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Neureuther beginnt als Experte und will "etwas bewegen"

23.10.2019 12:25
Für Felix Neureuther beginnt erstmals eine Ski-Saison als TV-Experte
© Alain Grosclaude/Agence Zoom, getty
Für Felix Neureuther beginnt erstmals eine Ski-Saison als TV-Experte

Felix Neureuther hat die Seiten gewechselt: Am Wochenende ist der bislang beste deutsche Skirennläufer erstmals als Experte für die ARD im Einsatz.

Felix Neureuther hat trainiert. Wie sich das so gehört. Am Wochenende beginnt auf dem Rettenbachferner hoch über Sölden der alpine Ski-Weltcup, also fuhr Neureuther bereits in der vergangenen Woche hinein ins Ötztal und hinauf auf den Gletscher, um sich auf den Saisonstart vorzubereiten. Das ist nun keineswegs ungewöhnlich - Neureuther hat das über Jahre hinweg gemacht. Und doch ist nun alles anders.

Mitte März ist Neureuther zurückgetreten, bis vergangene Woche hatte er fünf Monate lang nicht auf Skiern gestanden. Bei seinen Trainingsfahrten hielt er nun eine Kamera in der Hand, sie wird Teil seines neuen Lebens sein: Der 35-Jährige ist jetzt Experte für die ARD, da wird er sich künftig sogar die Streif in Kitzbühel hinunterstürzen, um den Zuschauern daheim tolle Bilder zu liefern.

Vor seiner neuen Aufgabe hat er Respekt. "Es ist schon was anderes, wenn du nicht mehr gefragt wirst, sondern jetzt da unten stehst und selbst Fragen stellst und deinen Senf dazu geben musst", sagt Neureuther. Wobei: Nach dem Slalom 2015 in Zagreb hat er sich nach seinem zweiten Platz hinter dem nun ebenfalls abgetretenen Marcel Hirscher im österreichischen Fernsehen selbst interviewt - der Moderator war nicht da.

Neureuther hatte keine Zeit nachzudenken

Erfahrung im Umgang zwischen Sportlern und den Medien hat er genug gesammelt bei 248 Rennen im Weltcup mit 13 Siegen und insgesamt 47 Podestplatzierungen. Aber: Die Übertragungen von Skirennen haben ihm nicht immer gefallen, "wenn jemand nicht mit Leidenschaft dabei war, konnte ich das gar nicht leiden." Ihm "wird das nicht passieren", er will den Sport, den er liebt und lebt, gut "rüberbringen" und "etwas bewegen".

Neureuther wird wohl mit offenen Armen empfangen werden. "Ich hoffe, dass das deutsche Fernsehen ein bisschen lockerer wird und er vielleicht auch ein bisschen mehr Witz mit reinbringt und nicht alles stur nach Plan macht", sagt Thomas Dreßen. Er, Kitzbühel-Sieger von 2018, traut dem einstigen Slalom- und Riesenslalomläufer auch glaubwürdige Analysen bei einer Abfahrt zu. "Wenn man wen ernst nehmen kann, dann ihn."

Wehmut, behauptet Neureuther, werde ihn allerdings nicht überkommen, wenn er künftig an Wettkampforte reist, die ihm längst vertraut geworden sind. Bei der Fahrt vergangene Woche nach Sölden ist ihm gleich aufgefallen, das sein Gefühl ein anderes war. "Ich weiß noch, wie es früher war, als ich da reingefahren bin. Diesmal hat es sich befreiend angefühlt", berichtet er. Der Druck von 16 Jahren Weltcup ist weg.

In ein Loch ist Neureuther nach seinem Rücktritt Mitte März auch nicht gefallen, er hatte schließlich genug damit zu tun, "ein normales Leben auf die Reihe zu bringen". Tatsächlich, sagt der Vater von demnächst zwei Kindern, sei er den Sommer über "vielbeschäftigt" gewesen: "Da hatte ich gar keine Zeit darüber nachzudenken, wie das denn jetzt ist mit dem Übergang vom Profisportler zum Geschäftsmann."

 

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