Anzeige

Party? Von wegen! THW Kiel fiebert CL-Comeback entgegen

13.09.2019 11:38
Kiel setzte sich gegen Flensburg durch
© Sascha Klahn, getty
Kiel setzte sich gegen Flensburg durch

Filip Jicha hat mit dem THW Kiel seinen ersten Derby-Sieg als Handball-Trainer gegen die SG Flensburg-Handewitt eingefahren, doch Zeit zum Feiern blieb keine: Am Sonntag starten beide Teams mit großen Ambitionen in die neue Champions-League-Saison.

Nein, zum Feiern war Filip Jicha nicht zumute. Für die wilden Jubeltänze seiner Spieler fehlte dem Coach des THW Kiel am Ende eines packenden Nordduells gegen die SG Flensburg-Handewitt, dem ersten Derbysieg seiner noch jungen Trainerlaufbahn, ganz offensichtlich die Kraft.

"Es ist eine Wahnsinnsliga", sagte Jicha, noch immer fix und fertig von den 60 Minuten Vollgas-Handball beider Teams, und schnaufte erleichtert durch. Der frühere Welthandballer wusste nur zu gut um die Bedeutung des 28:24-Erfolgs des Rekordmeisters gegen den Titelverteidiger. Für ihn persönlich, aber vor allem für die großen Saisonziele der Zebras.

Statt schon früh den Anschluss zu verlieren, fügte der THW seinem Erzrivalen die erste Niederlage zu und mischt mit nunmehr 6:2-Punkten voll mit an der Tabellenspitze. "Wir wollten es unbedingt vermeiden, von Anfang an wieder mit vier Minuspunkten hinterher zu laufen", sagte Nationalspieler Hendrik Pekeler: "Da hatten wir uns letztes Jahr schon frühzeitig unnötig unter Druck gesetzt. So sind wir jetzt mittendrin und halten alles offen."

Schafft es endlich wieder ein deutscher Klubs ins Champions-League-Finale?

Eine rauschende Sieges-Party fiel aber aus. Schon kurz nach dem Abpfiff richteten Spieler und Verantwortliche den Fokus auf die nächste große Aufgabe: Am Wochenende feiern die Kieler nach 504 Tagen ihr Comeback in der Champions League. "Es war jetzt schon ein Wahnsinnsprogramm", sagte Jicha, beim THW seit Sommer Nachfolger des legendären Alfred Gislason, "und wird erst nach Weihnachten aufhören".

Elf Spiele haben die Kieler seit dem Saisonstart im DHB-Pokal am 17. August bereits in den Beinen - und es geht mit hoher Taktung weiter. Gleich der Auftakt in der Königsklasse hat es in sich: Mit Vive Kielce gastiert am Sonntag (19:00 Uhr) nicht bloß der Champions-League-Sieger von 2016 und Halbfinalist der Vorsaison in der Kieler Sparkassen-Arena, es kommt direkt zum Wiedersehen mit Nationalkeeper Andreas Wolff, der nach drei Jahren beim THW im Sommer zum polnischen Serienmeister wechselte.

Die Ziele in Kiel sind auch international hoch. Drei Jahre hat es kein deutscher Klub mehr ins Finalturnier der besten vier Teams in Köln geschafft, das soll sich nun ändern. "2016 waren wir das letzte Mal dabei", sagte Jicha, der den letzten Kieler Königsklassen-Triumph 2012 als Spieler selbst miterlebte. Man werde "alles dafür geben", die Endrunde mal wieder zu erreichen.

Auch beim zweiten deutschen Königsklassen-Starter in Flensburg (Auftakt am Sonntag/17:00 Uhr in Celje) sind die Ansprüche groß. Nach vier erfolglosen Viertelfinal-Teilnahmen "wird es endlich mal wieder Zeit, nach Köln zu kommen", sagte SG-Kapitän Lasse Svan der Handballwoche. Bei der letzten Stippvisite in der Domstadt 2014 gelang den Nordlichtern Historisches: Flensburg gewann als bislang letztes deutsches Team den Titel.

Die Favoriten sind allerdings auch in diesem Jahr andere. Das international bislang erfolglose Starensemble von Paris St. Germain nimmt mit den herausragenden Einzelkönnern Mikkel Hansen und Nikola Karabatic den nächsten Anlauf, aber auch der neunmalige Champion FC Barcelona und Telekom Veszprem (dreimal im Endspiel, dreimal verloren) gelten mal wieder als heißeste Anwärter auf den europäischen Handball-Thron.

 

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige