Anzeige

"Enttäuschte" Seitz verpasst Medaille bei der Heim-WM

12.10.2019 19:25
Die deutsche Turnerin Elisabeth Seitz scheiterte am Stufenbarren
© dpa
Die deutsche Turnerin Elisabeth Seitz scheiterte am Stufenbarren

Gestürzt und trotzdem gefeiert: Bei den Kunstturn-Weltmeisterschaften in Stuttgart hat Elisabeth Seitz die angestrebte Medaille am Stufenbarren verfehlt. Ein vorzeitiger Abgang warf die deutsche Rekordmeisterin bis auf den achten Platz zurück. Dennoch feierten 7500 Zuschauer die Lokalmatadorin frenetisch, Seitz dankte es mit eifrigem Winken und einem trotz des Patzers freundlichen Lächeln.

Bis zur Hälfte ihrer Kür lief bei der letztjährigen WM-Dritten am Doppelreck alles nach Plan, nach der Stalder-Grätsche stand die 25-Jährige plötzlich auf der Matte. Trainer Robert Mai raufte sich die wenigen Haare, empfing seinen Schützling ungeachtet des Missgeschicks aber mit einer tröstenden Umarmung. Auch Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen drückte Seitz mitfühlend an sich.

"Die anderen Turnerinnen haben mit den Höchstschwierigkeiten nur so um sich geworfen, deshalb musste ich alles riskieren. Natürlich bin ich ein bisschen enttäuscht, aber bin immer noch die achtbeste Stufenbarrenturnerin in der Welt", sagte Seitz in der "ARD".

"So ist das Turnen"

Hambüchen ergänzte: "So ist der Sport, so ist das Turnen."

Der Titel am Stufenbarren ging wie im Vorjahr an die Belgierin Nina Derwael, US-Superstar Simone Biles blieb an diesem Gerät als Vierte ohne Medaille.

Doch zuvor hatte die Rekord-Weltmeisterin aus den USA beim Sprung triumphiert und ihre 23. WM-Medaille gewonnen. Die 22-Jährige egalisierte damit die 23 Jahre alte Bestmarke von Witali Scherbo. Der Weißrusse hatte zwischen 1991 und 1996 bei Welttitelkämpfen ebenfalls 23 Medaillen gesammelt.

Erwartungsgemäß chancenlos war an den Ringen Nick Klessing. Dem deutschen Meister an diesem Gerät fehlte es noch an den Höchstschwierigkeiten, auch der Hallenser musste sich wie Seitz in der erneut ausverkauften Hanns-Martin-Schleyer-Halle mit dem achten und letzten Finalplatz begnügen.

Neuer Ringe-Weltmeister wurde der Türke Ibrahim Colak. Als erster Kunstturn-Weltmeister von den Philippinen durfte sich Carlos Yulo am Boden feiern lassen. Am Pauschenpferd setzte sich Max Whitlock aus Großbritannien durch.

Die Welttitelkämpfe werden am Sonntag (13:00 Uhr) mit den restlichen fünf Gerätefinals abgeschlossen. Die deutsche Mehrkampf-Meisterin Sarah Voss aus Köln steht am Schwebebalken im Endkampf, am Barren hat sich der Unterhachinger Lukas Dauser für die Medaillenentscheidung qualifiziert.

 

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige