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Ex-Bremer sang die türkische Nationalhymne mit

Daum adelt Kruse für "bedeutendes Integrationssignal"

12.10.2019 14:41
Christoph Daum trainierte Fenerbahce von 2003 bis 2006 und in der Saison 2009/10
© Johannes Simon, getty
Christoph Daum trainierte Fenerbahce von 2003 bis 2006 und in der Saison 2009/10

Christoph Daum hat in seiner langen Trainer-Karriere einiges erlebt. Nach längeren Stationen bei Besiktas, Fenerbahce und Bursaspor kennt sich der heute 65-Jährige im türkischen Fußball bestens aus. Der Ex-Coach hat nun über seine Zeit in der Türkei, die Probleme des Fußballs und den guten Start von Max Kruse gesprochen.

"Er scheint genau der richtige Mann zu sein, genau der Spieler, den sie brauchen. Kruse ist Taktgeber, als offensiver Mittelfeldspieler der verlängerte Arm des Trainers", erklärte Daum im Interview mit der "Bild".

Dem Ex-Bremer gelang zwar noch kein Treffer im Trikot seines neuen Arbeitgebers, der Angreifer bereitete aber immerhin schon fünf Tore vor.

Vor zwei Wochen sorgte der Offensivakteur mit einer weiteren Aktion für Aufsehen. Kruse sang erstmals die türkische Nationalhymne mit, die vor jeder SüperLig-Partie gespielt wird.

"Damit demonstriert er den Fans: 'Schaut her, ich bin hier, um mit euch gemeinsam etwas zu machen.' Kruse hat ein bedeutendes Integrationssignal gesetzt", lobte Daum.

Während seiner Trainerzeit in der Türkei habe auch er sehr schnell verstanden, welch immense Bedeutung das gemeinsame Singen für die Menschen habe, erklärte der Trainer weiter. "Wenn ein ausländischer Spieler diese Hymne mitsingt, ist das ein symbolischer Akt. Und die Leute denken: 'Menschenskinder! Der ist einer von uns'", sagte Daum.

Daum sieht Nachholbedarf in der türkischen Nachwuchsförderung

Nicht zuletzt deswegen sei Kruse bei den türkischen Anhängern so beliebt. Der ehemalige deutsche Nationalspieler kickt seit diesem Sommer am Bosporus.

In Bremen hatte Kruse seinen Vertrag auslaufen lassen, um sich einem europäischen Top-Verein anzuschließen. In Ermangelung an Alternativen wechselte er schließlich zu Fenerbahce, das nicht einmal in der Europa League spielt.

Türkische Vereine hängen im Vergleich mit anderen europäischen Klubs meist noch hinterher. Das hat laut Daum vor allem zwei entscheidende Gründe: "Ein Punkt ist, dass die Trainer in der Türkei zu schnell entlassen werden. Ein anderer Punkt ist, dass Nachholbedarf in puncto Nachwuchsförderung besteht. Viele türkische Vereine wollen die Talente lieber im Ausland ausbilden lassen und fertige Spieler holen."

 

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