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Bundesliga

"Die zwei sind Aliens. Überirdische."

Boateng über Messi, Dembélé, Frankfurt und Bruder Jérôme

11.09.2019 09:26
Kevin-Prince Boateng hätte auch zu Eintracht Frankfurt wechseln können
© Gabriele Maltinti, getty
Kevin-Prince Boateng hätte auch zu Eintracht Frankfurt wechseln können

Ex-Bundesligaprofi Kevin-Prince Boateng hätte seinen Bruder Jérôme in diesem Jahr gerne im Juve-Trikot gesehen. "Auf jeden Fall hätte ich ihm das gegönnt", sagte der 32-Jährige im Interview mit der "Sport Bild".

Juve sei ein "Riesen-Verein", die italienische Liga zudem "extrem interessant", erklärte Boateng, warum er seinen Bruder gerne in der Serie A begrüßt hätte. In seinen Augen ist die italienische Liga der Bundesliga "derzeit sogar einen Tick voraus".

In einem persönlichen Gespräch hat Kevin-Prince seinem Bruder empfohlen, den FC Bayern zu verlassen und nach Turin zu wechseln: "Ja, ich habe ihm auch gesagt, dass er – wenn er die Möglichkeit hat – auf jeden Fall zu Juve gehen soll. Es wäre eine Riesen-Sache gewesen, ihn hier zu sehen. Auch, weil er – so wie es derzeit aussieht – beim FC Bayern nicht viel spielen würde."

Dass Jérôme Boateng letztlich doch nicht bei Juventus landete, war dem Veto des FC Bayern geschuldet. Zwischen beiden Klubs gab es gegen Ende der Transfer-Deadline zwar Kontakt, allerdings konnten sich die beiden Rekordmeister nicht auf eine Ablösesumme für den Weltmeister von 2014 einigen.

Boateng begründet Absage an Eintracht Frankfurt

Statt zum AC Florenz hätte Boateng in diesem Sommer auch zu Eintracht Frankfurt zurückkehren können. Die Hessen beschäftigten sich laut übereinstimmenden Meldungen mit einem Transfer des Mittelfeldspielers, der sich am Ende aber für einen Verbleib in Italien entschied.

"Das neue Projekt hier ist gut, der Mix aus Jung und Alt. Letztes Jahr hat Florenz nicht so gut abgeschnitten, das ist für Franck [Ribéry] und mich eine coole Challenge. Wir wollen es alle zusammen besser machen. Es ist ein Riesen-Vorteil, dass der Klub so auf uns baut", begründete Boateng seinen Wechsel zur Fiorentina.

Auch mit dem jetzigen Ex-Frankfurter Ante Rebic hatte Boateng Kontakt: "Er wollte weg, weil die Zeit für ihn gekommen ist, die Tapeten zu wechseln, was auch okay ist. Ich denke, am Ende hat es dann gehakt, weil er unruhig wurde und er vielleicht gedacht hat, es klappt nicht mehr."

Boateng über Messi: "Nicht menschlich"

Bevor sich Boateng dem AC Florenz anschloss, schnürte der 32-Jährige die Schuhe für den FC Barcelona. Eine Zeit, an die er rückblickend nicht die besten Erinnerungen hat. Für seine fußballerische Karriere sei es keine gute Entscheidung, nach Barcelona zu gehen: "Ich habe kaum gespielt, war nicht hinter Suárez – sondern hinter, hinter, hinter Suárez".

Bleibenden Eindruck hat bei ihm auf jeden Fall Superstar Lionel Messi hinterlassen. "Er ist ein Phänomen", schwärmte Boateng vom Argentinier: "Messi ist nicht menschlich, genauso wenig wie Ronaldo. Die zwei sind Aliens. Überirdische."

Dembélé: "Für mich ist er noch wie ein Kind"

Ein Spieler, der beim FC Barcelona regelmäßig für Schlagzeilen sorgt, ist Ex-BVB-Profi Ousmane Dembélé. Für Boateng ist die Ursache klar: "Für mich ist er noch wie ein Kind. Man muss ihn nehmen, wie er ist, und es kann mal sein, dass er zu spät kommt. Es gibt ja Spieler, die machen das aus Trotz, aber das ist bei ihm anders, er ist da einfach wie ein kleiner Junge."

Das Problem - nicht nur bei Dembélé - sei, dass die jungen Profis schlicht zu viel Geld bekommen. Es könne nicht sein, dass ein 18-Jähriger drei, vier Millionen netto im Jahr verdiene: "Und wenn er das verdient, muss das Geld schon so angelegt sein, dass er so wenig wie möglich davon sieht."

Auch Dembélé leidet in den Augen des Ex-Bundesliga-Profis darunter: "Für mich ist er immer noch ein kleiner Junge, der in diesen Riesen-Pool geworfen wurde, auf einmal über Nacht 150 Millionen Euro Ablöse gekostet hat und selber irgendwie noch nicht weiß, wie alles funktioniert."

Boateng über das Duell BVB vs. Bayern

Obwohl seine Gegenwart in Italien liegt, blickt Boateng mit einem Auge noch immer auf die Bundesliga. Dort erwartet der 32-Jährige erneut einen Zweikampf zwischen dem FC Bayern und dem BVB.

"Es wird endlich eine Saison, wo Bayern nicht mit 20 Punkten wegrennen wird", ist sich der Ex-Dortmund-Profi sicher. In der vergangenen Spielzeit habe sich beim BVB im Schlussspurt die "Angst zu gewinnen" breit gemacht: "Aber wenn sie das diese Saison in den Griff kriegen, können sie Meister werden."

 

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