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Löw begründet Reservistenrolle von Havertz

11.09.2019 10:40
Zuletzt nur Ersatzspieler in der Nationalmannschaft: Kai Havertz
© Alex Grimm, getty
Zuletzt nur Ersatzspieler in der Nationalmannschaft: Kai Havertz

Bundestrainer Joachim Löw hat bekräftigt, trotz der zuletzt dürftigen Leistungen der Deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande (2:4) und Nordirland an seiner Spielidee und dem Personal festhalten zu wollen.

Mit Blick auf die weitere EM-Qualifikation meinte der DFB-Coach im Gespräch mit der "Bild": "Bis zur EM vergeht noch ein Dreivierteljahr. Das Gerüst haben wir vor Augen. Ich würde mir für die Länderspiele im Oktober und November wünschen, dass wir unseren Stamm zusammenhaben und jeweils ein paar Tage kontinuierlich an unseren Themen arbeiten können."

In den letzten Jahren wurde der 59-Jährige häufig dafür kritisiert, zu sehr an Altbewährtem festzuhalten und jungen Spielern nicht immer die Bewährungschancen einzuräumen, die sie verdient hätten.

Bei der verkorksten WM 2018 war das vor allem beim nicht berücksichtigten Leroy Sané der Fall, jüngst bei Kai Havertz. Der Shooting-Star von Bayer Leverkusen wartet trotz starker Leistungen im Verein weiter auf sein Starelf-Debüt in einem Pflichtspiel des DFB-Teams.

Löw: "Glaube fest an jeden einzelnen Spieler"

"Glauben Sie mir: Ich weiß genau, was Kai Havertz kann und welche Qualitäten er hat. Er hat ja nicht umsonst zwei U-Teams übersprungen und ist von der U19 direkt zu uns gekommen. Hier hat er aber auch starke Konkurrenz. Bei ihm geht es uns auch darum, ihn behutsam aufzubauen und zu integrieren. Auch ein Leroy Sané brauchte in der Nationalmannschaft seine Zeit, die jetzt bei ihm gekommen ist", stellte Löw klar.

In die Kritik geraten war in den letzten Tagen auch die deutsche Defensivreihe, die sich im Spiel gegen die Niederlande alleine in der zweiten Halbzeit drei Gegentore fing.

Trotz der individuellen Patzer beispielsweise von Innenverteidiger Jonathan Tah will Löw an seinem derzeitigen Personal festhalten. "Ich glaube fest an jeden einzelnen Spieler, den wir jetzt nominiert haben. Sie sind noch nicht Weltklasse, können sich aber dahin entwickeln. Wir können von ihnen nicht Mut erwarten, ihnen dann aber keine Fehler zugestehen. Wir wollen Fehler erlauben und daraus lernen. Genau in dem Prozess sind wir gerade", so der Bundestrainer.

 

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