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Beförderung kam für Albon "aus dem Nichts"

Formel-1-Youngster: Mein Leben ist "kein Rock'n'Roll!"

12.09.2019 16:06
Alex Albon ist auf dem Boden geblieben
© Mark Thompson, getty
Alex Albon ist auf dem Boden geblieben

Vor nicht einmal einem Jahr schien der Traum von der Formel 1 für Alexander Albon geplatzt zu sein. Er hatte einen Vertrag bei Nissan in der Formel E unterschrieben und sich damit abgefunden, seine Karriere als Profi-Rennfahrer eher abseits der Königsklasse so richtig zu starten. Bis plötzlich bei Toro Rosso eine Tür aufging.

Gut ein halbes Jahr später sitzt er im mindestens drittbesten Auto der Formel 1. Ein Karriere-Boost, den ein 23-Jähriger erst einmal wegstecken muss. Zumal Albon nicht einfühlsam auf seine neuen Aufgaben vorbereitet wurde, wie er im Interview mit dem Podcast 'Beyond the Grid' verrät. Was vor allem an der kurz angebundenen Art von Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko lag.

"Ich weiß nicht, ob er sich absichtlich so cool gibt oder ob er wirklich so eiskalt ist", schmunzelt Albon, wenn er über seinen Chef erzählt. "Selbst im Gespräch, das ich mit ihm hatte, als er mir gesagt hat, dass ich Formel-1-Fahrer werde. Ich habe das Telefon abgenommen und er sagte: 'Okay, wie ist deine Situation? Kannst du dies und jenes tun? Kannst du morgen hier sein?'"

"Das war am Montagmorgen nach Abu Dhabi. Ich hatte Glück, dass ich überhaupt noch da war, denn normalerweise würde ich am Sonntagabend zurückfliegen. Ich glaube, das Erste, was ich gefragt habe, war: 'Darf ich testen?' Er sagte nur: 'Nein.' Ich meinte: 'Okay, gut. Darf ich zumindest kommen und mir das alles anschauen?' Da sagte er: 'Ja.'"

Albon: Bei Marko geht's kurz und schmerzlos!

Bis die Katze aus dem Sack war und Albon wusste, dass er jetzt offiziell Formel-1-Fahrer ist, dauerte es "vielleicht eine Minute. Das war's." Aber: "Als Fahrer musst du die genauen Hintergründe vielleicht gar nicht kennen. Wichtig ist nur, dass du einberufen wirst und jetzt deine Chance ist, dich zu beweisen."

Als Red Bull dann im August entschieden hat, Albon anstelle von Pierre Gasly von Toro Rosso zu Red Bull zu holen, klingelte beim jungen Thailänder wieder das Telefon. Er möge bitte zu Christian Horner nach Milton Keynes fliegen. Von einer Chance auf eine Beförderung war da noch keine Rede: "Es war eigentlich nur ein ganz allgemeines Gespräch."

"Wo ich wohne, was ich vorhabe, ob ich in Großbritannien bleibe oder nach Monaco ziehe. Solche Dinge", erinnert sich Albon und fängt zu lachen an, als er erzählt: "Ich lebe bei Mama und Papa. So ist mein Leben. Definitiv kein Rock'n'Roll!"

Entscheidendes Gespräch am Grazer Schlossberg

Ein paar Tage nach dem Treffen mit Horner trat Albon bei Marko zum Rapport an. Das Treffen fand in Graz statt, wo Marko am Schlossberg sein Büro hat, von dem aus er die Stadt überblickt. Hier und in Fuschl, bei Dietrich Mateschitz, fallen die großen Red-Bull-Entscheidungen für die Formel 1 - und nicht in Milton Keynes.

Albon erinnert sich: "Das Gespräch war genau so, wie er es angekündigt hatte. Wir redeten darüber, wie mein Jahr so läuft." Auf eine Beförderung deutete "nichts" hin. "Und dann, ganz am Ende, sagt er: 'Ach ja, und übrigens, du fährst jetzt für Red Bull Racing. Wir sehen uns am Mittwoch in Spa.' Da bist du einfach baff!"

"Es kam total aus dem Nichts. Dr. Marko ist sehr schwer zu lesen. Finde ich zumindest", erklärt Albon und fängt wieder zu lachen an: "Ich erkenne noch nicht immer gleich, ob er einen Witz macht oder nicht. Er hat definitive eine lustige Seite an sich!"

Dass Marko kein Typ ist, der seine Fahrer in den Arm nimmt und sie liebevoll aufbaut, ist bekannt. Doch Albon findet, dass der Österreicher von vielen falsch eingeschätzt wird: "Ich glaube, er versteht Fahrer besser, als die Leute ihm zutrauen. Er zeigt es nur nicht. Er ist ein Racer - aber ein harter Racer!"

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