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Nach Beleidigungen gegen Rennkommissar

Haas-Teamchef Steiner droht drakonische Strafe

08.10.2019 10:00
Günther Steiner hat sich in Sotschi mit den FIA-Kommissaren angelegt
© Charles Coates, getty
Günther Steiner hat sich in Sotschi mit den FIA-Kommissaren angelegt

Die Kritik an FIA-Rennkommissar Emanuele Pirro nach der Zieldurchfahrt beim Grand Prix von Russland in Sotschi könnte für Günther Steiner ein Nachspiel haben. Dem Haas-Teamchef, in den Augen der FIA ein Wiederholungstäter, droht laut Informationen von "Motorsport-Total.com" eine drakonische Strafe.

Steiner war am Sonntagabend, als die Fünf-Sekunden-Strafe gegen seinen Fahrer Kevin Magnussen ("Pylonen-Slalom" im Notausgang von Kurve 2 nicht korrekt passiert) bereits verhängt war, zu den Kommissaren gelaufen, um über die Strafe zu sprechen. Dabei lieferte er sich offenbar besonders mit Pirro ein hitziges Wortgefecht.

Kurz zuvor hatte Steiner während der Auslaufrunde am Boxenfunk zu Magnussen gesagt, dass er wegen eines "dummen" und "idiotischen" Kommissars vom achten auf den neunten Platz zurückgefallen sei. Magnussen legte in den ersten TV-Interviews nach und bezeichnete die Entscheidung als "Bullshit".

Bei den Kommissaren hat Steiner es aber abgelehnt, sich für diese Aussagen, die offenbar recht konkret in Pirros Richtung adressiert waren, zu entschuldigen. Was beim italienischen Experten-Kommissar naturgemäß nicht gut ankam, sodass die beiden kein Wort mehr miteinander sprechen.

FIA denkt über drei Sanktionen nach

Die FIA möchte Steiner nun offenbar maßregeln. Weil das auf diplomatischem Weg am Sonntag in Sotschi nicht möglich war, könnte eine drakonische Strafe angewendet werden. Zur Diskussion stehen drei Varianten - über die die Kommissare beim nächsten Rennen in Suzuka informiert wurden.

Erstens: ein sogenannter "Paddock-Ban" für Steiner. Sollte diese Sanktion verhängt werden, müsste er zumindest einen Grand Prix quasi von der Tribüne aus anschauen. Ganz ähnlich wie im Fußball, wo aufmüpfige Trainer auch von der Seitenlinie verbannt werden können, wenn sie sich mit dem Schiedsrichter anlegen.

Zweitens: eine 250.000-Euro-Geldstrafe. Das wäre für ein rein verbales Vergehen ein harsches Urteil. Gänzlich ausgeschlossen ist so eine Strafe aber, so versichern gut informierte Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, nicht.

Ausraster könnte sogar WM-Punkte kosten

Drittens: Punktabzug. Dieser würde nicht die Fahrer, aber das Haas-Team in der Konstrukteurs-WM betreffen. Auch das würde schmerzen. Haas liegt momentan an vorletzter Stelle der Teamwertung, mit 28 Punkten. Zumindest Alfa Romeo (35) liegt in Reichweite. Achter oder Neunter zu werden macht in der Einnahmenverteilung der Formel 1 voraussichtlich einen Unterschied von rund drei Millionen US-Dollar.

"Letztendlich", mahnt FIA-Rennleiter Michael Masi, "sind wir alle hier, um unsere Arbeit zu machen. Seien es die Funktionäre, die Teams, alle. Und da muss ein gewisses Maß an gegenseitigem Respekt herrschen. Falls etwas Unangemessenes gesagt wurde, gibt es Verantwortliche für juristische Themen abseits der Rennstrecke, die sich das anschauen können."

Steiner hat die Möglichkeit, sich auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com' zum Thema zu äußern, bisher nicht wahrgenommen. Dabei wäre es vermutlich mit einer aufrichtigen Entschuldigung getan. Denn die FIA sieht es nicht gern, wenn ihre Funktionäre öffentlich beschimpft werden ...

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