsweise der FC Bayern, der VfL Wolfsburg oder Bayer Leverkusen unterhalten, seien "Ausreden, wenn man sieht, wie viel Geld von vielen Bundesligisten in die Infrastruktur gesteckt wird", sagte die 28-Jährige, die beim Jahresabschluss des DFB-Teams am Samstag vor 90.000 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion gegen England nach ihrer Verletzungspause nicht auf dem Rasen stehen wird.

Ohne die die großen Vereine, "die polarisieren und die Fans mitnehmen, wird es nicht funktionieren", sagte Schult. "Es würde helfen, wenn Klubs flächendeckend Interesse zeigen und nicht gleich ein Stoppschild ausgefahren wird."

Zwar spüre sie auch beim DFB eine "Aufbruchsstimmung", und "vielleicht gehören Fußballerinnen in ein paar Jahrzehnten ganz selbstverständlich dazu. Aber was man bisher oft hört, sind für mich Ausreden, und das macht mich traurig, weil wir Fußballerinnen dadurch deutlich merken, dass wir nicht gewollt sind."

 

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