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Werner als Taktikopfer - Nagelsmann coacht RB zum Sieg

24.10.2019 12:25
Timo Werner musste gegen St. Petersburg vorzeitig runter
© Christian Kaspar-Bartke, getty
Timo Werner musste gegen St. Petersburg vorzeitig runter

RB Leipzig ist nach dem 2:1 über Zenit St. Petersburg wieder im Soll. Trainer Julian Nagelsmann hat sein erstes kleines Tief in Leipzig gemeistert.

Julian Nagelsmann grinste noch einmal in die Runde und verabschiedete sich dann gut gelaunt in die Nacht. Mit seinen Umstellungen hatte der Trainer RB Leipzig im Champions-League-Duell gegen Zenit St. Petersburg noch zum 2:1 (0:1) geführt und die Tabellenführung der Gruppe G erobert. Auch die Negativ-Serie nervte nicht mehr - plötzlich war bei RB alles wieder gut.

"Ein verdienter Sieg, der sehr wichtig war", sagte Nagelsmann. Sein ausgelassener Jubel in bester Ronaldo-Pose bei Abpfiff zeigte seine große Erleichterung. Wegen der Serie mit vier Spielen ohne Sieg war der Ton schon rauer geworden. "Fußball ist manchmal ungerecht", erklärte Nagelsmann, "ich habe den Jungs gesagt, sie sollen die Ruhe bewahren und zeigen, was in ihnen steckt."

Die Jungs selber atmeten ebenfalls durch. "Das war ein Meilenstein auf dem Weg zum Achtelfinale. Wir wussten, dass wir nach der Niederlage gegen Lyon unter Zugzwang standen", sagte Kapitän Willi Orban. Emil Forsberg war "stolz" auf sein Team, sah die letzten Wochen nicht so negativ. "Wir waren nie in einer Krise. Wir wussten, was wir machen mussten, um wieder Erfolg zu haben."

Sabitzer: "Haben uns totgespielt"

Die Ausgangslage in der Champions League ist nun günstig. Nach zwei Siegen in drei Spielen ist der erstmalige Achtelfinal-Einzug der Klubgeschichte gut möglich. "Es war wichtig, das Heimspiel zu gewinnen", meinte Nagelsmann. Sein Team reise jetzt in zwei Wochen mit deutlich mehr Selbstvertrauen nach St. Petersburg. "Wir fliegen dahin, um zu gewinnen", erklärte der Trainer.

Ausschlaggebend für den ersten Heimsieg in der laufenden Gruppenphase waren die Umstellungen von Nagelsmann nach einer schlechten ersten Halbzeit. Zum Opfer der Strategie wurde Nationalstürmer Timo Werner, der im Vergleich zu seinem Stürmerkollegen Ademola Lookman abfiel. "Ich hatte das Gefühl, dass Mola von den beiden Spitzen ein bisschen besser im Spiel war", erläuterte Nagelsmann.

Mit Werner ging im Spiel nach vorne lange Zeit nichts. "Wir haben uns totgespielt im Zentrum", meinte Marcel Sabitzer. Nagelsmann forderte mehr Angriffe über die Flügel und brauchte einen besseren Kopfballspieler. Für Werner kam Matheus Cunha, und plötzlich waren die Räume da. "Es ist kein Drama", sagte Nagelsmann zur Herausnahme von Werner, "er hat zuletzt immer gespielt und genügend Tore gemacht."

Sabitzer mit Traumtor zur Entscheidung

Die Österreicher Konrad Laimer (49.) und Sabitzer (59.) drehten mit ihren Toren die Partie. Dabei dürfte Sabitzers satter Rechtsschuss in den Winkel beste Aussichten auf den Sieg bei der Wahl zum "Tor des Monats" haben, wenn nicht sogar zum "Tor des Jahres", wie Nagelsmann andeutete. "Das Ding war richtig geil", meinte Sabitzer.

Mit dem Sieg im Rücken wollen die Leipziger am Samstag nun auch bei Angstgeber SC Freiburg (15:30 Uhr) siegen. Drei von vier Spielen im Breisgau gingen verloren. "Wir müssen jetzt schnell regenerieren", forderte Orban, der gegen St. Petersburgs Sturmtank Artem Dsjuba besonders viel einstecken musste und am Ende süffisant meinte: "Ich wusste nicht, dass die Klitschkos noch einen dritten Bruder haben."

 

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