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"Obwohl ich kein Fan von diesen Videos bin"

Bobic gibt zu: Hintereggers Suff-Video hat Deal beschleunigt

25.09.2019 13:37
Fredi Bobic spricht über die Transfers von Eintracht Frankfurt
© Christian Kaspar-Bartke, getty
Fredi Bobic spricht über die Transfers von Eintracht Frankfurt

Sportdirektor Fredi Bobic von Eintracht Frankfurt hat in der zurückliegenden Transferperiode keine Anfrage des FC Bayern München für Stürmer Sébastien Haller bekommen.

"Ich habe immer gedacht, dass sie irgendwann wegen Sébastien Haller anrufen, als Backup für Lewandowski", sagte Bobic der "Sport Bild", es habe aber "keinen Kontakt" zum deutschen Rekordmeister gegeben.

Zuvor hatte die "tz" berichtet, Haller habe in den Überlegungen der Bayern-Bosse sehr wohl eine Rolle gespielt. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic hätten sogar bereits Gespräche mit dem Franzosen geführt. Demnach sei der Transfer vor allem an der zu hohen Ablöseforderung der Eintracht gescheitert.

Einen Verbleib in Frankfurt konnten Bobic und Co. Haller letztendlich nicht schmackhaft machen. Der 26-Jährige wechselte für 40 Millionen Euro zu West Ham United.

Da auch Luka Jovic (Real Madrid) und Ante Rebic (Inter Mailand) die Hessen verließen, mussten die SGE-Verantwortlichen einen größeren Umbruch stemmen - mit Erfolg, wie Bobic konstatierte.

Die Verhandlungen auf dem Spielermarkt seien zwar "alle sehr langatmig" gewesen, "aber: Wir sind am Ende immer da hingekommen, wo unser Ziel lag", so der Ex-Profi. Die Eintracht habe "in der Qualität und in der Breite Spieler verpflichtet, die vor zwei Jahren nicht einmal ansatzweise für uns darstellbar gewesen wären."

Fredi Bobic: Party-Video von Martin Hinteregger hat Eintracht Frankfurt "geholfen"

Dazu zählt auch Innenverteidiger Martin Hinteregger, der mitten in den komplizierten Ablöseverhandlungen zwischen Frankfurt und seinem Ex-Klub FC Augsburg bei einer feucht-fröhlichen Party-Nacht gefilmt wurde - laut Bobic ein Vorteil für die Eintracht. "Wir brauchen nicht drum herumreden: Das hat uns geholfen, ja. Obwohl ich kein Fan von diesen Videos bin", so der 47-Jährige, die Affäre habe den Transfer "beschleunigt".

Bobic erläuterte: "Martin hatte klar den Wunsch geäußert, zu uns zu kommen. Stefan Reuter (Manager des FCA, Anm. d. Red.) und ich waren extrem weit auseinander. Für mich war der Transfer fast schon erledigt. Als das Video kam und Reuter den Kontakt wieder gesucht hat, haben wir eine Lösung gefunden, mit der alle das Gesicht wahren konnten."

Seine persönliche Zukunft sieht Bobic nicht unbedingt bei einem absoluten Top-Klub wie dem FC Bayern. "Die Frage, die ich mir immer stelle, ist: 'Wie sehr erfüllt dich der Job?' Das kann er bei Eintracht Frankfurt, bei Bayern, bei Chelsea, bei Barcelona und genauso bei Chernomorets Burgas. Dabei geht es mir immer um das Projekt, und dass man die Freiheit hat, etwas aufzubauen, so wie man sich das vorstellt."

Präsident Uli Hoeneß vom FC Bayern laut Bobic eine "Ikone"

Bayerns nicht unumstrittenen Klub-Präsidenten Uli Hoeneß bezeichnete Bobic als "Ikone", er habe den "Beruf 'Manager eines Klubs' erfunden und vorangetrieben". Hoeneß verfüge über eine "hohe soziale Kompetenz", schwärmte der Eintracht-Macher. Im Bereich Menschenführung habe er sich "sicher etwas von Uli Hoeneß abgeschaut beziehungsweise ihn als Beispiel genommen", sagte Bobic.

Eine eindeutige Meinung vertritt der frühere deutsche Nationalspieler zum Thema 50+1. "Ich bin der persönlichen Überzeugung, dass 50+1 ohnehin irgendwann fallen wird. Wann, weiß ich nicht. Aber: Es wird den Vereinen eher helfen, als dass es schadet. Ich sehe das Thema nicht populistisch, sondern realistisch."

Durch die Öffnung der Bundesligavereine für Investoren würde auch für die Eintracht-Ultras "nichts Negatives passieren", erklärte Bobic. "Der Wert unserer Mitglieder blieb unangetastet, wir würden nicht plötzlich in blauen Trikots spielen oder ein anderes Logo haben. Genauso wenig würden die Ticketpreise von 20 auf 50 Euro steigen. Da würden wir uns ja ins eigene Bein schießen."

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