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Vor dem Umbruch: Hockey-Herren spielen um Olympia-Quali

31.10.2019 12:01
Markus Weise will mit den Hockey-Herren die Olympia-Quali schaffen
© Daniel Berehulak, getty
Markus Weise will mit den Hockey-Herren die Olympia-Quali schaffen

Die deutschen Hockey-Herren wollen am Wochenende ihr Olympia-Ticket für Tokio 2020 lösen. Die zwei Duelle gegen Österreich in Mönchengladbach sollten reine Formsache sein, danach muss die DHB-Auswahl aber einen Neuanfang meistern.

Der "Goldschmied" sieht viel Arbeit. "Es fehlt einiges. Wir haben ein Kopfproblem, die Mannschaft hat das richtige Mindset verloren", sagte Interims-Bundestrainer Markus Weise vor den beiden Olympia-Qualifikationsspielen der deutschen Hockey-Herren gegen Österreich am Wochenende dem "SID". Es muss etwas passieren, damit es zurück in die Erfolgsspur geht.

Weise, der die DHB-Auswahl 2008 und 2012 zu Olympia-Gold sowie zu zwei Europameistertiteln geführt hatte, erkannte nach drei großen Turnieren ohne Medaille vor allem ein mentales Problem. "Wenn man es ganz brutal sagen will: Sie haben drei Jahre lang gelernt, Entscheidungsspiele zu verlieren."

Nach dem Rücktritt des erfolglosen Stefan Kermas vor knapp sieben Wochen feiert Weise nun ein kurzes Intermezzo auf der Trainerbank - mit ihm soll die letzte Hürde für Tokio 2020 genommen werden.

Weise: "Wir sind auf dem richtigen Weg"

In Mönchengladbach stehen am Samstag (18:30 Uhr) und Sonntag (16:30 Uhr) zwei Entscheidungsspiele gegen den Weltranglisten-20. aus der Alpenrepublik auf dem Programm, die deutsche Mannschaft ist klarer Favorit.

"Wir sind auf dem richtigen Weg. Mein Gefühl ist sehr positiv, ich bin zuversichtlich", sagte Weise. Allerdings würden die Österreicher sehr gut organisiert auftreten, man könne sie "nicht einfach von der Wiese pusten".

Weise, der nach den beiden Partien in die zweite Reihe rücken wird, sieht aber viel Verbesserungspotenzial: "Wir haben einen Athletikrückstand, den man aber aufholen kann, und einige Baustellen im Kader, was die Schlüsselpositionen angeht", befand der 56-Jährige.

Mit Blick auf die nahe Zukunft ist der Erfolgstrainer dennoch zuversichtlich. "Man muss wieder ein Gewinner-Mindset entwickeln", sagte Weise, das ginge zwar, würde allerdings "mehr als drei Tage" dauern.

Diese "größere Hausarbeit" wartet dann auf den Nachfolger von Weise, der bereits feststeht und zeitnah vom Deutschen Hockey-Bund verkündet wird. Weise, der seit einem Monat als Bundesstützpunktleiter in Hamburg arbeitet, wird ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite stehen.

DHB ein Erfolgsgarant bei Olympia

Es sei angedacht, dass er eine Rolle bei der Mannschaft übernehme. "Da kann ich dem neuen Trainerstab gut mit meiner Erfahrung helfen", sagte Weise, der in Japan möglicherweise die Mannschaftsleitung übernehmen könnte: "Es ist noch nichts in Stein gemeißelt, aber ich werde ein Element im System werden."

Die DHB-Auswahl gilt als Medaillenbank bei Olympischen Spielen, zuletzt reiste sie viermal in Serie mit Edelmetall im Gepäck nach Hause. Mit dem dreimaligen Olympiasieger Weise im Team, der außerdem noch mit den DHB-Frauen 2004 sensationell Gold gewonnen hatte, steigen jedenfalls auch in Tokio die Chancen.

In Mönchengladbach, wo am Wochenende auch die deutschen Frauen im K.o.-Duell mit Italien um ihren Tokio-Startplatz spielen, muss zuerst aber noch die Pflichtübung gegen Österreich erfolgreich absolviert werden, ehe auf den künftigen Bundestrainer viel Arbeit wartet. Doch Weise, der in die Suche nach seinem Nachfolger involviert war, ist sich sicher: "Wir haben eine gute Lösung gefunden." Und ob der Neuanfang ohne Probleme klappen wird? "Ich bin sehr zuversichtlich, sonst hätte ich mich nicht für ihn ausgesprochen", sagte Weise mit einem Lächeln.

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