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DTTB-Herren schmettern sich mit Rekordbilanz zum EM-Titel

08.09.2019 18:01
Boll und Co. zum achten Mal Mannschafts-Europameister
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Boll und Co. zum achten Mal Mannschafts-Europameister

Timo Boll und Co. sind in Europa weiter eine Klasse für sich: Mit bislang unerreichter Dominanz haben die deutschen Tischtennis-Herren bei der Mannschafts-EM in Nantes zum achten Mal den Titel gewonnen.

Durch einen 3:0-Sieg im Finale gegen Portugal machte das Top-15-Trio Boll, Dimitrij Ovtcharov und Patrick Franziska mit einer "weißen Weste" seine erfolgreiche Titelverteidigung so überlegen wie kein EM-Champion zuvor perfekt.

Mit ihrer höchst imponierenden Rekordbilanz von 15:0 Siegen holten die WM-Zweiten als erstes Herren-Team in der über 60-jährigen EM-Geschichte ohne den Verlust auch nur eines einzigen Matches Mannschafts-Gold. Zugleich setzten die Schützlinge von Bundestrainer Jörg Roßkopf weniger als ein Jahr vor Olympia in Tokio ein Ausrufezeichen.

"Uns war bewusst, dass wir die stärkere Mannschaft sind und das Finale gewinnen, wenn wir wieder eine sehr gute Leistung abrufen. Das haben wir geschafft", kommentierte Boll das Finalergebnis und ergänzte: "Ich bin stolz auf unsere sehr starke Mannschaft. Es ist gut, dass wir im Moment in Europa alles gewinnen."

Auch Ovtcharov betonte das hohe Niveau im Sieger-Team: "Unsere Stärke ist, dass der Druck nicht nur auf einem ruht, sondern wir drei Spitzenspieler haben. Selbst wenn einer einen schwarzen Tag erwischen würde, könnten die anderen einspringen. Das macht es für uns viel entspannter als für die meisten anderen."

Der 38 Jahre alte EM-Rekordsieger vergrößerte durch sein siebtes Mannschaftsgold seine einmalige Titelsammlung nochmals. Zusammen mit sieben Einzel-Erfolgen und fünf Titelgewinnen im Doppel stehen für den 38-Jährigen nunmehr 19 Triumphe bei kontinentalen Championaten zu Buche.

Roßkopf baut auf Top-Trio

Auf den Erfolg von Nantes waren Boll und seine Kollegen, von denen an der Atlantikküste Mixed-Europameister Ruwen Filus und Benedikt Duda nicht zum Einsatz kamen, geradezu programmiert. Durch ihre Dichte von Weltklasse-Spielern ist Roßkopfs Mannschaft in Normalform momentan auf dem Kontinent konkurrenzlos. Mehr als drei Spieler in den Top 15 der Weltrangliste hat derzeit lediglich Weltmeister und Olympiasieger China aufzubieten.

Entsprechend souverän nahm die Auswahl des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) in Nantes jede Hürde. Ob Tschechien und Russland in der Vorrunde, Slowenien im Viertelfinale oder Gastgeber Frankreich im Halbfinale - kein Herausforderer hatte gegen die geballte Qualität der Europaspiele-Sieger eine Chance. Den auch nach allen vorherigen Erfolgen ungebrochenen Ehrgeiz des deutschen Teams verdeutlichte Roßkopf, indem der Ex-Doppelweltmeister für jede Begegnung sein stärkstes Trio in die Box schickte.

Auch im Finale konnte sich Roßkopf auf seine Spitzenspieler verlassen. Boll stellte gegen Portugal in der Neuauflage des Endspiels von 2017 in Luxemburg durch ein 3:1 im zweiten Einzel gegen den früheren Doppel-Europameister Joao Monteiro die Weichen auf Sieg. Für die 1:0-Führung hatte Ex-Weltcupsieger Ovtcharov im Eröffnungseinzel mit einem 3:0 gegen seinen Orenburger Klubkollegen Marcos Freitas gesorgt. Franziska machte den souveränen Triumph im Duell mit Bundesliga-Profi Tiago Apolonia durch ein 3:0 perfekt.

Durch den Herren-Erfolg erfüllte der DTTB in Frankreich seine eigenen Erwartungen immerhin zur Hälfte. Im Damen-Wettbewerb jedoch hatte das favorisierte Team von Bundestrainerin Jie Schöpp nur wenig mehr als zwei Monate nach dem Sieg bei den Europaspielen in Minsk schon im Viertelfinale seine Titelhoffnungen vorzeitig begraben müssen. Rumänien feierte im Finale durch ein 3:0 gegen Portugal ebenfalls eine erfolgreiche Titelverteidigung.

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