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Skandal-Profi Antonio Brown im Zwielicht

11.09.2019 20:54
Antonio Brown wurde wegen Vergewaltigung angeklagt
© Christian Petersen, getty
Antonio Brown wurde wegen Vergewaltigung angeklagt

Die Akte Antonio Brown wird immer dicker. Der Footballstar soll sich insgesamt dreimal sexuell an seiner früheren Fitnesstrainerin vergangen haben, es gibt bereits eine Anklage. Im Vergleich mit dem schweren Vorwurf sind seine Fehltritte der vergangenen Wochen Kleinigkeiten.

Es ziehen sich wieder dunkle Wolken über Antonio Brown zusammen. Und diesmal geht es nicht um Kleinigkeiten. Kaum war es nach turbulenten Wochen für kurze Zeit etwas ruhiger um den Footballstar geworden, steht er wieder in den Schlagzeilen. Seine frühere Fitnesstrainerin Britney Taylor beschuldigt den Wide Receiver, sich dreimal sexuell an ihr vergangen zu haben, und hat im US-Bundesstaat Florida Klage eingereicht. Brown wies alle Vorwürfe zurück.

"Alle sexuellen Handlungen waren einvernehmlich", hieß es in der Mitteilung der Anwälte von Brown, der in der US-Profiliga NFL erst Anfang der Woche nach einer hollywoodreifen Fehde mit den Oakland Raiders zu Meister New England Patriots gewechselt war und am Mittwoch erstmals mit seinem neuen Team trainierte. Das vermeintliche Opfer stellt das völlig anders dar. Laut Anklage soll der 31-Jährige, den sie 2010 in einem Bibelkreis kennenlernte, sie zweimal sexuell belästigt und einmal vergewaltigt haben.

Die 28-Jährige gab zu Protokoll, dass Brown sie zunächst im Juni 2017 ohne Einwilligung küsste. Einen Monat später habe der siebenmalige Pro-Bowler ohne ihr Wissen masturbiert, auf ihren Rücken ejakuliert und dann auch noch in Textnachrichten damit geprahlt. Taylor kündigte daraufhin die Zusammenarbeit zunächst auf, nahm ihre Tätigkeit allerdings nach einer Entschuldigung wieder auf.

Im Mai 2018 soll Brown schließlich Taylor auf ein Bett geworfen, mit dem Gesicht in die Matratze gedrückt und vergewaltigt haben. Die Sportlehrerin rief nach eigenen Angaben "Nein" und "Stop". Das erklärte sie auch in einem Lügendetektortest gegenüber einem früheren Beamten der US-Bundespolizei FBI.

NFL-Boss darf über Brown-Einsatz entscheiden

Die NFL hat Ermittlungen aufgenommen und die Patriots darüber in Kenntnis gesetzt. "Wir nehmen diese Vorwürfe sehr ernst. Unter keinen Umständen dulden wir sexuelle Gewalt", teilte die Franchise mit. Am Mittwoch hätte Brown zum ersten Mal mit dem Team aus Foxborough trainieren und im besten Fall am Sonntag in seiner Geburtsstadt Miami sein Debüt gegen die Dolphins geben sollen. Nun ist völlig offen, wie es weitergeht.

Laut "ESPN" ist denkbar, dass der Spieler auf die sogenannte "Commissioner's Exempt List" gesetzt wird, das kann nur NFL-Boss Roger Goodell tun. Brown wäre in diesem Fall von allen Aktivitäten seines Klubs ausgeschlossen, solange die Liga in der Angelegenheit ermittelt. Goodell allein darf entscheiden, wann ein Spieler diesen Status wieder verliert.

Brown werde "jeden Stein umdrehen und sich aggressiv verteidigen, das betrifft auch all seine Rechte auf Gegenklagen", kündigte sein Rechtsanwalt Darren Heitner bei Twitter an. "AB" geht also in die Offensive - wie gewöhnlich.

Scheinbar unendlichen Saga rund um Antonio Brown

Zuletzt hatte das Enfant terrible bei den Raiders so lange Theater veranstaltet, bis sie ihn entließen. Erst konnte Brown wegen Erfrierungen nach einer Kältebehandlung nicht trainieren, weil er keinen Schutz an seinen Füßen getragen hatte. Dann streikte er, weil sein Helmmodell verboten wurde. Und dann soll er wegen der Geldstrafe für seine Possen auch noch General Manager Mike Mayock Gewalt angedroht haben.

Jetzt geht es in der scheinbar unendlichen Saga weiter. Taylor hat sich ihren Schritt gut überlegt. "Es war eine unglaublich schwierige Entscheidung, als Vergewaltigungsopfer von Antonio Brown in die Öffentlichkeit zu gehen", wurde die Trainerin in einer Anwaltsmitteilung zitiert. Laut Anklage plagen sie Panikattacken und Selbstmordgedanken.

 

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