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Formel-1-Sportchef war "etwas nervös"

Hamiltons Lebensstil machte Brawn Sorgen

05.11.2019 16:18
Ross Brawn (r.) hatte vor einigen Jahren Zweifel an Lewis Hamilton
© MST
Ross Brawn (r.) hatte vor einigen Jahren Zweifel an Lewis Hamilton

2013 arbeiteten Ross Brawn und Lewis Hamilton bei Mercedes ein Jahr zusammen. Der damals erst einmalige Weltmeister kam von McLaren und ersetzte Rekordchampion Michael Schumacher bei den Silberpfeilen.

"Es ist schwierig, irgendetwas Neues über die Formel-1-Karriere von Lewis Hamilton zu sagen", grübelt der heutige Formel-1-Sportchef nach Hamiltons sechstem Titelgewinn in Austin.

"Das beste Kompliment, das ich Lewis heute machen kann, ist zu sagen, dass er einen einzigartigen Weg gefunden hat, ein großer Champion zu sein", sagt Brawn und verrät: "Ich muss zugeben, dass mich sein Ansatz, ein professioneller Rennfahrer zu sein, etwas nervös machte, als ich 2013 anfing, mit ihm zu arbeiten." Hamilton hat kein Problem damit, sein Leben in der Öffentlichkeit zur Schau zu stellen.

Der Brite teilt sich gerne über die sozialen Medien mit, besucht VIP-Partys und trifft sich mit anderen Stars aus der Sport- oder Unterhaltungswelt. Für Brawn war das damals ganz ungewohnt. "Für mich war Michael Schumacher der Maßstab - ein Mann, der sich komplett dem Erfolg verschrieben hatte. Gleichzeitig war er sehr darauf bedacht, seine Privatsphäre und die seiner Familie zu schützen", erklärt er.

Hamilton einer der "größten Fahrer der Geschichte der Formel 1"

Hamilton sei, wie Brawn später selbst merkte, zwar ebenfalls "total professionell" gewesen, aber: "Er bevorzugte einen Lebensstil, der definitiv weniger monastisch als der von Michael war." Brawn erklärt: "Lewis hat es immer gefallen, sich in verschiedenen Kreisen zu bewegen - so wie Musik und Mode. Das hat ihm die Energie gegeben, sein Talent weiterzuentwickeln."

"Gleichzeitig hat er immer sichergestellt, dass er physisch in der bestmöglichen Form ist, was in der modernen Formel 1 unabdingbar ist", lobt Brawn. Denn obwohl Hamilton abseits der Königsklasse auch noch ein reges Privatleben führt, hat die Formel 1 für ihn immer Priorität. "Bei Mercedes hat Lewis die richtige Unterstützung in seinem Umfeld gefunden", erklärt Brawn.

Bei Mercedes arbeite man stets professionell, räume Hamilton aber auch "die Freiheit, die er unbedingt braucht" ein. "Daher gratuliere ich Toto Wolff und seinem ganzen Team", sagt Brawn und erklärt: "Sie haben ihm nicht nur Jahr für Jahr ein großartiges Auto gegeben. Sie haben es Lewis auch ermöglicht, sich zu entwickeln und zu wachsen, um einer der größten Fahrer in der Geschichte der Formel 1 zu werden."

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