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Williams, Werth und Co.: Diese Mütter schafften die Rückkehr in die Weltspitze

26.11.2019 14:15
Serena Williams ist vor einiger Zeit Mutter geworden
© Clive Brunskill, getty
Serena Williams ist vor einiger Zeit Mutter geworden

Viele weibliche Sportstars stehen im Laufe der Jahre vor einem schwierigen Scheideweg ihrer sportlichen Karriere: Wollen Sie eine Familie gründen und sich in den Monaten der Schwangerschaft und nach der Geburt komplett aus dem Leistungssport zurückziehen? Oder soll erst die aktive sportliche Laufbahn beendet werden und das Thema Familienplanung im Anschluss in den Mittelpunkt rücken.

Fest steht: Entscheiden sich weibliche internationale Sportgrößen zu dem Schritt, noch während ihrer aktiven Karriere Nachwuchs zu bekommen und entsprechend eine längere Pause einzulegen, ist es eine extreme Herausforderung, noch einmal den Weg zurück in die Weltspitze zu finden. 

Der Alltag verändert sich vollkommen, schon während der Schwangerschaft ist eine komplette Umstellung hinsichtlich Alltagsplanung, passender Umstandskleidung und Vorbereitung auf die Geburt vonnöten.

sport.de erzählt von mehreren Beispielen erfolgreicher weiblicher Sport-Stars, die nach ihren Schwangerschaftspausen den Weg zurück in die Weltspitze tatsächlich noch einmal gefunden haben. 

Serena Williams (Tennis)

Die US-Amerikanerin Serena Williams wurde in den letzten 20 Jahren zu einer der erfolgreichsten Spielerinnen der Tennis-Geschichte. Die ohne Frage beste Spielerin des 21. Jahrhunderts gewann seit 1999 insgesamt 23 Grand-Slam-Titel und setzte sich vor allem mit ihren sieben Erfolgen beim Traditionsturnier in Wimbledon ein Denkmal.

Ihren letzten Major-Titel holte die Rechtshänderin im Januar 2017, als sie zum siebten Mal bei den Australien Open in Melbourne triumphierte. In Down Under gewann sie 6:4 und 6:4 gegen ihre ältere Schwester Venus. Das Turnier sollte das letzte für die gesamte Saison 2017 gewesen sein. Zunächst pausierte die damals 35-Jährige, ehe sie im April ihre Schwangerschaft bekanntgab.

Serena Williams blieb der WTA-Tour insgesamt 14 Monate fern und fiel somit zum ersten Mal nach Oktober 1997 aus dem Ranking heraus. Nach der Geburt ihrer Tochter Alexis Olympia schaffte Serena tatsächlich im gesetzten Tennis-Alter mit über 36 Jahren noch einmal den Sprung in die Weltklasse und eine Platzierung in den Top Ten des WTA-Rankings. 

Heike Drechsler (Weitsprung)

Das vielleicht prominenteste Beispiel aus dem deutschen Sport stammt aus der Leichtathletik. Schon in den Achtzigerjahren gehörte Heike Drechsler zu den erfolgreichsten Leichtathletinnen in der ehemaligen DDR. Bis 1989 gewann die den SC Motor Jena startende Sprinterin und Weitspringerin bereits mehrere Olympische Medaillen sowie Edelmetall bei Welt- und Europameisterschaften.

Im Jahr 1989 brachte sie ihren Sohn Toni zur Welt, um anschließend in großem Tempo an ihrer Rückkehr in die Leichtathletik-Weltspitze zu arbeiten. Mit riesigem Erfolg: 1992 und 2000 gewann Drechsler olympisches Weitsprung-Gold, 1993 wurde sie zudem in Stuttgart Weltmeisterin. 

Laura Ludwig (Beachvolleyball)

Im Sommer 2016 siegte sich Laura Ludwig zu einer der großen Olympia-Heldinnen der Sommerspiele von Rio de Janeiro. An der Seite ihrer Partnerin Kira Walkenhorst schrieb die zu diesem Zeitpunkt wohl beste Angriffsspielerin der Welt Beachvolleyball-Geschichte und holte Olympisches Gold für Deutschland. Nachdem Laura Ludwig an der Seite von Kira Walkenhorst mit dem WM-Titel in Wien im Sommer 2017 einen weiteren großen Erfolg eingefahren hatte, zog sie sich nach der Saison 2017 vom aktiven Sport vorerst zurück.

Im Juni 2018 brachte Laura Ludwig ihren Sohn Teo Johnston zur Welt, verbrachte anschließend noch einige Zeit im Mutterschaftsurlaub. Im Jahr 2019 dann das Comeback auf der FIVB-Tour. Mittlerweile an der Seite von Margareta Kozuch spielend blieben die ganz großen Erfolge bislang aus. Immerhin siegten die beiden beim World Tour Finale in Rom und sicherten sich die deutsche Vizemeisterschaft. Im Jahr 2020 will die gebürtige Berlinerin erneut in der Weltspitze angreifen.  

Christina Schwanitz (Kugelstoßen)

Christina Schwanitz feierte in den vergangenen 15 Jahren große Erfolge in ihrer Disziplin und gehört weltweit du den erfolgreichsten Kugelstoßerinnen. Insgesamt siebenmal sicherte sich die gebürtige Dresdnerin den deutschen Meistertitel. Hinzu kommen zwei EM-Titel (2014 und 2016) sowie drei Medaillen bei Weltmeisterschaften.

Besonders kurios: Im Februar 2017 sichert sich Schwanitz mit 18,50 Metern einen weiteren DM-Titel in der Halle, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt bereits im fünften Monat schwanger ist. Im Juli bringt sie schließlich zwei gesunde Zwillinge zur Welt und zieht sich vorerst aus der professionellen Leichtathletik zurück. Beim Diamond-League-Meeting in Rabat feiert Schwanitz im Juni 2018 ihre Rückkehr auf die große Sportbühne und feiert mit 19,40 Metern direkt einen Sieg. Der größte Erfolg seit ihrem Comeback war die Bronzemedaille bei der WM 2019 im katarischen Doha. 

Nach dem dritten Platz jubelte Schwanitz in der "Sportschau": "Es ist für mich ein kleines Gold. Weil das die Medaille ist, die ich mir am Schwersten erarbeitet habe."

Isabell Werth (Dressurreiten)

Auch die erfolgreichste Dressurreiterin aller Zeiten hat während ihrer langen Karriere bereits eine Babypause absolviert. Im Jahr 2009 brachte die damals bereits viermalige Dressur-Olympiasiegerin ihren Sohn Frederik zur Welt. Nach ihrer Rückkehr ins Dressurviereck knüpfte die Rheinbergerin direkt an ihre erfolgreichen Jahr an und feierte auf Weihegold im Jahr 2016 eine weitere Olympische Goldmedaille.   

Seit den Spielen von Rio ist Isabell Werth mit sechs Gold- und vier Silbermedaillen die zweiterfolgreichste deutsche Olympionikin aller Zeiten und schickt sich auch im Alter von über 50 Jahren an, weitere Erfolgserlebnisse zu feiern. 

Neben diesen Sportstars gibt es auf der internationalen Bühne des Spitzensport der Frauen noch zahlreiche weitere tolle Beispiele für junge Mütter, die es noch einmal zurück in die Weltspitze geschafft haben:

  • Margaret Court (Tennis)
  • Kim Clijsters (Tennis)
  • Marie Dorin Habert (Biathlon)
  • Darya Domracheva (Biathlon)
  • Oksana Chusovitina (Kunstturnen)
  • Marit Björgen (Ski Langlauf)
  • Allyson Felix (100m-, 200m-Sprint)
  • Barbora Spotakova (Speerwurf)
  • Birgit Fischer (Kanu)
  • Grit Jurack (Handball)

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