Anzeige

Trotz Nike-Rückzug: Klosterhalfen bleibt in den USA

16.10.2019 10:30
Konstanze Klosterhalfen will weiter in den USA trainieren
© Alexander Hassenstein, getty
Konstanze Klosterhalfen will weiter in den USA trainieren

Auf der Reise in die Vergangenheit verriet Konstanze Klosterhalfen ihre Pläne für die Zukunft. "Ich will mich in Amerika auf die Olympischen Spiele in Tokio vorbereiten", sagte die 22-Jährige anlässlich ihres Eintrags ins Goldene Buch ihrer Heimatstadt Königswinter. Wie es nach dem Zusammenbruch des umstrittenen Nike Oregon Projects (NOP), dem sie seit April angehörte, genau weitergehe, sei aber noch unklar.

"Wir werden nach meinem Urlaub darüber reden", sagte die Dritte über 5000 m bei der Leichtathletik-WM in Doha. Dabei geht es vor allem um die Finanzierung durch ihren Ausrüster Nike. An den Gesprächen soll auch RB-Leipzig-Klubchef Oliver Mintzlaff beteiligt sein, der ihr schon zum Eintritt in das NOP verholfen hatte. Sie wolle auf jeden Fall in Oregon weiter auf dem Nike-Campus in der Nähe von Portland trainieren, sagte Klosterhalfen.

Der Auftritt am Dienstag in Königswinter war der Schlusspunkt hinter einem zehntägigen Feiermarathon im Anschluss an den Bronze-Coup am 5. Oktober. Der dritte Platz in Katar im packenden Duell mit zwei Kenianerinnen hatte die Menschen begeistert. Das bekam "Koko" am Dienstag am eigenen Leib zu spüren.

Bürgermeister Peter Wirtz hatte nicht wie üblich ins Rathaus geladen, sondern ins Schulzentrum Oberpleis. Dort hatte Klosterhalfen ihr Abitur gemacht. Und als die berühmte Tochter der Stadt in ihrer bekannt schüchternen Art die Aula betrat, brandete Jubel auf. Die Familie war natürlich auch dabei, ebenso ihr erster Trainer. Zunehmend genoss sie die Anerkennung, tauchte ins Publikum ein, beantwortete Fragen und schrieb Autogramme.

Feierlich wurde es, als sich Klosterhalfen auf dem Podium als erste Sportlerin überhaupt im Goldenen Buch verewigte. Damit steht die Weltklasseläuferin in einer Reihe mit Personen der Weltgeschichte. Am 28. Februar 1955 hatte der Schah von Persien seine Unterschrift in das Buch gesetzt, am 20. Mai 1965 auch Queen Elizabeth II.

Ganz so gewichtig ist Konstanze Klosterhalfen dann doch nicht, aber für die deutsche Leichtathletik ein Versprechen für Tokio. Vor dem mühsamen Weg hinauf auf den Olymp kommt für sie zunächst die Rast. Am Mittwoch flog Klosterhalfen in den verdienten Urlaub nach Dubai.

Doch uneingeschränkt freuen konnte sie sich dann doch nicht. Ihr Coach Pete Julian hatte ihr ein Trainingsverbot erteilt. "Das ist hart", sagte Klosterhalfen. Das Ende der Leidenszeit ist aber in Sicht. Noch sechs Tage muss sie sich gedulden, dann darf sie endlich wieder ihre Laufschuhe schnüren.

 

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige