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Herber über Doha: "Der Athlet hat am Ende das Nachsehen"

08.10.2019 07:04
Herber möchte Athleten stärker miteinbeziehen
© PIXATHLON/PIXATHLON/SID/
Herber möchte Athleten stärker miteinbeziehen

Johannes Herber, Geschäftsführer der unabhängigen Interessensvertretung Athleten Deutschland e.V., hat sich der Kritik an der Leichtathletik-WM in Doha angeschlossen.

"Wenn wir nicht klar sagen können, dass wir die Gesundheit der Athleten nicht aufs Spiel setzen, müssen wir überlegen, ob es das wert ist, die Events in diesen Weltregionen auszurichten", sagte Herber bei "Radio Eins".

Die Marathon- und Geher-Wettbewerbe fanden in Doha mitten in der Nacht, aber noch immer bei mehr als 30 Grad Celsius statt. Herber kritisierte die Vergabe und damit den Leichtathletik-Weltverband IAAF. Bei allem Verständnis für das berechtigte Anliegen, den Sport in der Welt zu verbreiten, die Athleten stünden nicht im Mittelpunkt, "sondern wirtschaftliche und politische Interessen und die Macht innerhalb der Verbände", sagte der frühere Basketball-Nationalspieler: "Der Athlet hat am Ende das Nachsehen."

Herber fordert, die Athleten früher einzubeziehen, "und zwar so, dass sie auch mitbestimmen können und nicht nur eine Stimme von vielen sind". Der 36-Jährige ist seit August Geschäftsführer des Vereins, der sich für die Interessen der Spitzensportler in Deutschland einsetzt. Der Verein wird jährlich mit 450.000 Euro aus dem Sportetat des Bundesinnenministeriums gefördert.

 

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