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"Lang geplantes Szenario"

Iranischer Judo-Verband kritisiert Sperre

19.09.2019 15:49
Saeid Mollaei (l.) hat in der Judo-Szene einen Aufschrei ausgelöst
© AFP/SID/CHARLY TRIBALLEAU
Saeid Mollaei (l.) hat in der Judo-Szene einen Aufschrei ausgelöst

Der iranische Judo-Verband hat die durch den Weltverband IJF verhängte Schutzsperre kritisiert.

"Ich denke, die Suspendierung des iranischen Judos war ein lang geplantes Szenario und leider war einer unserer Athleten jetzt darin involviert", sagte Verbandspräsident Arash Miresmaeili der iranischen Nachrichtenagentur IRNA. Die Entscheidung sei "unfair".

Die Sperre des iranischen Verbandes durch die IJF war am Mittwoch verkündet worden. Der Weltverband begründete das Vorgehen mit einem Verstoß der Iraner gegen den IJF-Ethikcode und die olympische Charta. Der Iran ist damit ab sofort von allen Wettbewerben ausgeschlossen.

Der Entscheidung vorausgegangen waren die Schlagzeilen um den letztjährigen Weltmeister Saeid Mollaei, der bei den Titelkämpfen in Tokio vor rund drei Wochen nach eigener Aussage absichtlich verloren hatte.

Mollaei hatte berichtet, er sei in Tokio von seinem Verband mit Drohungen gegen ihn und seine Familie gezwungen worden, im Halbfinale absichtlich gegen den Belgier Matthias Casse zu verlieren, um im Finale nicht gegen den Israeli Sagi Muki antreten zu müssen.

Mollaei flüchtete laut Medienberichten nach Berlin, um in Deutschland Asyl zu beantragen. IJF-Präsident Marius Vizer gab dem Athleten Rückendeckung und stellte ihm in Aussicht, bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio im Flüchtlingsteam des Internationalen Olympischen Komitees antreten zu können. Die Entscheidung darüber liegt in den Händen des IOC und dessen Präsidenten Thomas Bach.

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