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Nagornyy neuer Mehrkampf-Weltmeister - Rang 19 für Toba

11.10.2019 19:02
Nikita Nagornyy ist Weltmeister
© Marijan Murat
Nikita Nagornyy ist Weltmeister

Die Fußstapfen der WM-Sechsten Elisabeth Seitz waren für Andreas Toba zu groß: 24 Stunden nach dem Überraschungserfolg der deutschen Rekord-Meisterin musste sich der Hannoveraner im Mehrkampf-Finale bei den Welttitelkämpfen in Stuttgart mit dem 19. Platz und 81,640 Punkten begnügen.

Neuer Weltmeister wurde Nikita Nagornyy aus Russland. Der Europameister verteidigte am Reck seine Führung und siegte mit 88,772 Punkten vor seinem Landsmann, Titelverteidiger Artur Dalaloyan (87,165), sowie dem Olympia-Zweiten Oleg Vernyayev aus der Ukraine (86,973).

"Die Probleme am Pauschenpferd waren irritierend, diese Fehler habe ich in den vergangenen Wochen nicht gemacht. Aber ich empfinde Freude und Dankbarkeit darüber, dass ich mich nach meinen vielen Verletzungen bis in dieses Finale gekämpft habe. Vor zwei Jahren hätte das kaum jemand geglaubt", sagte Toba.

Lange lag auch Ex-Weltmeister Xiao Ruoteng aussichtsreich im Titelrennen, ehe den Chinesen ein Sturz vom Reck entscheidend zurückwarf. Doch die Spannung im Kampf um Gold ging dadurch in keiner Weise verloren. Fast nach jedem Durchgang wechselte die Führung, die Abstände zwischen den Siegkandidaten blieben bis zum Schluss extrem knapp.

Noch im Vorkampf hatte Toba als 13. weit besser als erwartet abgeschnitten. An diesen Glanztag kam er vor 7.500 Zuschauern in der erneut ausverkauften Hanns-Martin-Schleyer-Halle nicht heran.

Toba muss minutenlang auf seinen ersten Auftritt warten

Dennoch wurde er mit viel Begeisterung verabschiedet. Toba verließ das Podium mit einem Lächeln, bekreuzigte sich und warf einen Blick nach oben. Der größte internationale Einzelerfolg des deutschen Mehrkampfmeisters bleibt Rang sieben bei den Europameisterschaften 2013 in Moskau.

Für Toba begann der Wettkampf mit Problemen. Wegen eines Ausfalls der Ergebnisanzeige musste der 29-Jährige fünf Minuten auf seinen ersten Auftritt am Pauschenpferd warten. Prompt war seine Übung nicht so schwungvoll wie in der Qualifikation, nach Problemen bei den Handständen fand er sich folgerichtig mit nur 12,566 Punkten zunächst auf dem 24. und letzten Platz wieder.

An den Ringen fand der Norddeutsche etwas besser in die Spur und erhielt 13,600 Punkte. Am Zwischenstand änderte sich für ihn allerdings nichts, er nahm weiterhin Rang 24 ein. Dennoch bedankte sich Toba artig beim Publikum für die lautstarke Unterstützung.

Vier deutsche Athleten am Wochenende im Einsatz

Und zahlte mit einem nahezu perfekten Sprung im dritten Durchgang zurück. Die rechte Faust des Niedersachsen zuckte heraus und Toba konnte als zwischenzeitlich 20. die Rote Laterne an Robert Tvorogal aus Litauen abgeben.

Einen weiteren Platz machte der zweimalige Olympiateilnehmer mit einem soliden Vortrag am Barren gut. Diese Position konnte er am Reck behaupten, bevor es zum Abschluss an den Boden ging.

Für vier deutsche Athleten gehen die Welttitelkämpfe am Wochenende weiter. Am Samstag stehen das Stufenbarren-Finale mit Seitz sowie der Endkampf an den Ringen mit Nick Klessing auf dem Programm. Lukas Dauser hat am Sonntag ebenso die Medaillenentscheidung am Barren erreicht wie am Schwebebalken Sarah Voss.

 

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