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Glänzende DLV-Zukunft dank König Kaul und Prinzessin Koko?

06.10.2019 13:29
Konstanze Klosterhalfen ist eine der Hoffnungsträgerinnen des DLV
© Richard Heathcote, getty
Konstanze Klosterhalfen ist eine der Hoffnungsträgerinnen des DLV

Der neue Zehnkampf-Gigant Niklas Kaul ist mit 21 Jahren schon der König der Athleten, Ausnahmeläuferin Konstanze Klosterhalfen trotzte Afrikas Elite Bronze ab, und der erst 20-jährige Bo Kanda Lita Baehre steht vor einer großen Stabhochsprung-Karriere: Gerade die jüngste Garde hat die WM in Doha für die deutschen Leichtathleten zu einem Erfolg gemacht - die Zukunft sieht über Olympia 2020 in Tokio hinaus rosig aus.

"Ich bin hellauf begeistert, dass wir solche Sportler haben, die in einem so frühen Karrierestadium schon international mithalten können bis hin zu Goldmedaillen", sagte Jürgen Kessing, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes: "Wir haben jetzt viel Freude an ihnen und werden hoffentlich in Zukunft noch mehr Freude haben."

Zehn Monate vor den Sommerspielen hat die DLV-Rasselbande ihren Härtetest mit Bravour bestanden, haben sich jene etabliert, die das Team im kommenden Jahrzehnt führen sollen. Ob Kaul, Klosterhalfen oder Baehre - die neuen Stützpfeiler der deutschen Leichtathletik werden erst bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris oder 2028 in Los Angeles auf dem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit angelangt sein.

"Wir werden unseren Weg weitergehen, denn er funktioniert ja", sagte Kaul, der in Doha zum jüngsten Zehnkampf-Weltmeister der Geschichte wurde. "Mit ihm haben wir ein neues Gesicht, einen neuen Sympathieträger, der auch für die Zukunft Erstaunliches erhoffen lässt", meinte Präsident Kessing.

Klosterhalfen steht erst am Anfang

Kauls Gold in einem Wettkampf für die Geschichtsbücher war der emotionale deutsche Doha-Höhepunkt, doch ausruhen will er sich auf dem Weltmeister-Lorbeer keinesfalls: "Ich ziehe daraus unglaublich viel Motivation für das harte Training der nächsten Wochen und Monate."

Erst am Anfang steht auch Klosterhalfen. Sie meisterte als junge Athletin die keinesfalls leichte Aufgabe, die unschöne Geschichte um den im Zuge einer Dopingaffäre gesperrten Alberto Salazar, Chefcoach ihres Trainingszentrums in den USA, auszublenden und trotz großer Konkurrenz in einem knüppelharten 5000-m-Rennen Dritte zu werden.

"Dass ich in meinem ersten Finale eine Medaille geholt habe, kann ich noch gar nicht richtig einschätzen. Aber das war der nächste wichtige Schritt auf dem Weg zu Olympia", sagte Klosterhalfen. In den kommenden Monaten muss sie einiges sortieren, auch in Sachen Umfeld - doch auch ihr stehen alle Türen offen.

DLV kassiert auch Niederlagen und Rückschläge

Gleiches gilt für Stabhochspringer Baehre, der kalt wie Hundeschnauze bei seinem WM-Debüt in einem erlesenen Final-Feld Vierter wurde. "Ich muss noch sehr viel arbeiten", sagte der Leverkusener: "Ganz an die Spitze ist es noch ein weiter Weg, und ich muss noch viel Schweiß im Training aufbringen."

Neben Schweiß und Training gehören auch Niederlagen und Rückschläge zum Lernprozess. Christin Hussong (25) verpasste eine durchaus mögliche Speer-Medaille als unglückliche Vierte. "Ich habe noch einige Jahre vor mir und kämpfe für meine Träume", sagte die Europameisterin. Langstrecklerin Alina Reh (22) musste nach fulminantem Auftakt ihr 10.000-m-Rennen mit schlimmen Bauchkrämpfen aufgeben.

Oder auch Gina Lückenkemper, im Vorjahr zum neuen deutschen Leichtathletik-Gesicht ausgerufen: 2019 brachte die erste empfindliche Delle in ihrer Entwicklung, beim Halbfinal-Aus über 100 m sprintete Lückenkemper weit hinter ihrem Topniveau her. "Das muss ich jetzt so hinnehmen und weitergucken", sagte die 22-Jährige. Auch sie gehört zu denen, welche die deutsche Leichtathletik weitertragen können. Nach Tokio, nach Paris und nach Los Angeles.

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